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Berlin

Neue Wege in der Augenheilkunde

Der 106. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) fand im Estrel Hotel Berlin statt: In dessen Verlauf wurden den 4.500 Teilnehmern neue Wege in der Augenheilkunde vorgestellt. So berichtete Professor Dr. Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik Bonn, über Fortschritte bei der Behandlung von Altersblindheit, die durch eine Makuladegeneration (AMD) hervorgerufen wird. Sie ist in Deutschland eine der häufigsten Ursachen für schwere Sehbehinderungen. Etwa 4,5 Millionen Menschen leiden an dieser Netzhauterkrankung.

Diese Krankheit tritt in zwei Formen auf: Der trockenen und der feuchten Makuladegeneration, wobei für die Behandlung der feuchten AMD verschiedene Medikamente zur Verfügung stehen, jedoch für die trockene Form noch kein wirksames Medikament auf dem Markt ist. Zur Behandlung der feuchten AMD sollen nun auch Technologien aus der Molekularbiologie zum Einsatz kommen, mit denen sich die verursachenden Gene gezielt ausschalten lassen. Die durch Entzündungen, Allergien oder Kontaktlinsenschädigungen entstandene Hornhauttrübung kann durch eine Hornhauttransplantation mit 90 prozentigen Erfolgen beseitigt werden, wie Professor Dr. Thomas Reinhard, Geschäftsführender Direktor der Universitäts-Augenklinik Freiburg, erklärte. Diese Art der Behandlung wird bereits seit mehr als 100 Jahren erfolgreich durchgeführt.

 

Angeborene Sehdefekte, erbliche Netzhautdegenerationen, Nachtblindheit, Lichtempfindlichkeit, Farbsinnstörungen oder Gesichtsfeldeinschränkungen sind seltene Netzhauterkrankungen, die nach Aussage von Professor Dr. Klaus Rüther, Leiter des Bereichs Strabologie und Neuroophthalmologie am Charité Centrum für Audiologie und Phoniatrie,  in naher Zukunft behandelt werden können, wobei der Netzhautchip, Wachstumsfaktoren, zellbasierte Therapieverfahren und auch gentherapeutische Ansätze eine wichtige Rolle spielen. Noch gibt es keine Therapien, aber es wird mit Nachdruck unter Anwendung der Gentechnik weiter geforscht.

Um Blinde wieder sehend zu machen, bedarf es noch weiterer Forschungen. Inzwischen wurden „Netzhautchips“ entwickelt, die unter die Netzhaut oder auch auf die Netzhautoberfläche gesetzt werden. Operationen zur Implantation und Explantation waren erfolgreich und wurden von den Patienten gut vertragen. Sie führten dazu, dass Licht wahrgenommen wurde, so dass z. B. große Gegenstände identifiziert werden konnten. Geforscht wird auf diesem Gebiet nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA und in Japan, jedoch werden wohl noch 20 Jahre vergehen, bis das System wesentlich verbessert ist, wie Professor Dr. Peter Walter, Direktor der Universitäts-Augenklinik Aachen, bemerkte.

 

Durch den Fortschritt in der Augenheilkunde kommen immer mehr Menschen heutzutage ohne Brille aus. So ist die Lasertherapie nicht nur bei Kurz- und Weitsichtigkeit, sondern auch bei Hornhautverkrümmungen inzwischen klinische Routine, sagte Professor Dr. Christian Ohrloff, Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main. In Zukunft könnte der so genannte Femtosekundenlaser bei Altersweitsichtigkeit ebenfalls Abhilfe schaffen. „Mit dem Femtosekundenlaser sind ultrafeine Schnitte in der Augenlinse möglich. Damit eröffnen sich völlig neue therapeutische Möglichkeiten“, berichtete Professor Ohrloff.

 

Zur Förderung der augenheilkundlichen Forschung, der Verbesserung der augenärztlichen Fort- und Weiterbildung sowie der Aufklärung über Augenerkrankungen und Erblindungsursachen hat die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft eine Stiftung ins Leben gerufen Die „Stiftung Auge“ ist eine selbständige rechtsfähige Stiftung, deren Gründungsvermögen von der DOG kommt. Außerdem wird die Stiftung durch Spenden von der Industrie und Privatpersonen unterhalten.

 

www.dog.org

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter Dela Press.

 

 

 

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