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Berlin

Rheuma – eine Volkskrankheit?

Über fünf Millionen Menschen leben in Deutschland mit starken Beeinträchtigungen

durch Arthose. Dies ist eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises. Durch die in den nächsten Jahren immer älter werdende Bevölkerung wird auch die Anzahl der Betroffenen steigen. Überbeanspruchung, Fehlhaltungen, Sportverletzungen oder genetische Veranlagung können die Ursache dafür sein, dass der Knorpel an vielen Gelenken angegriffen wird.

Etwa ein Viertel der Menschen mit Rheuma ist durch die Krankheit körperlich behindert und im Alltag stark beeinträchtigt. Ein Viertel aller Krankheitstage gehen zu Lasten von rheumatischen Erkrankungen. Auch Kinder können schon an Rheuma leiden. Da Fieber bei Kindern schnell einmal auftritt, wird nicht immer gleich an Rheuma gedacht. Tritt Fieber in regelmäßigen Schüben auf, ist die Ursache oft schwer zu finden. Möglich ist jedoch eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Bei dieser wie auch bei periodisch auftretendem Fieber spielt das Abwehrsystem des Betroffenen eine entscheidende Rolle. In beiden Fällen richtet sich die Immunabwehr unkontrolliert gegen den eigenen Körper, jedoch können Fiebersyndrome mit neuen Medikamenten sehr effektiv behandelt werden, wie Professor Dr. Günther Dannecker, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Olgahospital in Stuttgart, berichtete.

 

Rund 15.000 Kinder und Jugendliche leiden in Deutschland an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung,  die sie ein Leben lang begleiten wird. Rheuma ist also keine Frage des Alters, erläuterte Professor Dr. Tim Niehues, Chefarzt des Klinikums Krefeld, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. „Die Tatsache, dass auch Kinder schon Rheuma haben, ist wenig im Bewusstsein der Menschen verankert. – Das wesentliche Ziel ist es, die Vorhersage und Lebensqualität von Kindern mit Rheuma zu verbessern“, sagte er.

 

Wie Professor Dr. Frank Buttgereit, Rheumatologe an der Charité Mitte, ausführte, werden derzeit Therapiestudien mit Glucocorticoiden durchgeführt, wobei festgestellt wurde, dass die Medikamente besser wirken, wenn die Einnahme zeitlich genau an das Auftreten von Entzündungsvorgängen im Körper des Patienten angepasst ist. Die Zeit der typischen Morgensteifigkeit der Gelenke konnte dadurch verkürzt werden, dass die Einnahme des Medikaments spät in der Nacht erfolgte. Um den Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt  der Einnahme und der Wirkung des Medikaments zu klären, sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich.

 

Einig waren sich die Experten darüber, dass es in Deutschland viel zu wenige Fachärzte für Rheuma gibt. Etwa 1,5 Millionen Erwachsene und rund 15.000 Kinder leiden an entzündlichem Rheuma. Sie bedürfen einer dauerhaften Betreuung, so dass 1.350 Fachärzte benötigt werden. Derzeit sind jedoch weniger als 600 Spezialisten ambulant tätig. „Zwar erzielt die Rheumaforschung in Deutschland große Fortschritte, doch der Nachwuchs an forschenden Rheumatologen bedarf intensiverer Förderung“, sagte Professor Dr. Ekkehard Genth, der Chefarzt der Rhein-Klinik Aachen. An den Universitäten sei die Rheumatologie unzureichend vertreten.

 

Um das Anliegen rheumakranker Menschen stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, gibt es seit 1996 den Welt-Rheuma-Tag, der immer am 12. Oktober stattfindet. Die Deutsche Rheuma-Liga hat diesen Jahrestag erstmals 2005 in Deutschland eingeführt und bietet Beratung und Unterstützung für Menschen mit Gelenkerkrankungen.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press.

 

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