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Top of Yoga on Top of Tirol
Yoga kann man auf vielerlei Arten erlernen: Da kann mit Spannung erwartet werden, wie die drei verschiedenen Yoga-Lehrer im Rahmen des Yoga-Events im Stubaital an drei Tagen ihre Kunst an die Teilnehmer weiterzugeben wissen. Auch in unserer westlichen Kultur kann heute Yoga überall praktiziert werden. Dass man dies auch sehr gut entsprechend der ursprünglichen Idee im Freien ausüben kann, ist eine Idee die sich mittlerweile immer mehr durchsetzt.
Ein ganz besonderes Schmankerl hat man sich allerdings im Stubaital einfallen lassen. Aufgrund der professionell ausgestatteten Naturkulisse ein prädestinierter Ort, um Yoga am Wasser und in der Höhe anzubieten. An drei Tagen in Einheiten von jeweils 90 Minuten vormittags und 90 Minuten nachmittags wollen wir unsere Gelenke animieren, uns dehnen und entspannen. Und zwar an der frischen Luft. Ungeachtet geomantischer Untersuchungen wissen wir, dass es Kraftplätze gibt - besonders schöne Orte, an denen wir aus unerklärlichen Gründen Glück empfinden und Energie tanken können. Drei solche Orte wurden als Standorte für die yogischen Freiluftübungen ausgesucht. Da gerade Yoga die Möglichkeit bietet, auf die Bedürfnisse jedes einzelnen einzugehen, versammeln sich erfahrene Yoga-Profis, durchschnittlich begabte und völlige Neulinge.
Die Anreise erfolgt in unserem Fall in Neustift im Hotel Sonnhof (www.hotel-sonnhof.com) mit Wellness-Bereich für Erholungssuchende. Passend zum Hauptthema des Programms. Zur Einstimmung – leider hat sich zur Begrüßung auch Regen eingefunden – gibt es am Abend vor den „Trainingseinheiten“ in den nächsten Tagen eine Fackelwanderung durch die malerische Ortschaft Mieders mit „Aufstieg“ zum Kalvarienberg. Der – so kann man erahnen – einen zauberhaften Rundblick en Miniatur bietet. Soviel zur Einstimmung - am nächsten Tag wollen wir nämlich sehr viel höher hinaus.
Yoga an den schönsten Plätzen
Kann das Leben schöner sein?
Mit „Yoga in der Höhe“ ist wirklich hoch gemeint – sehr hoch sogar. Nämlich der Top of Tirol, am Gipfel des Stubaier Gletschers. Und zwar auf sage und schreibe 3.210 Metern. Gott sei Dank müssen wir hier nicht per Pedes hinauf. Die Gondelbahn erledigt den Anmarsch für uns. Der besondere Reiz liegt hier darin, dass dort oben die Luft sehr dünn ist und einem das Atmen ohnehin nicht so leicht von der Lunge geht. Und gerade beim Yoga spielt die Atemtechnik eine besondere Rolle. Dass hier nur Übungen angeboten werden können, durch die man nicht so sehr ins Schnaufen kommt, dafür hat die international zertifizierte und anerkannte Yoga-Lehrerin Simone Hensel zu sorgen. Eine schwierige Gratwanderung, die sie mit sehr ausgewogenen und nicht zu atemintensiven Übungen bravourös bewältigt. Manch einer mag nicht geglaubt haben, wie anders doch die Luftverhältnisse hoch, höher am höchsten über den malerischen Kirchturmspitzen der Dörfer tatsächlich sind. So schüttelt man nur bewundernd den Kopf über Kaltenbrunner und Co., die sich vorgenommen haben Achttausender ohne Sauerstoffmaske zu bezwingen.
Nun, für die 25 Teilnehmer des Yoga am Wasser und in der Höhe ist es anstrengend genug die Aussichtsplattform zu erklimmen. Eine wunderschöne Aussicht hat man von hier oben – so kann man es sich ausmalen. Wenn, ja wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht. Während manch einer wohl von Yoga unter Gletschersonne geträumt hat, erwartet einen gerade an diesem Tag nur der Dunst aufsteigender Wolken. Allerdings - so was kann doch einen Yogi nicht erschüttern. Schließlich ist Yoga auch eine Sache des Geistes. Es stärkt nicht nur den Körper, sondern auch die Persönlichkeit. Und so ist es dann auch. Unbeirrt und keineswegs in der guten Laune beeinträchtigt sieht die Gruppe Teilnehmern den unveränderlichen Tatsachen gelassen ins Auge. Und siehe da, allein schon das Bewusstsein, hoch droben auf dem Gletscher zu stehen und den Naturgewalten zu trotzen, verleiht Flügel bzw. in diesem Fall Standfestigkeit. Fleißig wird Yoga geübt – zunächst drinnen, dann draußen und wieder drinnen. Zwischendurch gestärkt durch heißen Tee und eine nicht weniger heiße Yoga-Suppe mit Tofu. Abends gibt’s dann wieder leichte Kost. Fisch in dreierlei Variationen im Gröbenhof. Schon wieder drei. Drei Tage – drei Yogalehrer – drei verschiedene Örtlichkeiten – dreifach zubereiteter Fisch. Ein kulinarisches Highlight übrigens. Der versteckt liegende Gröbenhof ist ein regelrechter Insider-Tipp. www.groebenhof.at
Der nächste Tag verspricht zunächst keinerlei Besserung, zumindest was das Wetter betrifft. Die Stimmung jedenfalls könnte nicht besser sein. In freudiger Erwartung – geht es diesmal nicht ganz so hoch hinauf, nur schlappe 2000 Meter auf die Schlick 2000. Oben empfängt uns die Yoga-Lehrerin des Tages, die Sherry Kranebitter. Mit ihrer liebevollen fröhlichen Art versprüht sie Vorfreude auf das Üben, auch wenn das zunächst einmal wieder nicht draußen, sondern in den geschützten Räumen der Bergstation - allerdings mit herrlichem Panorama ganz ohne feuchten Nebel - stattfinden wird. Nach dem Yoga-Mittagsmenü nun aber zeigt der vielfach durchgeführte Sonnengruß Wirkung. Der Enthusiasmus der Beteiligten konnte den Wettergott gnädig stimmen. Spontan wird entschieden, eine kleine Wanderung auf die Plattform zu unternehmen. Und hier öffnet sich der Himmel und macht einen unbeschreiblichen Ausblick frei.
Jetzt ist niemand mehr zu bremsen. „Ünglaublick“ findet Sherry die Begeisterung ihrer Probanden. Die einheimische Yoga-Lehrerin ist eigentlich eine „Zuagroaste“, eine Kanadierin, die der Liebe wegen im Stubaital gelandet ist und ihre Wahlheimat ebenso kompromisslos zu schätzen scheint wie die traditionsbewussten Ureinwohner des kleinen Landstriches. Neben ihrer Ausbildung zur Yoga-Lehrerin ist Sherry auch Bergführerin gewesen in Kanada und schätzt hier in Tirol neben der Herzlichkeit der Menschen auch die Möglichkeiten an spontanen, kürzeren Bergtouren, die es in ihrer Heimat nicht gab.
Yoga auf 3.000 Meter im Schnee
Yoga – Ein neune neue Erfahrung
Der letzte Tag verspricht ein Erlebnis der ganz anderen Art. In jeder Hinsicht. Diesmal soll die erste Trainingseinheit vor der tosenden Kulisse des Grawa-Wasserfalls, einem einzigartigen Naturschauspiel, stattfinden. Unter Anleitung von Gotthard Obholzer. Ein Yogi und Bildhauerkünstler, der in Neustift sein eigenes Atelier besitzt und auch eine Yoga-Schule. (www.kunstartelier.at). Während die Wassermassen sich unbeeindruckt ihren Weg bahnen singt er mit seinen Absolventen ein Mantra und hat zur Stärkung Kekse gebacken.
Diese Energiebombe braucht es auch, schließlich will im Anschluss der „Aufstieg“ entlang des Grawa-Wasserfalls auf die Sulzenaualm bewältigt werden. In einen weiteren „Übungsraum in der Natur“. Neues Spiel – Neues Glück. Diesmal zeigt sich die Sonne in ihrer prächtigsten Gestalt. Fast zu heiß könnte es einem werden, schließlich ist der Anstieg wenn auch wunderschön für Ungeübte relativ anstrengend. Tja, das Wandern unterscheidet sich vom gemütlichen Schlendern dadurch, dass es Mühe macht.
Oben angekommen sind die Strapazen schnell vergessen, es eröffnet sich der Blick auf die Sulzenaualm. Ein wahres Kleinod, eine in sich geschlossene Insel voll Glückseligkeit. Alles was das Herz begehrt. Schon wieder ein Top of Yoga. Strahlender Himmel, blühende Wiesen und die bekannten Positionen wie den Baum oder den Krieger einnehmen unter Anleitung von Gotthard. Da bräuchte es schon fast keine Entspannungsübung mehr. Eigentlich möchte man meinen, hier ist die Gelassenheit zu Hause, hier gibt es gar keine Notwendigkeit abzuschalten. Als hätte man tatsächlich ohnehin schon den stressigen Alltag zurückgelassen beim Betreten dieses Tals.
Dementsprechend verständnislos betrachten auch die heimischen Ziegen das merkwürdige Treiben der Zweibeiner, die ihre Füße in den Himmel strecken, sich zusammenrollen oder einfach nur in der Totenstellung mit geschlossenen Augen das Paradies hier in sich aufzusaugen versuchen.
Diesmal fällt das Menü etwas üppiger aus. In kulinarischer Hinsicht interessant und nebenbei bemerkt wieder einmal dreifach. Die berühmten Knödel einmal mit Käse, dann mit roten Beeten und mit Spinat. Farblich sehr harmonisch und geschmacklich sehr intensiv. Und auch nahrhaft. Schließlich muss man sich gestärkt auf den Rückweg machen. Gestärkt – das haben wir uns in den letzten Tagen. Gestärkt in der Seele – gestärkt im Körper und gestärkt im Geist. Ganz im Sinne des Yoga. Und auf die Frage, ob man wiederkommen möchte gibt es nur eine Quintessenz. „Ja, jederzeit!“
Tourismusverband Stubai Tirol - Dorf 3, A-Neustift im Stubaital, Tel. +43 501 8810, www.stubai.at
Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.
Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.
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