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Vitalhotel Verdinser Hof
Alles was das Herz begehrt: „Hier war früher der Kuhstall“, erklärt Dr. Karl Illmer und deutet auf den Speisesaal im Verdinser Hof und schmunzelt. Seine Eltern haben schon in den 50er Jahren die Pension „Schöne Aussicht“ in Schenna gebaut, die es heute noch der Verdinser Seilbahn gibt. Als am 14. November 1957 die ersten Gäste aus Osnabrück neugierig erwartet wurden, ist der junge Karl gerade auf einem Pferd vom Feld zum Haus zurück geritten. Plötzlich scheute das Pferd vor einem großen schwarzen Ungeheuer, einem Mercedes, dem ersten Auto in der Region. Die Frauen im Auto hatten wiederum panische Angst vor dem Pferd. Karl beleitete die Familie mit Tochter und Sohn zur Pension. Aus dieser Begegnung ist eine lebenslange Freundschaft mit der Familie entstanden. Karl studierte, promovierte, wurde Rechtsanwalt und kaufte von seinem Einkommen seinem Bruder die Anteile am Bauernhof ab. Der sich mit dem Geld eine Tischlerei aufbaute. 1968 entstand an der Stelle des Bauernhofs ein kleines Hotel mit 20 Betten. Im Laufe der Jahre wurde das Haus immer weiter ausgebaut, bis es in seiner heutigen Größe dasteht. Das Hotel ist mein Herzblut, sagt Karl Illmer.
Das schönste am Vier-Sterne Hotel ist der Panoramablick über den Pool und die Wiese über den Meraner Talkessel, das gesamte Burggrafenamt bis tief hinein in den Vinschgau zu Ortler, Königspitze und Cevedale. „Wir haben hier mehr Sonnenstunden als Meran“, sagt Karl Illmer stolz. Schenna ist mit 200 Sonnentagen im Jahr quasi der Balkon von Meran.
Heike, Karl Illmers Frau, legt Wert auf das Ursprüngliche, ohne das es dabei altmodisch wirken soll. Altes und Tradition bewahren ist ganz in Ihrem Sinn, denn der Gast soll sich in heimeliger Atmosphäre einfach wohlfühlen. Die behaglichen Zimmer sind hell und groß, entweder man genießt die Aussicht auf die Apfelplantagen oder den Vinschgau. Die Philosophie von Heike Illmer und oberstes Gebot für das Hotel ist Freundlichkeit. Die Atmosphäre im Hotel ist deshalb lässig und fröhlich. August der Barchef, plaudert mit jedem Gast und ist immer zu Scherzen aufgelegt. Außerdem merkt er sich die Gästenamen sofort.
Das „Alpine Wellnessdörf“ ist ein ganz spezieller Ort. Alte Kastanienschwellen führen im Freien bergab bis zur Apfelplantage. In der Almsauna sieht man durch die große Panoramascheibe bis zur Kirche von Rifian. Beim Ausruhen nach dem Saunagang wird die wohltuende Ruhe nur durch Vogelgezwitscher, das leise Geläut der Schafglocken und das Rauschen des kleinen Baches unterbrochen. Außerdem gibt es noch eine Lehmsauna. Das Sissibad, ein großer gemütlicher Holzzuber mit 38 Grad warmen eisenhaltigem Wasser aus der hauseigenen Quelle ist ideal zum Kleine gemütlich Ecken laden zum Ausruhen und Wasser oder Teetrinken ein. Für einen Vitaminstoß steht auch immer frisches Obst parat.
Durch die moderne Vital-Residenz führt ein Kuarndl, ein kleiner Waal mit dem Wasser aus der eigenen eisenhaltigen Quelle. Die Felsen auf denen das Haus steht sind als Elemente in die Ausstattung miteingezogen. In Südtirol dominiert der Apfelanbau. Ganz im Zeichen des Apfels sind auch die Anwendungen. Apfelbad, Gesichtsmaske mit Apfelhonig und eine Massage mit Apfelaromen führen zu sichtbaren Ergebnissen. „Pektin verursacht ein leichtes Peeling und die Fruchtsäure gibt der Haut Feuchtigkeit und Straffung, so sagt die Fachfrau Renate, die Chefin in der Vital Residenz.
Den Gaumen verwöhnt Jürgen Schmitt, der Chefkoch. Er war Witzigmannschüler und das schmeckt man auch. Die Suppen sind so gut, dass sogar ein Suppenkaspar nicht nein sagen kann. Sein Thema ist „Tradition mit kosmopolitischen Trends zu verschmelzen“, wobei er vor allem Wert auf die traditionellen Wurzeln und Kochverfahren der mediterranen und Südtiroler Küche legt. Die Speisekarte ist von Erzeugnissen der jeweiligen Saison geprägt. Im Herbst sind Kürbis, Pilze und Trüffel und im Frühling Bärlauch und Spargel die Favoriten.
Zu dem Hotel gehört die rustikale Verdinser Dorfstub’m mit Garten mit der
traditionellen Südtiroler Küche. Es werden die typischen Schmankerln wie Kiachl’n, Krapfen, Knödel, Gröst’l und Brettljause angeboten.
Das Auto kann der Gast im Verdinserhof in der Garage stehen lassen, denn gleich neben dem Hotel ist eine Bushaltestelle. Im Frühling, wenn die höheren Lagen noch mit Schnee bedeckt sind, laden leichte Waalwege zum Wandern ein. Eine Wanderung führt mit dem Bus nach St. Georgen und dann auf Schusters Rappen zuerst durch die Apfelplantagen am Schloss Goyen vorbei. Dann führt der schattige Weg zum Schloss Labers, das heute ein Hotel ist und weiter geht es durch Weingärten bergab bis zum Schloss Trauttmansdorff. Hier hat sich schon Kaiserin Elisabeth, Sissi genannt, ab 1870 mehrmals erholt. Die prachtvollen Gärten, sind terrassiert, wie ein Amphitheater angelegt, in denen Pflanzen aus aller Welt durch Schönheit und Duft betören.
Bei einer anderen Wanderung geht es wieder mit dem Bus nach St. Georgen und dann auf dem Schenner Waalweg immer am restaurierten Waal entlang bis zum Höhepunkt der romantischen Katzenleiter, einer in den Felsen gehauen Treppe, die etwas Kondition erfordert. Unter wild wachsenden essbaren Kastanien, Erlen und Birken führt der Weg zumeist am Waal entlang. Die ältesten Waale sind aus dem 13. Jahrhundert und dienen heute noch genauso zur Bewässerung der Plantagen wie damals. Wenn man Glück hat kann man auch mal eine Gämse oder einen Auerhahn erspähen. An der Talstation der Taser Seilbahn vorbei führt der Weg bis zu Frieda vom Lechnerhof. Da kann man beim Apfelstrudelbacken zusehen, mitbacken und vor allem probieren. Auf dem steilen Wiesersteig geht es wieder zurück zum Hotel Verdinser Hof.
Kontakt
Vitalhotel, Verdinser Hof, Verdins 42, I-39017 Schenna, Tel. 0039-0473-949423, info@verdinserhof.it, www.verdinserhof.it. Philosophie: Freundlichkeit ist oberstes Gebot im Haus. Lage: Auf dem Balkon über Meran mit einer Aussicht in den Vinschgau zu Ortler und Königspitze.
Aktivangebot: Geführte Wanderungen, hauseigner Mountainbikeverleih, hauseigene Golf-Driving-Range, Fitniessraum, Nordic-Walking-Stöcke-Verleih, große Kneippanlage im Garten.
Wellness: Dampfbad, mehrere Finnische Saunen, Sissibad, 2 Schwimmbecken, 1 Whirlpools, Kneippanlage und Fitnessraum. In der Vital-Residenz Massagen, Alpine-Wellnessbäder und Beauty-Anwendungen.
Auskunft: Tourismusbüro Schenna, I-39017 Schenna, Tel. 0039-0473-945669, info@schenna.com, www.schena.com. Großes Angebot von geführten Wanderungen.
Anreise: Bustransfer von München Hauptbahnhof nach Schenna, Hin- und Rückfahrt für 55 Euro. Buchbar über das Tourismusbüro Schenna. Zug bis Meran und dann mit dem Bus nach Schenna oder Hoteltransfer.
Mit dem Auto über Brenner, Reschen- oder Jaufenpass. Mit der Bahn, www.bahn.de
Sommer: Ein Ausflug führt mit der Verdinser Seilbahn nach Oberkrin in Tall. Von dort ist es nur noch eine knappe Stunde leicht aufwärts bis Videgg zum Haashof in 1536 Meter Höhe. Hier oben ist es immer kühler als unten im Tal. Nach einer Brotzeit im Haashof geht es mehrheitlich bergab zurück zur Seilbahn. Die Bergtour zum Ifinger, dem Hausberg Schennas ist ein Klassiker. Das Hirzer Wandergebiet mit 200 km markierte Wanderwegen bietet für jeden etwas.
Literatur: Wanderführer beim Tourismusbüro Schenna für 6 Euro. Den Mountain-Bike Führer mit 10 Tourenvorschlägen gibt es kostenlos.
Preise: ab 84 Euro pro Person mit Halbpension und 7 Tage pro Person mit Halbpension ab 529 Euro
Besichtigungen: Schloss Trauttmansdorff mit 83 verschiedenen Gartenlandschaften und 700.000 Pflanzen in einer Gesamtfläche von 12 Hektar. www.trauttmansdorff.it.
Apfelstrudelbacken bei Frieda vom Lechnerhof beim Tourismusverein buchen.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gabi Dräger.
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