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Wladimir

Das Erlangen-Haus

Das „Erlangen-Haus“ entstand in zweijähriger Bauzeit als Kooperationsprojekt der Städte Erlangen und Wladimir. Mit der Sanierung des Ende des 19. Jhds. Gebauten ehemaligen Kaufmannshauses, von dessen architektonischem Stil nur noch vier in Wladimir übrig waren, wollten die beiden Städte nicht nur ein Beispiel für die gelungene Bewahrung des historischen Stadtkerns geben, sondern auch der Partnerschaft neue Entwicklungsmöglichkeiten schenken.  

Das „Erlangen-Haus“

Erlangen Haus Wladimir Russland

Ein kleines gemütliches Hotel in Wladimir 

Das „Erlangen-Haus“ ist eine Einrichtung nach russischem Recht und wird in paritätischer Zusammensetzung von Vertretern beider Städte geleitet. Ziel des Hauses ist die Entwicklung kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Verbindungen.  

Die kostspielige und arbeitsaufwendige Sanierung wurde nur möglich dank einer in Erlangen durchgeführten Bausteinaktion und großzügigen Spenden von Erlanger Firmen wie „Siemens“, „OBI“, „Niersberger“, „Haberzettl“, „Mauss“, „ESTW“ und dem ehrenamtlichen Einsatz deutscher Handwerker. Der Anteil Wladimirs drückte sich vor allem in der Wiederherstellung bzw. Neuverlegung aller Anschlüsse, der Unterbringung der Handwerker aus Erlangen und in der Beteiligung von eigenen Fachleuten aus. Das „Erlangen-Haus“ entwickelte sich zum Zentrum der Partnerschaftsbeziehungen, wo regelmäßig verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen und Präsentationen stattfinden und die Wladimirer Zugang zu aller Art von Information über die Partnerstadt und Deutschland erhalten.

Das Gebäude beherbergt Büros für zwei Wladimirer Firmen und einen kleinen Hoteltrakt (vier Doppelzimmer und eine kleine Wohnung), dessen Tür für Gäste aus aller Welt offensteht. Besondere Bedeutung kommt den Deutschkursen zu, die mit Unterstützung des Goethe-Instituts Moskau organisiert werden. Bereits seit dem Jahr 2000 legen Kursteilnehmer erfolgreich Deutschprüfungen ab und erhalten ein international gültiges Zeugnis. 2001 erhielt das „Erlangen-Haus“ für seine qualifizierten Unterricht den Status eines Sprachlehrzentrums des Goethe-Instituts. 

Städtepartnerschaft Erlangen - Wladimir

Rekordverdächtig ist die Dauer: Bereits 1983 wurde die Partnerschaft zwischen den Städten Erlangen und Wladimir besiegelt. Rekordverdächtig ist auch die Geldsumme, die seitdem in die gemeinsamen Begegnungen, Aktivitäten und Projekte floss: Einschließlich humanitärer Hilfe und Sachspenden sind es schätzungsweise 20 Millionen Euro. Und ein Rekord könnte auch die Vielzahl der Beteiligten sein: Von Jugendlichen bis zu Kriegsveteranen, von Schulen über Volkshochschule bis zu Universitäten und Instituten, von karitativen Organisationen bis zu Wirtschaftsverbänden, von Medizin bis Umwelt, von Laienchören bis zu Profiensembles, von Fachkontakten bis hin zu Bürgerreisen und Volksfesten. Das Verständnis der beiden Städte war es von Anfang an, eine Bürgerpartnerschaft gestalten zu wollen. Dementsprechend haben vor allem die Bürgerreisen und -feste mit bis zu 350 aktiven Teilnehmern seit 1986 einen festen Platz im umfangreichen Veranstaltungsprogramm. Sie bringen Deutsche und Russen einander persönlich näher und haben sich zur Plattform für verschiedene »Ausgründungen« entwickelt. Seit 1995 gibt es eine eigene Anlaufstelle für die Partnerschaft in Wladimir, das Erlangen-Haus. Dies sei die »Botschaft« der Kontakte mit Gästetrakt, Büroräumen und Deutschkursen, von wo aus die Partnerschaft gemeinsam mit beiden Stadtverwaltungen gestaltet wird. Dieses Netz ermöglicht weitere Vorhaben: Sei es Zusammenarbeit bei langfristigen Projekten im Sozialen (Hospiz), in der Infrastruktur (Flughafen) oder für Schulen und Jugendliche (zwei Internetportale). Oder im Bereich der Stadtverwaltung und öffentlicher Aufgaben (Kläranlage, Fernwärmeversorgung, öffentlicher Personennahverkehr, Profilierung Wladimirs beim »e-government«). Es scheint kein Thema zu geben, das die beiden Städte nicht schon gemeinsam in Angriff genommen hätten.

Die enormen Aktivitäten und ihre Erfolge finden auf beiden Seiten reges Interesse, auch weit über die Stadtgrenzen hinaus; positive Medienberichte ist man bereits gewohnt. Und das gute Beispiel hat Schule gemacht: Aus der Kooperation entstand die Städtepartnerschaft Rothenburg - Susdal, und die Verbindungen Nördlingen -Jurjew-Polskij sowie Höchstadt – Krasnogorsk erhielten wichtige Anregungen.

 

Kontakt

 

Erlangen Haus

Bolschaja Nischegoradskaja 25

RUS-600020 Wladimir

Fon 007-0922-323795

 

www.erlangen.ru - www.erlangen.de - www.vladimir-city.ru

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Peter Steger. peter.steger@stadt.erlangen.de.

 

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