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Eisenstadt

Die Geschichte lebt

Über Jahrhunderte haben die Fürsten Esterházy das kulturelle und politische Leben Mitteleuropas geprägt. Sie gingen als großzügige Mäzene, bedeutende Bauherren und leidenschaftliche Kunstsamm­ler in die Geschichte ein, schon Goethe sprach in seinen Memoiren „Dichtung und Wahrheit" vom „Feenreich der Esterházy". Und auch beim Wein ist die Tradition groß: die Esterházy geben dem Weinbau und der kulinarischen Kultur des pannonischen Raumes seit mehr als 250 Jahren entscheidende Impulse. Heute führt das hochmo­derne Weingut Esterházy diese lange und ehrwürdige Tradition mit Verve fort und setzt neue Maßstäbe bei Qualität und Typizität der Weine dieser historisch bedeutsamen Region.

Würdevolle Weintradition seit dem 17. Jahrhundert: Wein und Weinbau spielen im Leben der Familie Esterházy seit Jahr­hunderten eine zentrale Rolle. Die Keller der Burg zu Eisenstadt bargen bereits im 17. Jahrhundert fürstlichen Wein, zu Zeiten, als der italieni­sche Baumeister Carleone die Burg von 1663 bis 1672 im Auftrag von Fürst Paul l. in ein frühbarockes Schloss verwandelte. Welche enor­me Innovationskraft schon damals von der Familie ausging, belegen Urkunden über den Rotweinanbau aus dem Jahre 1758.

Es war Gräfin Maria Lunati-Visconti, Gemahlin von Fürst Paul II. An­ton Esterházy (1711-1762), welche den fürstlichen Verwalter Graf Herbeviller beauftragte, Pinot-Noir-Reben aus der Burgund einzufüh­ren und in den fürstlichen Rebgärten zu pflanzen. Sogar ein franzö­sischer Önologe wurde engagiert, um die hohe Qualität der Weine zu garantieren - damals ein überaus innovativer wie mutiger Schritt, der von Weitblick zeugte und schließlich dem gesamten Weinbau der Gegend zugute kommen sollte. Weitere Burgundersorten wie Char-donnay, Pinot Blanc und Pinot Gris folgten, die das einheimische Rebsortenspektrum bereichern und heute zu den bedeutendsten Rebsorten des Burgenlandes zählen.

Zu den von Anbeginn an gepflegten Spezialitäten des Hauses Ester­házy zählen auch die edelsüßen Weine, wie hochwertige Spätlesen und edle Trockenbeerenauslesen, deren Spuren sich bis in das frühe 18. Jahrhundert zurückverfolgen lassen. Diese Weine schätzte man am kaiserlichen Hofe in Wien sehr - insbesondere Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) zeigte sich von den Gewächsen der Esterhäzy überaus angetan.

Die Weine des Hauses konnten im Laufe der Zeit weitere berühmte Liebhaber gewinnen. Zu ihnen zählte Joseph Haydn (1732-1809), der fast 30 Jahre lang als Kapellmeister der Familie Esterházy tätig war und dessen Schaffen maßgeblich von den Fürsten gefördert wurde. Die Weine haben ihm so gemundet, dass er es vorzog, sich einen Teil seines Gehaltes in Wein auszahlen zu lassen, wie eine ganze Reihe von Original-Deputaten aus den fürstlichen Sammlungen kundge­ben. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass sich der große Kom­ponist von Esterházischem Weine zu dem einen oder anderen Werk inspirieren ließ.

Die Qualität der Weine blieb selbst dem anspruchsvollen und durch­aus wählerischen Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe nicht ver­borgen. Angesichts der luxuriösen Festkultur von Fürst Nikolaus Es­terházy anlässlich der Krönung Kaiser Josef II. in Frankfurt am Main ließ er sich in seiner Autobiografie „Dichtung & Wahrheit" zum geflü­gelten Wort „Esterházysches Feenreich" hinreißen.

Einige der exzellenten Weinberge aus dieser glanzvollen Zeit zählen bis heute zu den Toplagen der Familie, so die Lage „Schneiderteil", ein steiler Südosthang am Leithaberg in St. Georgen, im Anbauge­biet Neusiedlersee-Hügelland. Dieser exzeptionelle Weinberg kam 1778 nach der Aufhebung des Jesuitenordens in den Besitz der Fa­milie Esterhäzy und ist eine der Weinbergspreziosen des Hauses.  

Aufbruch in eine neue glanzvolle Zeit: Der Wein der Familie Esterházy wird 350 Jahre im Donnerskirchner Meierhof gekeltert, ab 1947 dann in den historischen Kellern des Schlosses Esterhäzy in Eisenstadt. Doch die begrenzten Möglichkei­ten in den denkmalgeschützten Gewölben und der hohe Anspruch an die Qualität der Weine verlangen nach einer anderen Lösung. Ein neues, hochmodernes Weingut auf dem allerneusten Stand der Vinifikationstechnik wird errichtet, wobei ganz nach Art des Hauses Esterhäzy keine Kosten und Mühen gescheut werden. Es wird die stattliche Summe von über 6 Millionen Euro investiert, bis das neue Weingut mit der Ernte 2006 seinen Betrieb aufnehmen kann. Es steht in Trausdorf, unweit von Eisenstadt und führt - mit Blickkon­takt zum Esterházy-Schloss - die große Weintradition der Esterhäzy fulminant fort. 

Das modernste Weingut Österreichs: Der Keller des neuen State-of-the-Art-Weingutes kann gleich mit einer ganzen Reihe von Besonderheiten aufwarten. Er ist so kons­truiert, dass die besondere Charakteristik der einzelnen Weinlagen optimal herausgearbeitet werden kann. Auch für die Selektion der handgelesenen Trauben stehen vielfältige Möglichkeiten zur Verfü­gung. Es gibt kein eigenes Presshaus, stattdessen werden die Trau­ben direkt im Weiß- bzw. Rotweinkeller unter Kontrolle der Tempera­tur verarbeitet. Selbstredend wird vollständig auf Pumpen verzichtet und nur mit schonender Schwerkraft gearbeitet. Der Lagerraum für die Barriques ist mit einer imposanten, 14 Meter langen und 3,5 Me­ter hohen Wand aus österreichischem Naturlehm ausstaffiert, der für eine perfekte Regelung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgt.

 

Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt

Esterházy Kochbuch 

Beim internationalen Wettbewerb „GOURMAND WORLD COOKBOOK AWARD“ hat das Esterházy Kochbuch einen schönen Sieg errungen. Es wurde als bestes regionales Kochbuch Österreichs ausgezeichnet und qualifiziert sich damit gleichzeitig für das Rennen um das weitbeste Kochbuch, das in Paris ausgetragen wird.

Esterhazy Kochbuch 

Erfolg auf internationalem Parkett: Das Esterházy Kochbuch mit dem Untertitel „Pannonische Köstlichkeiten und fürstliche Weine“ tritt damit gegen die besten Kochbücher der Welt an. Ein großer Erfolg auf internationalem Parkett, mit dem die pannonisch-burgenländische Küche ihre kulinarischen Qualitäten und ihren eigenständigen Charakter und Charme unter Beweis stellt.

Die besten Gerichte der Fürsten und der Untertanen: In dem prachtvollen Buch hat Österreichs renommiertester Gourmet-Autor Prof. Christoph Wagner die besten Rezepte aus dem Hause Esterházy zusammengestellt. Allerdings nicht nur die Lieblingsrezepte der Fürsten selbst, sondern auch bodenständige und traditionelle Gerichte, welche damals genossen wurden - von den einfachen Bauern bis hin zu Joseph Haydn, dem Hofkapellmeister, der sich für das eine oder andere seiner Werke durchaus von den Schöpfungen der Küche inspirieren ließ.

Fürstlich genießen mit allen Sinnen: Eine große Augenweide sind die zahlreichen prächtigen Fotografien der Köstlichkeiten von Stefan Liewehr, die Michal Rabina, Küchenchef im Esterházy-Restaurant Henrici, vorzüglich in Szene gesetzt hat - auf einzigartigem historischem Porzellan aus den Esterházy-Sammlungen. Als amüsant-informative Beilage dienen kunsthistorische Exkurse von Stefan Körner, dem profunden Kenner der Esterházy-Sammlungen. So wird nicht nur der Urheber des weltberühmten Esterházy-Rostbratens aufgespürt, sondern auch so manch' spannendes Detail der Geschichte kredenzt. Passende Empfehlungen der Weine des topmodernen Weingutes Esterházy sowie viele Geschichten und Anekdoten aus dem Fürstenhaus machen dieses Kochbuch zu einer wahren Freude für alle Sinne. 

Esterházy Kochbuch - Das Esterházy Kochbuch. Pannonische Köstlichkeiten und fürstliche Weine. Von Christoph Wagner Weingut Esterházy, ISBN 978-3-7066-2442-8, Löwenzahn Verlag Innsbruck, www.loewenzahn.at

 

Das Buch kostet im Buchhandel 29,95 Euro.

 

Kontakt

 

Esterházy Wein GmbH & CoKG

Schloss Esterházy, A-7000 Eisenstadt

wein@esterhazy.at

 

www.esterhazywein.at

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Lydia Herzog.

 

 

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