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St. John’s

„Dem Gast mehr bieten, als er erwartet”

Es sind drei Männer, die in einem Atemzug mit Antigua, eine der kleinsten Inselnationen der Karibik, genannt werden: Lord Nelson, Eric Clapton und Gordon „Butch“ Stewart. Der erste diente im 18. Jahrhundert als junger Offizier auf dem wichtigsten Flottenstützpunkt der britischen Flotte in der Karibik. Der zweite fand auf dem lediglich 280 Quadratkilometer großen Eiland den optimalen Platz um seine Drogen- und Alkoholsucht zu bekämpfen und für die Zukunft einen exklusiven Altersruhesitz auszuwählen. Fast wie ein Märchen klingt auch die Geschichte vom dritten der Männerrunde: Gordon „Butch“ Stewart, der über ein Imperium herrscht, zudem allein 17 Resorts in der Karibik, die Appliance Traders Ltd. und die Zeitung „The Observer“ gehören.

Alles in allem steht er an der Spitze von zwei Dutzend verschiedenen Unternehmen, die zusammen die größte privatwirtschaftliche Gruppe Jamaikas bilden. Sie sind größter Devisenbringer des Landes und gleichzeitig größter Arbeitgeber nach der Regierung. Analysten schätzen den Wert des Stewart-Reichs mit Sitz auf Jamaika auf mehrere US-Milliarden Dollar. Als der „Meister des Marketing“, „Amor der Karibik“ und logischerweise „König der All-inclusive-Resorts“ wird der Gründer und Chairman der Sandals & Beaches Resorts  bezeichnet.

Am 6. Juli 1941 in Kingston, Jamaika, geboren wuchs Gordon „Butch“ Stewart an der Nordküste der Insel auf, einem tropischen Paradies, zu dem einige der schönsten Strände der Welt zählen. Nach dem Highschool-Abschluss ging Stewart zunächst zum Studium nach England. Doch schon kurz danach stieg er in das Klimaanlagen-Geschäft ein und gründete 1968 mit nur 3200 US-Dollar Startkapital eine eigene Firma. Er war 27 Jahre jung, als er auf Jamaika sein erstes Geschäft gründete. Als er die Position des Salesmanagers bei der renommierten niederländischen Curacoa Trading Company erreicht hatte, verließ Stewart das Unternehmen und machte sich mit Appliance Traders, Ltd. (ATL) selbstständig. ATL, ursprünglich als Service-  und Vertriebsorganisation für Klimaanlagen gegründet, expandierte rasch und erweiterte die Produktpalette um Kühlschränke, Gefriertruhen und weitere Geräte. Das tropische Klima verhalf dem Jungunternehmer mit seiner Firma zu einem kometenhaften Aufstieg. 

Gordon Butch Stewart

 

Gordon “Butch” Stewart zusammen mit seiner Tochter Jaime Stewart-MCConnell und seinem Sohn Adam, der jetzt für das Imperium mitverantwortlich ist

 

„Erfolg im Geschäft ist keine Frage von Glück. Erfolgreiches Business ist vielmehr das Resultat harter Arbeit, logischen Denkens – und einer ordentlichen Portion Humor“ – für Gordon „Butch“ Stewart jedenfalls. Mit ungebremster Energie und einem feinen Gespür für das Machbare hat sich der inzwischen 68jährige jamaikanische Multi-Unternehmer ein Firmen-Imperium aufgebaut, dessen Herzstück heute die First-Class-Resorts der Sandals & Beaches Hotelkette bilden.

Anfang der 80er Jahre hatte „Butch“, ohne Erfahrung im Hotelgeschäft, ein paradiesisches Konzept im Kopf. Nicht weniger als der Garten Eden war sein Vorbild.

Die Sandals-Erfolgsstory begann 1981. Da kaufte der gebürtige Jamaikaner das heruntergekommene Bay Roc Hotel - um dort seine Vision eines „Couples only“-Hotels zu verwirklichen. Das Haus wurde aufwendig renoviert, in Sandals Montego Bay unbenannt und ausschließlich für Paare konzipiert, die eine schöne Zeit zu zweit erleben wollen. In diesem neuartigen Hotel waren zudem Sportangebote, Essen, Getränke, Steuern und Trinkgelder bereits im Pauschalpreis inkludiert – die Geburtsstunde eines niveauvollen All-inclusive-Modells, das fortan Jamaika und die Karibik erobern sollte. Noch immer ist das Sandals Montego Bay das Flaggschiff der weltweit beliebtesten und mit zahllosen Preisen ausgezeichnete Resortkette mit All-inclusive-Leistungen auf höchstem Niveau.  

Bald war der Aufstieg der Sandals Resorts nicht mehr zu stoppen, und parallel zur Expansion seiner Resorts führte Stewart weitere Neuigkeiten ein, die einzigartig in der Karibik waren, so zum Beispiel die erste Pool-Bar oder den Fön als Standard im Bad.  „Butch“ ist der „Erfinder“ des inzwischen geschützten  „Ultra-all-inclusive“ mit, bis in die heutige Zeit, unübertroffener Qualität. Längst ist den Experten der Hotelbranche, die anfangs über den Newcomer und seine Geschäftsidee geschmunzelt hatten, das Lachen vergangen.  

Gordon Butch Stewart

Traumhotel in der Karibik: das Sandals Grande Antigua Resort & Spa  

Natürlich, so räumt Stewart ein, habe er das All-inclusive-Konzept nur für Paare nicht erfunden. Dass er dennoch als “König der All-inclusives“ gilt, sicherte er sich durch absolute Treue zu seinem Prinzip: alle Gäste zufrieden zustellen nach dem Motto „Wir können es noch besser“. Wo andere All-inclusive-Anlagen Mahlzeiten und Zimmer zu einem festen Preis anboten, beinhalteten die Preise bei Sandals zu dem Gourmet-Menüs, Premium-Markengetränke, Trinkgelder, Flughafentransfers, Steuern sowie sämtliche Sportaktivitäten zu Wasser und an Land. Die Konkurrenz bot Mahlzeiten mit Buffets an? Also führte Stewart A-la-carte-Restaurants mit hohem kulinarischen Anspruch und ausgezeichnetem Service ein. Überdies war Sandals Resort International die erste Hotelkette der Karibik mit Kingsize-Betten und Fön auf dem Zimmer, die erste mit Whirlpools, die erste mit Satellitenfernsehen und die erste mit Swim-up-Poolbars.  

2005 verkündete Stewart im Bereich „Heirat im Urlaub“ wieder eine in der Branche völlig neue Innovation: Die konzerneigene Hotelgesellschaft ging eine Partnerschaft mit dem gefeierten amerikanischen Promi-Hochzeitsplaner Preston Bailey ein. Seither können Gäste, die in einem Sandals oder einem Beaches Resort heiraten, eines der vier exklusiven Preston Bailey Signature Wedding Moons® Arrangements buchen. Damit war der nächste Geschäftsschritt bereits vorgezeichnet, denn wo geheiratet wird, sind Kinder nicht mehr weit: 1997 eröffnete Gordon „Butch“ Stewart in Negril sein erstes Beaches Resort, in dem neben Paaren auch Familien und Singles willkommen sind.

Inzwischen ist eine Auslastung von 85 Prozent das ganze Jahr über und eine Stammgästequote von 40 Prozent beispiellos. Insgesamt zählt Gordon „Butch“ Stewart heute zehn Anlagen auf Jamaika, drei auf St. Lucia sowie jeweils eine auf den Bahamas, Antigua (siehe eigene Reportagen über die Insel und Gerald Christ), Kuba und auf den Turks & Caicos Inseln zu seinem Imperium.

1994 unterzeichnete Gordon „Butch“ Stewart eine Vereinbarung zur Übernahme der Führung von Air Jamaica, der größten Regionalfluggesellschaft der Karibik. Als Stewart übernahm, bestand er auf einer passagierfreundlichen Abwicklung: pünktlicher Service, kurze Warteschlangen, mehr Schulungen für das gesamte Personal. Wie zuvor schon bei ATL und Sandals Resorts, erwies sich sein Konzept auch für die Air Jamaica als erfolgreich. Als er die Fluggesellschaft vor fünf Jahren an die Regierung zurückgab, verzeichnete diese eine Umsatzsteigerung von mehr als 250 Millionen US-Dollar. Hunderte von Preisen zeichnen die Person und das Werk Gordon „Butch“ Stewart aus. Noch immer weitgehend unbekannt ist jedoch das Ausmaß seiner Philanthropie – die neoklassische Wortschöpfung aus dem 18. Jahrhundert bedeutet nichts anderes als Menschenliebe und -freundlichkeit. So fördert Sandals Resorts International zur Zeit mehr als 150 wichtige Projekte in den Gemeinden, in denen sich insgesamt 20 Resort-Anlagen befinden. Die Unterstützung reicht vom Bau von Schulen hin zur Bezahlung von Lehrern, von der Versorgung von Krankenhäusern mit Bettwäsche bis hin zur Versorgung von Menschen, die sich keinen Arzt leisten können. In seiner Heimat spendete Stewart eine Million US-Dollar um die Inflation zu stoppen und den Wechselkurs zu regulieren.

 

Kontakt

 

Sandals & Beaches Resorts

An St. Swidbert 11, D-40489 Düsseldorf

Telefon +49 (0) 211 – 4057700, Fax +49 (0) 211 – 4057702, info@sandals.de

  

Ein Beitrag für ReiseTravel von Ludwig Mario Niedermeier/MN-InfoText.

 

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Unser Autor: Lifestyle-Reporter Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv aus aller Welt Hotels & Restaurants vor. Orte, wo Gemütlichkeit und Wohlfühlen im Vordergrund stehen, Häuser, die zu jeder Zeit besuchenswert sind. 

 

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