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Das Kunigunden Maß
Hallo, sehr geehrte ReiseTravel User,
gern laden wir Sie ein, zu einem kleinen Exkurs in Fragen: Lucas-Cranach Lagerbier.
Wir, Marion und Markus Steller, sind Wirtsleute und Gastgeber im Kronacher Gasthaus „Zum Scharfen Eck“
Das Gasthaus „Zum Scharfen Eck“ in der Lucas-Cranach-Strasse in Kronach wurde nachweisbar das erste Mal 1514 im Grundbuch erwähnt. Besitzer war Hans Cremer. Von 1514 bis 1871 wechselte das Haus mehr als zehnmal seinen Besitzer. Am 12. September 1871 erbte Mathilde von Renauld, verheiratete Scharf, das Haus von Ihrer Tante. Ehemann Friedrich Scharf errichtete im Haus eine Bierwirtschaft, die er „Zum Scharfen Eck“ nannte.
Dennoch wechselte in den folgenden Jahren immer erneut der Besitzer. Am 20. Oktober 1919 kaufte Fritz Müller und Ehefrau Margareta, geborene Göppner, Metzgerleute in Kronach, das „Scharfe Eck“. Diese betrieben das Gasthaus bis zum Tode von Margareta Müller 1948. 1949 pachtete der Sohn Ludwig Müller mit Ehefrau Lina das Haus von seinem Vater und seinen Geschwistern. 1960 kauft Ludwig Müller seinen Geschwistern das Gasthaus „Zum Scharfen Eck“ ab und führte dies bis Weihnachten 1972.
In den folgenden dreißig Jahren war das Gasthaus an die Lederer-Bräu (heute Tucher) verpachtet, die es mit wechselnden Pächtern bewirtschaften ließ. Seit 1919 ist das Haus im Besitz der Familie Müller/Steller und wird seit 17.06.2002 von Marion Steller, der Enkelin von Ludwig und Lina Müller und deren Ehemann Markus Steller geleitet.
Eine lange Geschichte eines Hauses mit Tradition in der Lucas Cranach Stadt Kronach. Die Gäste kommen, setzen sich an den Tisch neben den Ofen und betrachten interessiert das Ambiente des urigen Lokals. „Wo hat denn nun Cranach gesessen?“, lauten die Fragen der Touristen: „Hier im Hause ist er nicht geboren!“, lautet die Antwort. Passanten auf der Straße sagen: „Die Stadt möchte das nicht!“. Auf alle Fälle kommen die Touristen und kehren ein: Ein Schmäußbier, lautet die Bestellung.
Fachkundige Bierauskünfte
Marion und Markus Steller „Zum scharfen Eck“ in der Lucas-Cranach-Straße
Bierkunde der Brauerei Kaiserhof zum Thema Lucas-Cranach Lagerbier, von Markus Steller: Als Lagerbier bezeichnet man Biere, die etwas länger im Keller lagern, bevor man sie ausschenkt. Lagerbier ist eine historische Bezeichnung. Es wurde zu Ehren unseres berühmten Sohnes der Stadt Kronach, Lucas Cranach d. Ä. benannt, der am 4. Oktober 1472 hier geboren wurde. Das Lucas-Cranach Lagerbier erhält durch die Zugabe von etwas dunklem Malz eine rotgelbe Farbe, was dem Bier einen zusätzlichen Charakter verleiht.
Malz ist ein besonders wichtiger Rohstoff für ein gutes Bier, denn Malz gibt dem Bier seine Geschmacksfülle und seine Farbe. Hopfen ist die „Seele des Bieres“. Hopfen gibt dem Bier Aroma und seinen typischen, herben Geschmack. Auch die feste Schaumkrone auf einem frisch eingeschenkten Bier verdanken wir dem Hopfen. Hefe macht unser Bier zum "geistigen" Getränk. Bei dieser Gärung entstehen aus Malzzucker Kohlensäure und Alkohol. Wasser Ist der Hauptbestandteil vom Bier. Verwendet wird zum Brauen allerdings besonders hochwertiges Wasser. Oft übertrifft seine Qualität die des üblichen Trinkwassers. Die Brauerei Kaiserhof besitzt selbst noch einen eigenen Brunnen, aus dem dieser Rohstoff gefördert wird. Bier enthält wichtige Vitalstoffe, wie Vitamine, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Aminosäuren, Hopfenbitterstoffe sowie organische Säuren. Darüber hinaus ist Bier auch fast frei von Fett und ohne jedes Cholesterin.
Das Kunigunden Maß

Seit dem Viertelmeister-Tag gilt für Kronach eine neue Maßeinheit: die Kunigunden-Maß. Diese historische Maßgröße, die vor der bayerischen Zeit in Kronach gegolten hat, wurde nun am Viertelmeister-Tag im Einvernehmen mit den Schankwirten und beglaubigt durch Bürgermeister, Stadtvogt und Viertelmeister als offizielles Maß für Flüssigkeiten, die an historischen Festen ausgeschenkt werden, eingeführt.
Die Maßnahme des Stadtvogtes hat seine Berechtigung und ist historisch begründet. In den Grünen Stadtbüchern ist es nachzulesen. Bis zur Einführung einheitlicher Maße und Gewichte im Jahre 1809, galten in Kronach die Maßeinheiten des Hochstiftes Bamberg und besonderes „Cronacher Maß und Gewicht“.
Früher wurden Flüssigkeiten – wie Bier - in Fuder, Eimern, Maß, Seidel, Quart und Achtel gemessen. Daraus folgt, dass der Bräumeister sein Bier fortan in Fudern anzuliefern und es in Eimern an die einzelnen Schankwirte zu verteilen hat. Der Eimer hat aber nur wenig mit unserem heutigen – Haushalt - Eimer gemein. Ein Eimer Bier fasste nach heutigen Maßeinheiten 64,142 bzw. 68,416 Liter, je nachdem, ob es sich um Schenkeimer oder Visiereimer – Biereimer - handelte. Aus den Eimern konnten 60 Maß bzw. 64 Maß Bier ausgeschenkt werden. Zur Kunigunden-Maß heißt es im Band IV der Fehn´schen Chronik von Kronach: „Der Wein- oder Biereimer hält 64 Kunigunden-Maß.“
Die Kunigunden-Maß war zur damaligen Zeit „das Maß der Maß“ und sie soll es nach Auffassung des Stadtvogtes hier in Kronach wieder werden, um auch im Trinken eine gewisse Authentizität zu erreichen.
Da sich die kommerziellen Maßkrughersteller nicht so schnell auf diese Maßeinheit einstellen werden wollen, obliegt es dem Stadthäfner für die entsprechenden Behältnisse zu sorgen. Er hat – und dies auch in seiner zweiten Funktion als Kandelgießer - im Einvernehmen mit den Viertelmeistern, die Kunigunden-Maß auf 1 1/8 l festgelegt. Von dieser großzügig bemessenen Maßeinheit, soll in diesem Jahr eine limitierte Reihe gefertigt werden. Die Käufer des Kunigunden-Kruges erwerben das Privileg zum historischen Stadtfest eine Kunigunden Maß zu genießen, aber nur eine bayerische Maß zu bezahlen. Die Krüge können nach dem Viertelmeister-Tag beim Stadthäfner erworben werden.
Hier wird das Kunigunden Maß hergestellt: Töpferei Schäuble

Die Kunigundenmaß sind in der Töpferei von Markus Schäuble vorrätig. Der Kunde kann den Krug sofort mitnehmen und, wenn er will, 100 Meter weiter die erste (im Kaufpreis enthaltene) Füllung im „Scharfen Eck“ genießen. Die Maß wird fortlaufend nummeriert und mittlerweile sind schon 252 Krüge im bierfröhlichen Umlauf von Kronach bis München.
Der gelernte Keramiker dreht sie frei von Hand auf einer fußbetriebenen Drehscheibe in seiner Werkstatt in der oberen Stadt. Er verarbeitet eine Steinzeugmasse, die hoch gebrannt (1240 Grad) vollständig dicht und gebrauchsfähig ist. Durch die transparente Glasur behält der Krug seinen ursprünglichen Farbton.
Einmal im Jahr entwickelt Markus Schäuble zusätzlich eine limitierte Sonderedition der Kunigundenmaß.
2008 überraschte er die Kronacher und natürlich alle Besucher der Stadt, mit einer weißglasierten Maß mit Fayencemalerei, die Heilige Kunigunde oder das Stadtwappen als Motiv, veredelt mit einem Zinnfuß und Zinndeckel.
Neben einer kleinen aber feinen Auswahl an normalen Bierkruggrößen (1, ½, ¼ l) bietet die Werkstatt noch Geschirr- und Pflanzkeramik an, die bewundert, gekauft und bestellt werden kann.
Geöffnet von Mittwoch bis Freitag von 10 – 18 Uhr und Samstag von 10 – 14 Uhr. Töpferei Schäuble, Amtsgerichtstrasse 23, D-96317 Kronach, Tel.: 09261 5048 39.
Erst das Kunigunden Maß,

dann gibt es diese Urkunde!
"Das Kunigundenmaß, ist ein altes Hohlmaß und wurde bis 1809 im Hochstift Bamberg als Maßeinheit für flüssige und feste Stoffe verwendet. Auch in Kronach, das ja zum Hochstift gehörte, verwendet man diese Maßgröße um Korn oder auch Bier handelsgerecht zu portionieren. Nach oben ergaben 64 Kunigunden-Maß einen Eimer, von denen 12 wiederum ein Fuder ergaben, was damals die größte Maßeinheit für Flüssigkeit war. Nach unten konnten aus einen Kunigunden-Maß 2 Seidel, aus einem Seidel 2 Quart und einen Quart 2 Achtel geschöpft werden. Das Achtel entspricht nach heute gebräuchlicher Maßeinheit 0,1335 Liter. Füllen Sie die Kunigunden-Maß mit einem „Schmäußbier“ und nehmen Sie sich Zeit für die Berechnung der Menge Bier, die sie jetzt beginnen zu genießen“.
Bier macht auch nicht dick, sondern höchstens Appetit. Gerade in unseren stressgeplagten Zeiten ist Bier in vernünftigen Mengen damit auch ein sanftes, erfrischendes Beruhigungsmittel. Hopfen und der Alkohol entspannen die Nerven.
Liebe ReiseTravel User,
wir hoffen, Ihnen hat unser kleiner Exkurs in Fragen: Lucas-Cranach Lagerbier zugesagt. Kommen Sie uns doch einmal besuchen. Von unseren Gästen werden wir oft gelobt, wegen der Küchenspezialitäten.
Also bis bald,
Eure Marion und Markus Steller
Kontakt
Gasthaus und Vinothek „Zum Scharfen Eck“
Lucas-Cranach-Straße 2, D-96317 Kronach
Fon 09261-965659, info@scharfeseck.de
FRANKENWALD TOURISMUS Service Center
Adolf-Kolping-Straße 1, D-96317 Kronach
Fon 09261-6015-0, Fax 09261-6015-15, mail@frankenwald-tourismus.de
www.frankenwald-tourismus.de - www.frankenwald-kulinarisch.de
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher
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