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Die Schokoladenseite Wiens
Wenn die Schokolade mit zartem Schmelz der Schokolade im Mund zerfließt und der betörende Kakaogeschmack freigesetzt wird, dann schwelgt der Schokoladenfanatiker im Rausch der Genüsse und ein Wohlgefühl macht sich breit.
Wien zergeht auf der Zunge, natürlich nicht die Stadt, sondern die Schokolade. Schokolade ist nicht gleich Schokolade, da sind sich alle einig. Den Unterschied kennen aber meist nur Feinschmecker. Es liegen Welten zwischen Schokolade von billiger Qualität mit wenig Kakaogehalt und viel Zucker und einer im Mund schmelzenden intensiv nach Kakao schmeckenden 75 prozentigen Schokolade. „Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht“, sagte schon Oskar Wilde. Und wo kann man die beste Schokolade finden? Viele sagen in de Genussstadt Wien, der süßen Stadt natürlich. Man muss nur aufpassen, denn Schokolade enthält Suchtpotential.
Demel – Tradition ist wichtig
Ein zarter Geruch von Kakao und Kaffee liegt in der Luft. Bei Demel kaufen nicht nur die alteingesessenen Wiener ein, auch für Touristen ist die k. u. k. Hofzuckerbäckerei ein magnetischer Anziehungspunkt. Kaiserin Sissi ließ sich damals die zarten kandierten Veilchen liefern, die heute noch Favorit auf der Top-Ten-Liste im Demel sind. Die Vitrinen sind gefüllt mit Torten, Kuchen, Konfekt und Schokolade – ein Paradies für Schleckermäuler. Die Anna Demel Torte ist eine Schokoladentorte, für die das Cafe Demel berühmt ist. Sie besteht aus drei Lagen biskuitähnlichem Teig, zwei Schichten Parisercreme, Orangenlikör und einer Nougateindeckung, die mit großen Wellen verziert ist. Serviert werden die Köstlichkeiten von den „Damen“ oder „Demelinerinnen“, wie die Serviererinnen hier genannt werden. Sie tragen eine weiße Bluse und eine schwarze Schürze. Alles ist noch so gehalten wie bei Sissi und Franz, denn Tradition und Qualität sind wichtig im Haus Demel. Im Erdgeschoss kann man einen Blick durch die Glaswand in die Showbackstube werfen. Wenn man Glück hat, wird gerade eine mehrstöckige Hochzeitstorte dekoriert. Der Meister der Schokolade in der Chocolaterie zeigt stolz die Pariser Spitzen, die gerade fertig geworden sind. Und wieder liegt Schokoladengruch verführerisch in der Luft, wenn die von Hand gegossene Demel-Schokolade in die Verpackungsabteilung gebracht wird. Die k. u. k. Schokolade ist eine Sünde wert.
Oberlaa – Tortenolympiade
In der Produktion bei Oberlaa wird nur bestes Rohmaterial nach alten Rezepten verarbeitet. Von Hand wird vom Zuckerl bis zur Torte alles frisch hergestellt. Für seine Cremeschnitten ist Oberlaa berühmt, aber für Figurbewusste gibt es auch köstlich leichte Torten mit Topfen oder Joghurt. Der Renner ist die Schokomoussetorte, da schwelgt der Genießer im Schokoladenhimmel. Ein Klassiker ist die Esterházy-Torte, eine Mandel-Schokoladentorte, sie wurde nach Paul III Anton Esterházy de Galantha (1786-1866) benannt. Er war Außenminister der k. u. k. Monarchie und hatte ein großes Faible für die aus Einweiß, Mandeln Buttercrememasse mit Cognac auf fünf Makronenböden hergestellte Torte. Typisch für die Torte ist das Muster, es wird mit dunkler Schokolade auf die weiße Fondantglasur gezogen.
Sacher – Der Klassiker
Die Sachertorte ist eine Spezialität der Stadt Wien und nicht wegzudenken. Sie ist eine Schokoladentorte mit Marillenmarmelade und Schokoglasur und wird nach dem streng gehüteten Originalrezept von 1832 in Handarbeit in der hauseigenen Sacher-Patisserie hergestellt. Die Sachertorte wurde im 29. Jahrhundert rein zufällig erfunden. Am Hofe des Fürsten Metternich musste der Kochgehilfe Franz Sacher den erkrankten Küchenchef vertreten und sollte ein Dessert für besonders anspruchsvolle Gäste kreieren. Damit war die mittlerweile wohl berühmteste Torte der Welt, die Sacher Torte, geboren. 360.000 Torten werden jedes Jahr in die ganze Welt verkauft. Beliebt im Café Sacher ist auch die Punschtorte mit Schlagobers und viele Naschkatzen lassen sich gerne vom Konfekt „Original Sacher Erlesenes“, verführen, das natürlich auch von höchster Qualität ist.
Blühendes Konfekt – Die fruchtige Verführung
Seit drei Jahren ist Michael Diewald der König der essbaren Blüten. Seine Pralinen, die aus Fruchtmousse bestehen, mit Schokolade überzogen sind werden mit verzuckerten frischen Blüten verziert. Nicht nur ein Gaumen- auch ein Augenschmaus. Die mit zarten filigranen Blüten geschmückten Kunstwerke, wären sie nicht gar so köstlich, sind eigentlich viel zu schade zum Verzehren. In Martin Diewalds Konfiserie in Wien kann man durch die Glasscheibe die Produktion verfolgen. Zwei Angestellte schneiden gerade getrocknete Hollunderblüten in kleine Stücke und tauchen sie dann in Zartbitterschokolade. Eine andere Angestellte gibt Veilchenmasse in ein Schokoladenbad und verziert das Konfekt mit Blüten. Die Hauptarbeit ist die Masse mit den Kräutern abzuschmecken und dann die Kugeln zu „wutzeln“. Die Kunst besteht darin, sie immer gleichgroß zu machen. Was genau in der fruchtigen Masse ist, variiert nach Saison und bleibt das absolute Geheimnis von Michael Diewald. Hundert verschiedene Blüten verarbeitet er. Bei Preiselbeere und Wildthymianblüten mit roter Nuss und Dostblatt getoppt oder Schlehen-Limetten-Marzipan mit Tagetesblüte geschmückt wird man einfach neugierig und kann nicht widerstehen zu probieren.
Schokoladen König – Vom Knopf zur Schokolade
Ein weiteres Königreich der Schokolade findet man gleich in der Nähe des Stephandoms. Wolfgang Leschanz ist stolz darauf, dass sein handgemachtes Konfekt direkt in seiner „Wiener Schokoladen Manufaktur“ produziert wird und nur die besten und edelsten Rohstoffe verwendet werden. Aus dem Knopfkönig von einst wurde der Schokoladenkönig. Seit 1844 befand sich in der Freisingergasse in der Wiener Innenstadt das berühmte Fachgeschäft für Knöpfe, in den Tagen der Monarchie war es auch K.u.K Hoflieferant. Als Erinnerung an das Knopfgeschäft, das das Ladenlokal einmal war, gibt es unzählige Knopfschachteln zur Dekoration und Schokoladenknöpfe aus Edelvollmilch, Edelbitter und weißer Schokolade. Seit zehn Jahren betreibt der Zuckerbäckermeister Wolfgang Leschanz die Schokoladen Manufaktur. Das Konfekt ist handgemacht und von höchster Qualität. Schokoladenfans können nicht am Geschäft vorbeigehen, sie werden magnetisch angezogen um die Köstlichkeiten zu probieren. https://shop.connex.cc/leschanz/
Altmann & Kühne – Das Auge isst mit
Miniaturkonfekt in traumhaften Schachteln ist seit 1928 die Spezialität von Altmann & Kühne. Diese kleinen Pralinen, auch Lilliputkonfekt genannt, sind auch wie die Pralinen in normaler Größe, die so genannte Hausmarke, nach Originalrezepten hergestellt. Wer liebt sie nicht, diese aus Schokolade und vielen Ingredienzien wie Nüssen, Mandeln, Nougat oder Marzipan gefertigten Köstlichkeiten? Die Wiener bezeichnen die Kleinigkeiten jedoch liebevoll als Bonbons. Die Wahl eines persönlichen Favoriten fällt schwer, denn alle besitzen ein enormes Suchtpotenzial, wie die in Schokolade getauchten Grillageblättchen, die Mailänder, das sind überzogene Nougatwürfel, köstliche Pistazien-Marzipankügelchen oder Orangetten ebenso wie das Maronikonfekt oder der berühmte Himbeerfondant: Alles schmeckt ohne Ausnahme paradiesisch. Fast zu schön um gegessen zu werden sind die Pralinen in den Kartonagen, die die Wiener „Naschkasterln“ nennen und aus Herzen, Nähkästen, Ausziehkassetten, Hutschachteln, und kleinen Kommoden bestehen.
Meinl am Graben – Die größte Auswahl
Schokoladegourmets schätzen die große Schokoladeabteilung im Meinl mit seiner atemberaubenden Vielfalt von über 300 Sorten. Die große französischen Marke Valrhona ist hier genauso vertreten, wie der Pariser Chocolatier Michel Cluizel mit seinen sinnlichen Kreationen aus Kakaobohnen ausgewählter Lagen und Andrea Slitti, der Schokoladenweltmeister aus der Toskana. Der piemontesische Traditionsbetrieb Venchi, bekannt geworden durch die zartschmelzende Cuneesi, die mit Kakao aus Venezuela, Ecuador und Ghana. Ginseng hergestellt wird. Peperoncino- und Absinthschokoladen von Venchi versprechen ungeahnte Geschmackserlebnisse. Auch die Tiroler Edle, die handgeschöpfte Schokolade aus der Manufaktur Haag-Landeck, ist vertreten, und die ungewöhnlichen handgeschöpften Schokoladekreationen von Zotter, mit ihren ausgefallenen Sorten, wie Ananas-Paprika, Arabische Dattel-Minze, Oliven mit Zitronen. Rosa Kokos und weißer Nougat mit roten Nüssen gehören zum Standardsortiment. Bei einem Bummel durch Meinl, kann man an der Schokolade einfach nicht vorbei gehen.
Xocolat – Das Schokoladenerlebnis
Tafelschokoladen, Konfekt und Truffes, Trinkschokoladen, Kakao, Aufstriche, Couverturen und noch viel mehr von dem, was glücklich macht. Der hochdekorierte Küchenkünstler Christian Petz, Chefpatisier-Chocolatier Thomas Scheiblhofer und weitere Schokoladekönner und -kenner verfertigen für Xocolat in der Wiener Servitengasse feinste Schokoladekreationen. Von Truffes mit raffinierter Würze à la Yuzu bis zu ziemlich unwiderstehlichen Sticks à la Capuccino oder Zwiebel. Von leckeren Katzenzungen bis zu Nussschokoladen mit Knack und Biss. Christian Petz und Thomas Scheiblhofer geben ihr Wissen über die Verwandlung von Schokolade in feinste Naschereien in einem Workshop mit jeweils maximal zwölf Teilnehmern gerne weiter. Aus Schokolade und passenden Zutaten werden grandioses Konfekt und köstliche Desserts entstehen. Klar, kann man die selbst produzierte Schokolade mit nach Hause nehmen kann.
Fruth Schokolade Die leidenschaftliche Schokolade
Eduard A. Fruth ist ein Chocolatier aus Leidenschaft und das schon seit mehr als 31 Jahren. Er macht alles selbst – ob Schokolade, Torten oder Kekse und seine Frau steht im Laden und verkauft. Seine Trüffel werden ohne Konservierungsmittel und ohne künstliche Aromen hergestellt. Frisch aus der Produktion, gleich in den Mund, die Augen schließen und genießen, so schmeckt das Fruth Konfekt am besten. Ein unbeschreiblicher und unglaublich frischer Genuss, wenn die Schokolade auf der Zunge schmilzt.
Konditorei Gerstner – Schokolade mit Leidenschaft
Im Jahre 1847 gründeten Anton und Barbara Gerstner eine kleine Zuckerbäckerei im Herzen von Wien. Ihre Produkte waren so gut und begeisterten auch den kaiserlichen Hof derart, so dass Gerster den Titel k. u. k. Hofzuckerbäcker verliehen bekam. Es folgten Staatsempfänge und Konzertjausen im Schloss Schönbrunn, bei denen die süßen Verführungen aufgetischt wurden sowie u. a. der Auftrag den Kaiserpavillon im Rahmen der Weltausstellung im Wiener Prater kulinarisch zu betreuen. Das Geheimnis der Gerstner Confiserie und Chocolaterie liegt in der strikten Verwendung nur allerbester Zutaten, größter handwerklicher Kunstfertigkeit und einer Leidenschaft für Schokolade. Kaiser Franz Joseph I und Kaiserin Sissi besuchten oftmals die Konditorei Gerstner und genossen dabei das köstliche Naschwerk. Königin Elisabeth von England, König Gustav Adolph von Schweden, John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow; Präsident Mitterand von Frankreich und sogar Russlands Präsident Wladimir Putin gehörten zu seinen berühmten Kunden. Gerstners handgeschöpfte Tafelschokolade: Weiße Truffes an Blaumohn, Cassis in Marc de Champagne, Rosenblüten in Grappa sind aber auch gar zu verführerisch. Die Torten, wie die Sachertorte, Linzer Torte oder Bösendorfertorte stehen dem in keinster Weise nach und sind immer eine kleine Sünde wert.
K.u.K. Hofzuckerbäcker Ch. Demel, Kohlmarkt 14, A-1010 Wien, Tel.: +43-1-5351717-0, wien@demel.com - www.demel.com
Konditorei Oberlaa Dommayer, Auhofstrasse 2, A-1130 Wien, Tel.: +43-1-877 54 65-0, www.oberlaa-wien.at
Café Sacher Wien, Philharmonikerstraße 4, A-1010 Wien, Tel.: +43-1-51 456 0, wien@sacher.com - www.sacher.com
Blühendes Konfett, Schmalzhofgasse 19, A-1060 Wien, Tel.: 0043-660-3411985, www.bluehendes-Konfekt.com
Wiener Schokoladenkönig, Freisingergasse 1, A-1010 Wien, Tel.: +43-1-533 32 19, www.leschanz.at
Altmann & Kühne OHG, Am Graben 30, 1010 Wien, Tel.: +43-1-5330927,
info@confiserie-altmann-kuehne.at - www.altmann-kuehne.at
Julius Meinl am Graben GmbH, Graben 19, A-1010 Wien, Tel.: 0043-1-532-3334, office@meinlamgraben.at - www.meinlamgraben.at
Xocolat Wien, Freyung 2, in der Passage des Palais Ferstel, Tel.: 0043-1-5354363, Xocolat Manufaktur, Servitengasse 5, Tel.: 0043-1-3100020, www.xocolat.at
Fruth Chocolaterie pâtisserie au marché, Kettenbrückengasse 20, A-1040 Wien, Tel.: +43-664-1432243 und Wiedner Hauptstr. 114, A-1050 Wien, Tel.: 0043-676-9522880, office@fruth.at - www.fruth.at
Cafe Gerstner Gesellschaft m.b.H., Kärntner Straße 13 – 15, 1010 Wien, Tel.: 0043-1-743 44 22, gerstner&gerstner.at - www.gerstner.at
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger. Sie ist Reisejournalistin und lebt und arbeitet in München.
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