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Das Industriehotel Chemnitzer Hof
Sehr geehrte ReiseTravel User,
ich darf Sie auf eine Zeitreise bis ins Jahr 1924 mitnehmen: Sie befinden sich im ältesten noch in Betrieb befindlichem Hotel in Chemnitz. Die Lobby ist das Prunkstück des Hauses, sie ist Original getreu wieder errichtet worden. Der Lichthof mit dem verschiebbaren Dach ist einzigartig. Der Marmor ist noch Original und stammt aus Italien.
Das Jahr 1924, die Chemnitzer Industrie befindet sich auf dem Höhepunkt. Immer neue Fabriken wachsen wie Pilze aus dem Boden. Der Geschäftstourismus hat Zuwächse an die man nie geglaubt hat, leider war das Hotelgewerbe in diesem Maße nicht mit gewachsen. Es gab Hotels und Pensionen, aber auf einem recht einfachen Niveau. Ein Zeitungsreporter schrieb damals: „Wenn Sie eine Unterkunft suchen, machen Sie bitte einen Bogen um Chemnitz und schlafen bitte in den Randlagen“. Das war das Zeichen für die Stadt Chemnitz etwas zu tun und man schrieb im Jahr 1925 einen Ideenwettbewerb aus. Das war der Beginn der Geschichte des Chemnitzer Hof.
Ideenwettbewerb und Diskussion um die Gestaltung des Platzes: Dem Neubau eines Großhotels am östlichen Rand des Theaterplatzes ging ein Architekturwettbewerb voraus, indem die Stadt Chemnitz nach einer idealen Ergänzung des 1909 abgeschlossenen Ensembles suchte. Initiatoren dieser Idee, waren Chemnitzer
Unternehmer, die immer häufiger ihre nationalen und internationalen Gäste in Chemnitz zu begrüßen hatten. Auch die Handelskammer und die Stadtverordneten unterstützten das Vorhaben. Wie schon 1900 sorgte auch diese Überlegung einer Neubebauung des Platzes für heftige Diskussionen. Die in Stuttgart tätigen Architekten Paul Bonatz und F.E. Scholer erhielten für ihren eingesandten Entwurf den ersten Preis. Aber nicht diese renommierten Architekten bauten den Chemnitzer Hof, sondern der Chemnitzer Heinrich Straumer, der den 2. Platz im Wettbewerb belegte. Auch die bekannten Chemnitzer Baumeister Erich Basarke und Friedrich Wagner Poltrock reichten Entwürfe ein.
Architektur und Ausstattung: Die Lobby, war damals und ist heute wieder das Herzstück des Hotels. Über die drei Stufen gelangte man in das Hotelrestaurant, was heute der Straumer Saal ist. Von hieraus gab es Verbindungen zum Festsaal, heute der Spiegelsaal und ins Frühstückszimmer, was heute ein Teil der Küche ist. 1930 war die gesamte Küche im Kellergeschoß angesiedelt. Es wurden nur edle Materialien verwendet, das Hotelrestaurant war mit Dunkelrosenholz – Tafeln verkleidet, die Vorhänge waren tiefgelb und phantasievolle Leuchter rundeten das Bild ab. Der Festsaal hatte tiefrot bespannte Wandfelder mit Gold und Silberornamenten. Das Frühstückszimmer wurde durch zartgelbe poliert Zitronenholzrahmen dominiert die durch olivgrüne Seidenschals abgerundet wurden. Wertvolles Meißner Porzellan rundete das Bild in der Lobby ab. Aber nicht nur im Erdgeschoß konnte der Gast sich verwöhnen lassen, im Kellergeschoß befand sich die Tanzdiele, die einen eigenen Eingang vorzuweisen hatte. Hier dominierten die Farben Rot und Gold. Über den zweiten Nebeneingang gelangte man in das Café mit angrenzender Terrasse und in das Bierrestaurant auf Kellerebene. Für den eiligen Gast gab es die Grillbar, die einen direkten Zugang zur Hotelhalle hatte. Die Zimmer und Salons strahlten eine wohltuende Wärme aus, bestimmt durch brasilianisches Nussholz und edle Stoffe.
Wenn man den Baustiel beschreiben sollte fällt nur der Begriff Bauhaus ein, klare Linien und ein gutes Farbkonzept. Das Hotel hatte drei Etagen mit 164 Gästezimmern mit 207 Betten, davon hatten 60 Zimmer ein Bad und 40 Zimmer eine eigene Toilette. Der Rest musste Etagenwaschräume und Toiletten gemeinsam nutzen. Der Bau verschlang 6,5 Mil. Reichsmark und die Bauzeit betrug 1,5 Jahre, in der 4. Etage waren Personalzimmer.
Noch ein paar wichtige Daten: Gründung der Aktiengesellschaft am 1. Dezember 1927; Erster Spatenstich 07. Januar 1928; Eröffnung des Hotels 7. Oktober 1930; Übernahme durch die Russische Besatzungsmacht 15.06.1946; Öffnung des Hotels wieder für die Chemnitzer 1948; Betreibung unter der Regie HO ab 1954; Betreiberwechsel zu Interhotel 01.01.1965; Erneuter Betreiberwechsel zu GÜNNEWIG Hotels und Restaurants 01.06.1992.
Heute verfügt das Hotel über 92 Zimmer. Alle Zimmer verfügen über eigene Wanne/ Dusche, WC, Flachbildschirme, Minibar, W – Lan, Schreibtisch, Fön, Bademantel, Hausschuhe und Tageszeitung aufs Zimmer. Die zeitlos schöne Ausstattung gibt eine wohnliche Atomsphäre. Hier ist man gerne Gast, da die Zimmergröße beispielhaft ist für Hotels dieser Kategorie. Das Hotel verfügt über ein internationales Restaurant, welches im Gault Millau ausgezeichnet wurde, eine Lounge mit Blick auf den Theaterplatz, Konferenzräume bis zu 300 Personen, eine Sauna und einen Fitnessraum, sowie einen direkten Zugang zur städtischen Tiefgarage. Beachtenswert ist die Nähe zu den Städtischen Kunstsammlungen, dem Opernhaus und der Petri Kirche. Diese Nachbarn am Theaterplatz, macht das Hotel - für Kunst und Kulturreisende – zum idealen Ausgangspunkt interessanter Touren. Vom Hotel erreichen Sie in wenigen Gehminuten das Museum Gunzenhauser, den Schlossteich mit dem Schlossviertel mit seinen renovierten Fachwerkhäusern, den Kaßberg mit den neu gestalteten Gründerzeithäusern und den historischen Marktplatz. Am Haus halten Nahverkehrsverbindungen um zur <st1:PersonName w:st="on">Villa Esche</st1:PersonName>, dem Industriemuseum, dem Naherholungsgebiet Oberrabenstein oder zum Tierpark zu gelangen. Auch sind wir ein idealer Ausgangspunkt um die Schlössertour zu beginnen mit dem Schloss Augustusburg, Schloss Lichtenwalde und Burg Scharfentein.
Sehr geehrte ReiseTravel User,
bitte besuchen Sie uns doch einmal, ich würde mich sehr freuen.
Ihr
Udo Leichenring
Kontakt
Günnewig Hotel Chemnitzer Hof
Theaterplatz 4, D-09111 Chemnitz
Tel: 0371 / 6840, Fax: 0371 / 6762587, chemnitzer.hof@guennewig.de
Ein Beitrag für ReiseTravel von Su Kramer.
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