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Wachsenburg bei Arnstadt

Rost brennt!

Unterhalb der „Feste Wachsenburg“, eine der „Drei Gleichen“, im Dorf Holzhausen befindet sich ein einmaliges Museum und dies ist ein beliebtes Ziel:

Die echte Thüringer Rostbratwurst, erstmals 1404 in Arnstadt erwähnt, hat mit dem 1. Deutschen Bratwurstmuseum hier ein ideales Zuhause gefunden. Der Besucher findet facettenreiche Details zum Thema: Bratwurst 

Gleich vorweg: Eine Thüringer Bratwurst isst man in Andacht, dies ist schließlich ein kulinarisches Geschmacksereignis mit Tradition.

Verlockendes Reiseziel:

Feste Wachsenburg

Feste Wachsenburg

Die Thüringer Rostbratwurst verfügt über eine jahrhundertealte Tradition. Die älteste bekannte Erwähnung einer Bratwurst findet sich in einer Abschrift der Propstei-Rechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters von 1404. Dort heißt es wörtlich: „1 gr vor darme czu brotwurstin“ (1 Groschen für Bratwurstdärme) Das älteste bekannte Rezept befindet sich im Staatsarchiv Weimar. Es stammt aus der „Ordnung für das Fleischerhandwerk zu Weimar, Jena und Buttstädt“ vom 2. Juli 1613. Ein weiteres Rezept enthält das „Thüringisch-Erfurtische Kochbuch“ aus dem Jahr 1797, das auch eine geräucherte Variante erwähnt. Zur Herkunft Thüringer Rostbratwurst gibt es zahlreiche regionale Sagen, die die Entdeckung dem jeweiligen Ort oder Landstrich zuschreiben, ohne Belege dafür vorweisen zu können. Siehe: Das große Thüringisch-Erfurtische Kochbuch oder deutliche Anweisung zu Bereitung schmackhafter Speisen, Backwerks und allerlei dahin einschlagenden Früchte, Säfte etc.. 2 Bde. Erfurt (1797–1798)  

Das Spitzenerzeugnis Thüringer Röstkunst isst man natürlich nicht mit Messer und Gabel von einem Teller, sondern aus der Hand. Im aufgeschnittenem Brötchen, an deren Enden die Wurst herausragt. Bitte alles im festen Griff halten.

Bratwurstgesetze 

Laut EU-Verordnung ist die Thüringer eine mindestens 15 cm lange, mittelfeine Rostbratwurst im engen Naturdarm, roh oder gebrüht, mit würziger Geschmacksnote. 

Gemäß § 5 der Hackfleischverordnung müssen rohe Thüringer Rostbratwürste am Tag ihrer Herstellung verbraucht werden (mit Ausnahme von Gaststätten bis zum Ende ihrer Öffnungszeit, wenn sie über 24 Uhr hinausgeht). Gebrühte oder vorgegrillte Würste dürfen 15 Tage, die unmittelbar nach der Herstellung tiefgefrorene Wurst bis zu sechs Monate, aufbewahrt werden. 

Zur Herstellung echter Thüringer wird fein gehacktes Schweinefleisch verwendet. Neben Salz und Pfeffer werden insbesondere spezielle Gewürze verwendet. Die Gewürzmischungen variieren je nach überlieferter Rezeptur oder regionaler Ausprägung. Mindestens 51 Prozent verwendeter Rohstoffe müssen aus der Region Thüringen stammen. Diese Zutaten werden gut miteinander vermengt und in einen sehr feinen Schweinedarm gefüllt. 

Die bekannteste Zubereitungsart für rohe oder gebrühte Bratwürste ist das Braten – landläufig wird dies auch Grillen genannt - über Holzkohle auf einem Rost. Eine dunkle Kruste ist erwünscht. Kennzeichnend für sachgemäße Zubereitung ist eine gleichmäßige Bräune der gebratenen Wurst. Möglichst ohne hellere Längssteifen, die durch zu seltenes Wenden der Bratwurst entstehen. „Rost brennt!“ lautet der Slogan und der kommt an.

 

Auf Grund der Bedeutung der Thüringer Rostbratwurst für die Thüringer Lebensart und auch mit dem Ziel der Tourismusförderung wurde das 1. Deutsche Bratwurstmuseum in Holzhausen eröffnet. Gleich daneben ein uriges Restaurant und natürlich mit Rostbratwurststand!

Feste Wachsenburg 

Das Museum liegt am Fuße der „Feste Wachsenburg“. Diese Veste, eine der drei sagenumwobenen „Drei Gleichen“, erhebt sich schon seit dem 13. Jahrhundert aus dem Vorland Thüringens und bietet Besuchern einen einzigartigen Rundblick.

Heute steht die Burg für Erholung und Gastfreundschaft. Das Hotel bietet eine Hochzeitssuite und mehrere Zimmer. Ein Doppelzimmer kostet 90 Euro mit Frühstück. Thüringer Gastlichkeit erwartet die Gäste im Restaurants „Patrick Wagner“, im Burgverlies, Rittersaal und im Innenhof.  

Auf der WachsenburgFeste Wachsenburg 

Burgherr Georg Wager (l.) und Stefan Hartbauer, Tourismusmarketing Arnstadt  

Der Burgschatz: Die Sagen erzählen von einem Schatz, der in den Gewölben des Burgkellers ruhen soll. Ein Schädel, umgeben von kostbaren Edelsteinen, den man am Burgtor ausgrub, ist auf geheimnisvolle Weise wieder verschwunden. Sie erzählen von dem Geist eines Edelfräuleins, der auf der Burg umgeht, die Schöne war dem Ritter Apel nicht zu Willen und wurde deshalb von ihm umgebracht.

„Lassen wir uns jedoch nicht bange machen, nehmen wir lieber den Spruch mit auf den Weg: „Hier liegt vom Buche Thüringens eine der herrlichsten Stellen vor uns aufgeschlagen . . . diese Burg, jene Städte, selbst jener jetzt nackte Hügel geben dem Stoff zum Nachdenken genug, der diese Stelle commentieren möchte“. Ludwig Bechstein, Sammler und Erzähler von Märchen, der zeitweilig in Arnstadt lebte und wirkte, empfand so seine Wachsenburg-Besteigung. Wie ihn, veranlasste das alte Gemäuer auch andere zum "commentieren", sagt der heutige Burgherr Georg Wagner  

Ein letzter Blick in die Weite Thüringens und zurück in das 1. Deutsche Bratwurstmuseum: „Bitte eine echte Thüringer!“

Feste Wachsenburg 

„Jeder kundige Bratwurstesser nimmt vor dem ersten Biss die für einen ungetrübten Genuss erforderliche und für den Neuling dringend anempfohlene Körperhaltung ein.
Da der Wurst die innerliche Beschaffenheit, fett oder trocken, von äußerlich nicht anzusehen ist, beugt man den Oberkörper vor, reckt das Kinn, schürzt die Lippen und nimmt den lockenden, noch sehr heißen Zipfel erst einmal prüfend zwischen die Zähne.
Zum unvermeidlichen Preis des Hochgenuss gehören die dabei fettig werdenden Hände. Wer nach dem Verzehr einer Thüringer Bratwurst nicht mit spitzen Fingern in seinen Taschen nach einem Schnupftuch angeln will und den Umstehenden keine ulkigen Körperverrenkungen vorführen möchte, der sorgt schon vorher für ein griffbereites Tuch“, lautet die Devise im 1. Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen bei Arnstadt. 
 

Öffnungszeiten Mai bis September Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Oktober bis April Sonntag und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr. Oder jederzeit auf Voranmeldung.

Kontakt

 

1. Deutsches Bratwurstmuseum

Hinter dem Gute 2, D-99310 Wachsenburggemeinde OT Holzhausen

Fon 03628-604412, info@bratwurstmuseum.net

 

www.bratwurstmuseum.net

 

Veste Wachsenburg

D-99310 Wachsenburggemeinde

Fon 03628-74240, info@wachsenburg.com

 

www.wachsenburg.com

 

Tourist-Information Arnstadt

Markt 1, D-99310 Arnstadt

 

www.arnstadt.de 

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher, eu@reisetravel.eu

 

 

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