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Wien

MS Kaiserin Elisabeth – Gourmetschifffahrt

Gourmetmenu auf Donauwellen und dabei zieht die Kulisse Wiens majestätisch vorbei 

Die Abendluft ist mild, die MS Kaiserin Elisabeth, das neue supermoderne Gourmetschiff, liegt noch behäbig schwankend vor Anker in Wien-Nußdorf. Es ist ganz gemütlich im Deckchair und ein Ober serviert ein Glas Champagner. Ja, so kann die Wienbesichtigung von der Donau aus beginnen. Dann ist es soweit, alle Gäste sind eingetroffen, Miodrag Cehajic, der Kapitän und seine Crew begrüßen die Passagiere.

Die Gourmetreise beginnt. Zum Auftakt gibt es einen Gabelbissen mit einem Wachtelei auf Sellerie, Apfel und Ingwer, der ganz erfrischend schmeckt. Ein Frühroter Veltliner aus dem Jahr 2010 toppt den ersten Gang. Das Schiff legt ab und fährt donauaufwärts Richtung Klosterneuburg. Die Wiener Weinberge ab Nußdorf prägen die Landschaft.

Viele unterschiedliche Gäste sind an Bord. Österreicher aus den verschiedenen Bundesländern, Deutsche und Schweizer ergeben eine spannende Mischung. Ein Songschreiber mit seiner Frau aus Wien, ein Künstler, ein Schauspieler, eine österreichische Schönheitskönigin und Wiener Prominenz mischen sich unter die Passagiere. Der Dress Code ist lässig, aber wer mag kann sich auch fein anziehen. An Deck lässt man sich den Fahrtwind um die Nase wehen und man kann Wasservögel beobachten. Reiher stehen in Ufernähe im Wasser und warten auf ihre Abendmahlzeit. Das üppig grüne Donauufer zeigt sich in voller Pracht. Frachtschiffe kommen der MS Kaiserin Elisabeth entgegen oder überholen geschäftig. Die Ober bitten die Gäste in das Restaurant unter Deck. An den Panoramascheiben hat man einen herrlichen Überblick. Jetzt wird es spannend. Helmut Österreicher, ein Vier-Hauben-Koch hat sich seine Sporen im Steirereck dem wohl besten Restaurants in Wien verdient bevor er sich selbstständig gemacht hat. Heute führt er das Restaurant „Österreicher“ im MAK-Museum. Sein Motto ist eine saisonale Speisekarte mit Qualitätsprodukten vom Markt und das ist genauso für die Wiener Küche typisch. Er nimmt traditionelle Rezepte und interpretiert sie neu, ohne die überlieferten Wurzeln zu vernachlässigen.

Gourmetmenu auf Donauwellen 

MS Kaiserin Elisabeth

Schweinsbackerlsulz mit Salat, Spargel, Paradeiser und neun Jahre altem Aceto Balsamico von Peccoraro wird serviert. Dazu gibt es einen grünen Veltliner Stangl 2010 von Reinhard Waldschütz aus dem niederösterreichischen Weinanbaugebiet im Kamptal. Alle, an diesem Abend, servierten Weine sind von ihm. Seine Weine kommen aus bester Lage und zeichnen sich durch extreme Frische und Finesse aus. Die Besatzung mit 31 Mann gibt sich alle Mühe, dass die Fahrt ein gelungenes Ereignis wird. Hoch oben auf einem Fels überragt das Stift Klosterneuburg die Donaulandschaft uns in der Weite der Flussauen haben viele Wiener ihre Sommerhäuschen. Der Wendepunkt ist erreicht jetzt geht’s wieder zurück nach Wien an der sanften Hügellandschaft entlang. Kajaks paddeln in Ufernähe und ein Guru meditiert im Schneidersitz  auf einem großen Stein am Ufer in der untergehenden Sonne. Dann folgt als nächster Gang: Seesaibling mit geschmorten Radieschen und Spinatpolenta und einem Grünen Veltliner. Die geschmorten Radieschen sind ungewöhnlich, schmecken vortrefflich und passen gut zum Fisch. Ein Riesling Venesse 2010 wird dazu serviert. Zuerst taucht das neue Wien am rechten Donauufer auf es zeigt sich mit seinen Hochhäusern. Das große Hilton Hotel, das vor den Toren der Stadt liegt, war vormals ein Lagerhaus, das heute nicht mehr gebraucht wurde. Ein modernes Haus mit einem Segel ergänzt das Mosaik aus Brücken, Wohnhäusern und Kirchen. In den Blickwinkel schiebt sich das „transdanubische“ moderne Wien mit spannender Architektur. Das Vienna International Center, ein Hauptquartiere der UNO City neben New York und Genf, ist ein gutes Beispiel zeitgemäßer Architektur. Es wird dunkel, die Lichter Wiens, die sich in der Donau spiegeln geben eine ganz besondere Impression.

Von den vielen Brücken, unter denen die MS Elisabeth vorbeizieht, ist die Reichsbrücke die imponierendste. An ihrer der Stadt zugewandten Seite thront die Kaiserjubiläumsbrücke, die anlässlich des 50jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph 1898 im neoromanischen Stil errichtet wurde.

Bevor es in die ungarische Puszta weitergeht, wendet das Schiff und fährt wieder flussaufwärts. Der Kapitän bittet auf die Gäste auf die Brücke und erklärt die Instrumente. Auf dem Radarschirm kann man die Position der anderen Schiffe sehen. Jeder durfte Fragen stellen, der Kapitän beantwortet alle mit großer Gelassenheit. 20 bis 30 Kilometer in der Stunde fährt die MS Kaiserin Elisabeth und sie wurde in Deutschland gebaut.

Der Hauptgang wird serviert, Kalbsrückensteak mit Nusskruste auf Erbens- und Karottengemüse mit Kapern. Das Kalbsrückensteak ist so zart, dass es auf der Zunge zergeht. Ein Grüner Veltliner Aturo 2009 oder ein Chateau Figeack 2000, die zur Auswahl stehen runden den Gang ab.

Musik spielt auf. Ein Pianospieler spielt ein Paar alte Wiener Lieder. Nach dem Hauptgang geben einige Passagiere Karaoke Darbietungen zum Besten. Wer will, kann das Tanzbein schwingen, die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Zum Finale wird Malakoff-Rhabarber-Erdbeerdessert mit Sauerrahmeis und ein Glas Eiswein Chardonnay-Riesling 2008 serviert.

Das Schiff legt am Ziel in Wien-Nußdorf an aber noch keiner geht von Bord denn das große Käsebüffet wird eröffnet. Jeder unterhält sich so gut, keiner mag gehen. Es gibt noch ein Glas Champagner oder einen Espresso, da wir in Österreich sind, ein kleiner Brauner. Verabredungen und Telefonnummern werden ausgetauscht und jeder geht fröhlich von Board. Schön war’s.

Donau Touristik GmbH, Lederergasse 10-12, 4010 Linz/Donau, Tel. +43 70/ 2080, info@donautouristik.com  - www.donaureisen.at  (Online-Buchung) - Preis: 89 Euro, beinhalten die Fahrt, das Essen und sämtliche Getränke.

Termine 2011/ 2012:

Di, 25. Okt. 2011

Fr, 4. Nov. 2011

Do, 12. April 2012 /Saisoneröffnung

Fr, 4. Mai 2012

Fr, 22. Juni 2012

Fr., 7. Sept. 2012

Fr, 19. Okt. 2012

Anfahrt: Mit der Straßenbahn D bis Nußdorf und einem kleinen Spaziergang von zehn Minuten. Oder mit der U-Bahn 6 bis Spittelau und dann mit der S Bahn 40 nach Nußdorf. Von dort sind es dann wieder zehn  Minuten bis zur Schiffsanlegestelle. 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger.  

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