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Gut gerüstet in die Zukunft
Im Rahmen des von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) im Internationalen Congress Centrum (ICC) Berlin ausgerichteten internationalen Kongresses, der von rund 5.000 Ärzten besucht wurde, beschrieb Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, wie der Operationssaal der Zukunft aussehen wird.
Der Operationssaal der Zukunft soll nutzerfreundlicher, effizienter und für die Patienten wie für das Personal sicherer werden. Gefährdungen durch mangelnde Systemintegration und uneinheitliche Bedienungskonzepte sollen ausgeschlossen werden. Dazu zählen ergonomische Belastungen und Risiken bei der Nutzung der Gerätetechnik (z. B. OP-Tische, OP-Leuchten, OP-Monitore, elektromedizinische und Narkosegeräte). In Zukunft sollen fahrbare Einheiten (Narkosegerät, Endoskopieanlagen mit Monitoren, Röntgeneinheiten, elektromedizinische Geräte, Laser- und ultraschall- oder wassergetriebene Schneide- und Koagulationseinheiten) aus dem Operationsraum verschwinden. Sie hängen nunmehr Platz sparend von der Decke herab und die Operateure gewinnen dadurch mehr an Bewegungsfreiheit. Das Rollen der Gerätewagen ist nicht mehr durch am Boden liegende Kabel erschwert und zugleich sind damit Stolperfallen für das OP-Team beseitigt. Außerdem sind sämtliche Patientendaten zentral gespeichert und können per Knopfdruck im OP aufgerufen werden. An der Wand und an beweglichen Deckenhalterungen sind mehrere Bildschirme montiert. Damit hat das gesamte Team zu jedem Zeitpunkt die gleiche visuelle Information und braucht sich auch nicht von seinem Platz zu bewegen. Intelligente Systeme, einem Autopiloten vergleichbar, können gleichzeitig große Mengen an aufgezeichneten oder neuen Daten analysieren und beispielsweise die Operateure automatisch warnen, wenn eine kritische Situation eintritt. Auf die Bildschirme können alle Vorbefunde von außen eingespielt und neben dem aktuellen Stand der Operation eingeblendet werden, so dass die Genauigkeit der Präparation, des gewebeschonenden Vorgehens, aber auch eine größere Radikalität bei Krebsoperationen ermöglicht würde. Live-Bilder könnten während der Operation auf Monitore der unterschiedlichen Spezialisten, auch außerhalb des Krankenhauses, übertragen werden. Damit können dann schnell situationsbezogene Meinungen besonders kompetenter Kollegen eingeholt werden. Bisher mussten diese dazu persönlich in den Operationssaal kommen. Damit entfällt das Anlegen steriler Kleidung, was eine Zeitersparnis bedeuten würde.
Zeitersparnis ist ein großer Vorteil der neuen Hightech-Operationsräume. Da die Geräte an der Decke montiert sind, lassen sie sich schneller reinigen. Damit kann der nächste Eingriff früher beginnen; eine bessere Auslastung ist möglich. Durch moderne Sprachsteuerungssysteme über Mikrofone oder Headsets kann das OP-Team mit Hilfe der Sprachsteuerung z. B. das OP-Licht oder andere Geräte selbstständig einstellen. Bisher musste das von einem so genannten „Springer“ gemacht werden.
Die moderne Technik kann somit die Sicherheit in den Operationssälen erhöhen, die Eingriffszeiten verkürzen und evtl. sogar Personal einsparen. Allerdings erfordern solche High-Tech-Operationsräume eine intensive Schulung im Umgang mit den neuen Geräten und die Delegation von Aufgaben des Teams während einer Operation. Das alles muss erst einmal geübt werden, bevor sich der Einsatz der neuen Technik auszahlen kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass ein solcher High-Tech-OP-Raum in seiner Ausstattung doppelt so teuer ist wie ein konventionell eingerichteter OP-Saal.
Kontakt
Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH)
Postfach 30 11 20, D–70451 Stuttgart
Tel.: 0711/ 89 31 295 – Fax: 0711/89 31 167
Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.












