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Berlin

„Chopin“ in Berlin

Etwas versteckt im historischen Dorfkern von Berlin Wannsee liegt das auf polnisch-schlesische Küche spezialisierte Restaurant „Chopin“. Die Gerichte, die nicht einfach schlesischer Sauerbraten, schlesische Rinder-Roulade oder schlesischer Hackbraten heißen, haben Namen wie „Lustige Schwiegermutter“ oder „Schlesisches Himmelreich“.  

Chopin, ein Stück Schlesien in Berlin

Restaurant Chopin in Berlin Wannsee 

Jacek Turkowski, Inhaber Restaurant „Chopin“, lebt seit 1976 in Berlin: „Polen und Deutsche, wir haben die gleiche europäische Kultur, die gleiche Mentalität. Wir sprechen nur verschiedene Sprachen“. Deshalb ist es auch kein Zufall, sein Restaurant heißt „Chopin“, wie der Komponist. Der Komponist führte ein Leben zwischen Warschau, Wien und Paris. Fryderyk Chopin war einer der einflussreichsten und beliebtesten Klavierkomponisten des neunzehnten Jahrhunderts und gilt als bedeutendste Persönlichkeit in der Musikgeschichte, besonders in Polen. Er wurde am 1. März 1810 in Zelazowa Wola in der Nähe von Warschau geboren und starb am 17. Oktober 1849 in Paris.

Turkowski ist von Haus aus Lehrer, ein musikalischer Mensch und er spielt Geige. Als Inhaber spielt er auch die erste Geige im Restaurant: Aufmerksamkeit, persönliche Begrüßung der Gäste – ein kreatives „Verkaufsgespräch“ und das alles fördert den Umsatz.  

Starten wir unser Mahl mit einer „Steinpilzcremesuppe“ (4,90 Euro), gehen über zu „Verrückte Flugentenbrust“ und die ist in Rosmarin, Orangen und Weintrauben geschmort (14,90 Euro). Schon bevor man weiß, was das Gericht bedeutet, kann man sich vorstellen, wie es schmeckt. Einfach köstlich. Und zum Dessert: „Polonaise“, eine Komposition aus Zimt-Pflaumen-Eis mit Armagnac eingelegten Pflaumen (2,90 Euro).

Die Menükarten sind ellenlang und umfangreich. In der Küchenbrigade sind Köche aus Polen Deutschland tätig und die verstehen ihr Handwerk perfekt. Das „Chopin“ bezeichnet sich als „Schlesisches Restaurant“ und das Versprechen wird gehalten.

Schlesien ist ein Ballungsraum mit jahrhundertealter deutscher und polnischer Tradition im Bergbau- und Hüttenwesen. Spuren davon sind die vielen Technikdenkmäler und die besondere Mundart der Schlesier. Es ist deshalb auch kein Zufall, dass Turkowski sein Restaurant „Chopin“ genannt hat. Polen ist EU-Mitglied und dies sei „eine Selbstverständlichkeit“. Und doch hat sich seit dem EU-Beitritt einiges verändert. Manchmal fühlt er sich, als sei sein Restaurant eine Außenstelle des polnischen Fremdenverkehrsbüros: „Leute kommen mit 1000 Fragen zu uns“, sagt er, der inzwischen eine Mappe mit Informationen über alle Regionen Polens für seine Gäste bereithält. „Das Interesse ist riesig, seit die Grenzen offen sind“, freut er sich. Turkowski sieht noch große Potenziale im Einigungsprozess: „Wir müssen nur alle lernen, auf ein Stück Nationalstolz zu verzichten“, lautet sein Credo.

Demnächst folgt eine Präsentation seiner Heimatstadt Breslau Wroclaw und auch Lodz wird kommen. „Der Tourismus und die Wirtschaft dieser Städte wird sich vorstellen, natürlich verbunden mit schmackhaften Köstlichkeiten im Verbund mit Musik und Folklore“.  

Die Erste Geige – auch am Piano zum Jazz-Konzert

Restaurant Chopin in Berlin Wannsee 

Jacek Turkowski oder nur Jacek – wie der Patron allgemein genannt wird eröffnete im November 1994 sein Restaurant „Chopin“ und dem war vorher eine gründliche Rekonstruktion voraus gegangen. Das Haus besteht aus drei Etagen: Frederic Saal, Georges Sand Saal, ein Konzertsaal als Atelier für Jazz-Konzerte und an schönen Tagen lädt der Sommergarten zum verweilen ein.

Der Sommergarten ist ein ganz besonders romantischer Ort, unter einer 50 Jahre alten Glyzienie (Blauregen) mit südländischem Flair.

Den Konzertsaal kennt man als „Jazz Atelier“ des Hauses. Auf der „Kleinen Bühne für Große Künstler“ finden Jazz -, klassischen Konzerte sowie Tanzveranstaltungen statt. Das Jazz Atelier ist auch ein beliebter Ort für Hochzeiten.  

Vor dem Mahl bietet sich ein kleiner Spaziergang an, rund um den Stölchensee und Rohlesee, im Sommer und auch im Winter. Danach erfolgt eine Einkehr im „Chopin“. Das Essen ist hervorragend, das Bier aus Polen mundet und demnächst steht auch Wein aus Polen auf der Karte. "Ich sage Euch, dies ist ein echter Geheimtipp“, so der Patron Jacek Turkowski in seinem Restaurant „Chopin“ in Berlin Wannsee.

 

Kontakt

 

Chopin – Schlesisches Restaurant

Inhaber Jacek Turkowski

Wilhelmplatz 4, D-14109 Berlin

 

Fon 030-805 3033, www.chopin-restaurant.de

 

Täglich von 12 bis 24 Uhr geöffnet.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher, eu@reisetravel.eu

 

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