![]() | ![]() | ![]() | Bamberg | „Aecht Schlenkerla Rauchbier“ | ![]() |
„Aecht Schlenkerla Rauchbier“
Bamberg: Frisch gezapfter goldgelber Gerstensaft lockt im Glas. Freundliche, fröhliche Menschen unterhalten sich angeregt. Der Duft nach herzhaften, würzigen Speisen erfüllt die Luft. Über 50 Sorten werden von 10 Brauereien nach handwerklicher Tradition eingebraut, und unterscheiden sich geschmacklich erheblich von den Standardbieren der Großbrauereien. Vielfalt, Geschmack und Ambiente lassen Bamberger Bier zu einem Markenbegriff werden.
Schlenkerla ist in Bamberg ein Zauberwort
mit vielen Deutungsmöglichkeiten. Fremde werden es vom Taxifahrer oder im Hotel allerspätestens nach der Empfehlung eines Dombesuches hören. Die drei Silben meinen nicht nur das schöne Fachwerkhaus und das dort direkt aus schweren Eichenfässern gezapfte Rauchbier, sie enthalten mehr. Trink- und Gaumenfreuden allein machen noch kein Schlenkerla aus. Wer sein Bier lieber mit sich selbst allein trinken möchte, sei gewarnt. Heiter gelassene Kommunikation ist an den blank gescheuerten Holztischen nahezu unvermeidlich.
Mag der Franke im Alltag allem Fremden gegenüber zunächst abwartend gegenüberstehen, so lässt er diese Eigenart vor der Haustür, wenn er die beiden Stufen zum Rauchbierparadies in der Altstadt erklimmt. Und dies hat Tradition.
Das köstliche, dunkelbraune Gebräu nämlich stimmt seit mehr als 300 Jahren den Einkehrenden froh und lockert dessen Zunge. Wenn früher die hohe Geistlichkeit mit Fuhrleuten und Krämern an einem Tisch saß, so mag heute der Symphoniker neben der Gärtnerfrau sein „Seidia" (halber Liter Bier) trinken, der Herr Stadtrat dem Handwerker zuprosten. Aecht Schlenkerla Rauchbier gleicht Standesunterschiede aus. Es verbindet den Fremden mit dem Einheimischen. Selbst das bayerisch-preußische Missverständnis löst sich hier meist in gegenseitigem Wohlgefallen auf.
Ob Frühschoppen, Brotzeit, Mittagessen, Vesper oder abendliche Einkehr - die Gästeschar ist, frei nach dem Herrn Geheimrat Goethe, ein „bunt Gewimmel" aus Männlein und Weiblein verschiedenster Couleur. Dem Dichter des „Faust" könnte der Ausruf seines Titelhelden „Das ist des Volkes wahrer Himmel, hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!" im Schlenkerla eingefallen sein.
Dominikanerklause mit gotischem Gewölbe aus dem Jahre 1310: Im heiteren Gewoge von Lachen und Gespräch, das sich fortsetzt von Tisch zu Tisch, verebbt und wiederkehrt, erneut mit leichter Dünung das Ohr streifend - hier bilden hochernste Gesichter gelegentlich kleine Inseln. Seit Bamberg über eine Universität verfügt, werden im Schlenkerla auch schon mal - theoretisch - ganze Welten verändert, der Gottesbegriff völlig neu definiert oder Alternativen zur konservativen Geschichtsauffassung gesucht. Die Erstsemester sind dabei besonders eifrig. Nach dem dritten oder vierten „Seidia" verliert solche meist an wissenschaftlichem Ernst. Auch das ist das Schlenkerla.
Die Balken der Tiefhängenden Decke wurden früher zum Schutz mit Ochsenblut eingelassen und erhielten so über die Jahrhunderte ihre dunkle Farbe
Wenn die Fachwerkfassade ins Sommerkleid schlüpft - die Hausherrin lässt die Kästen mit Geranien so früh wie möglich anbringen - wird's auch im „Hausplatz" und dem schönen Innenhof wieder lebendig. Die Plätze draußen sind in der wärmeren Jahreszeit ebenso begehrt wie - ganzjährig - die Sitzgelegenheiten in Wirtsstube, Dominikanerklause oder Bamberger Zimmer. Dann ist es ein keineswegs ungewöhnliches Ereignis, wenn sich das Paar in festlicher Garderobe nach dem Mittagskonzert zu der Familie setzt, die - offenbar von der Morgenwanderung erschöpft - mit Kind und Kegel den größten Teil des Tisches bereits eingenommen hat. Der Durst vereint sie alle.
Das Schlenkerla ist der heimliche Nabel nicht nur der Altstadt, sondern ganz Bambergs und Umgebung. Auch die Stadtväter scheinen dies so zu sehen, denn sie führen ihre Gäste aus allen Himmelsrichtungen nicht selten und nicht ganz ohne Stolz an jenen Ort, der in keine der gängigen Definitionen von Stätten der Gastlichkeit zu passen scheint.
Die Zahl derer, die sich in Beschreibungen des Schlenkerla versucht haben, ist groß. Doch es gibt keine allumfassende Beschreibung. Schlenkerla, das muss man erleben, um es zu begreifen!
„Schlenkerla“ - die Frage nach der Herkunft dieses Namens liegt nahe. Man könnte ihn als hintergründige Anspielung auf die Stärke des Rauchbieres auffassen. Was falsch wäre, wenn auch denkbar. Der Volksmund schuf das Wort. Es geht auf einen früheren „Bräu" und Wirt zurück, der „a wengla mit seina Orm gschlenkert hot“. Der übermütige Spottname „Schlenkerla" blieb später dem Haus und dem dort gebrauten Bier erhalten.
Das „Aecht Schlenkerla Rauchbier" wird wie jedes andere bayerische Bier nach dem Reinheitsgebot von 1516 hergestellt, doch besteht in der Malzbereitung ein wichtiger Unterschied: Das Grünmalz, die Angekeimte Braugerste, wird in der hauseigenen Mälzerei auf ein engmaschiges Drahtgeflecht, die Darre, aufgeschüttet und durch die von der darunter liegenden Feuerung kommende Hitze getrocknet. Der bei der Verbrennung entstehende Rauch zieht durch die Darre und gibt dabei dem Grünmalz seinen charakteristischen Geschmack und macht es zum Rauchmalz. Bei einfachem Malz dagegen wird das Darren (= dürr machen) lediglich durch Hitze bewirkt. Zur Herstellung des Rauchmalzes werden Buchenholzscheite verbrannt, die mindestens drei Jahre gelagert wurden. Dieses Holz erster Qualität, geschlagen im Fränkischen Jura, verleiht letztlich dem „Aecht Schlenkerla Rauchbier" sein spezielles Aroma und seine dunkle Farbe.
Das nach frischem Geräucherten schmeckende, untergärige Märzenbier mit 13,5 % Stammwürze hat einen Alkoholgehalt von etwa 5,1 %. Dass es ein ganz besonderes Bier ist, verdankt es der Kunst der „Bräuer". Über drei Jahrhunderte hinweg haben sie ihr Können und ihre Erfahrungen bei der rechten Vermischung der Naturstoffe zu dem bekömmlich-berauschenden Getränk namens Rauchbier weitervererbt bis in die Gegenwart. Dies zeigt sich heute an zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen.
Bamberg, auch als fränkisches Rom bezeichnet, ist eine Stadt mit einer ganz besonderen Atmosphäre: Mehr als 1000 Jahre Geschichte vereint in einem städtebauhistorischen Gesamtkunstwerk. Nicht ohne Grund hat die UNESCO daher der Altstadt den Titel "Weltkulturerbe" verliehen.
Im Herzen dieses Welterbes liegt der historische Brauereiausschank Schlenkerla. Urkundlich erstmals 1405 erwähnt und heute in der 6. Generation von der Familie Trum geführt, ist er die Quelle von Bambergs Spezialität „Aecht Schlenkerla Rauchbier".
Das Schlenkerla „Heller-Bräu“ Trum KG und weitere 20 Hotels und Restaurants im Bundesland Bayern haben sich in der Hotelgruppe SIGHTsleeping Hotels – Schlafen für Augenmenschen, formiert. Im Angebot sind facettenreiche Offerten. In Form einer Rundreise mit einem Pkw erfolgt eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Audi Forum Ingolstadt. Auch hier werden attraktive „Pakete“ angeboten.
Kontakt
Schlenkerla „Heller-Bräu“ Trum KG
Matthias Trum
Dominikanerstrasse 6, D-96049 Bamberg
Fon 0951-56060
Bamberg Tourismus & Kongress Service
Geyerswörthstrasse 3, D-96047 Bamberg
Fon 0951-2976200, Fax 0951-297622, e-Mail tourist-info@bamberg.info
Bayern Tourismus Marketing GmbH
Leopoldstrasse 146, D-80804 München
Fon 089-212397-0, Fax 089-212397-99, e-Mail tourismus@bayern.info
SIGHTsleeping Hotels – Schlafen für Augenmenschen
Audi driver’s day
Audi Forum Ingolstadt
D-85045 Ingolstadt
Buchtipp: ReiseTravel empfiehlt
Bamberg

Dieser Führer ist für alle geschrieben, die mehr über Bamberg erfahren möchten. Die Autorin vermittelt in einfühlsamer Weise die Geschichte dieser Stadt. Ein Stadtrundgang lädt den Leser ein, sich von dieser „Traumstadt“ mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten verzaubern zu lassen. Informative Texte werden durch zahlreiche Farbfotos ergänzt. Die wichtigsten Adressen und Öffnungszeiten sind in einem übersichtlichen Wegweiser von A bis Z zusammengestellt.
Bamberg für alte und neue Freunde, von Karin Dengler-Schreiber, ISBN 978-3-89889-014-4, Heinrichs-Verlag GmbH.
Das Buch ist im Buchhandel vor Ort erhältlich.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Anna-Maria Schühlein und Gerald H. Ueberscher
Liebe ReiseTravel User,
hier finden Sie Berichte zum Thema: SIGHTsleeping Hotels und Audi driver´s day:
Barocke Kulturperle: Schlosshotel Pommersfelden
Audi driver’s day im Audi RS4 Cabriolet
Sehr geehrte ReiseTravel User,
bitte schreiben Sie uns Ihre Meinung, senden uns Ihre Fragen oder Wünsche. Vielen Dank.
Ihr ReiseTravel Team: feedback@reisetravel.eu
ReiseTravel aktuell:
![]() | ![]() | ![]() | Hensted | Wer zahlt, wenn das Fahrrad gestohlen wird? | ![]() |
Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint: Da werden die Fahrräder flugs aus Kellern und Schuppen geholt. Doch aufgepasst mahnt Thorsten Rudnik,... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Völz | Auf den Spuren des Oswald von Wolkenstein | ![]() |
Völs am Schlern als Familien-Urlaubsparadies mit hohem Erlebniswert: Sanft streichelt die Sonne die saftig grünen Almen, auf denen kleine Dörfer,... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | München | Regional und Biologisch im Duell? | ![]() |
Eine Art Testlauf war das Fachsymposium „Regionale Schätze – Genuss aus Münchens Vorgarten“. Falls die Veranstaltung ein Erfolg wird, so hieß es,... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | London | Mythos und Spirit | ![]() |
Rolls-Royce - Edel und für viele unerschwinglich: Was haben Thomas Gottschalk und David Beckham gemeinsam? Vielleicht nicht wirklich viel, aber auf... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Regensburg | Zauberhafte Stadt an der Donau | ![]() |
Reisen & Speisen in Regensburg führen zu facettenreichen Erlebnissen: Egal, wie lange ein Regensburg Aufenthalt dauert, einen kulinarischen... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Klaistow | Spargel aus Klaistow | ![]() |
Spitzenleistung: Wenn der Spargel seine Spitzen durch den märkischen Sand treibt, dann wissen Berliner und Brandenburger, dass wieder Saison für... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Rom | Auffrischungskurs für Auto fahrende Sizilien-Urlauber | ![]() |
In Bella Italia waren Sie schon lange nicht mehr, sind aber grundsätzlich nicht abgeneigt? Bei mir war es bis vergangene Woche genauso. Da habe ich... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Peking | Chinesen wollen keine chinesischen Autos | ![]() |
Noch Dunst oder schon Smog? Klare Sicht ist in Peking selten. Die Chinesen kaufen zu wenige chinesische Autos. Chinas Hersteller bangen um ihre... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Uly Koch | Ein Leben am Fluss | ![]() |
In Donaueschingen befindet sich die Quelle der Donau: Nach 609 Kilometern durch Deutschland fließt der Fluss dann weiter durch zahlreiche Länder und... | |||||
![]() | ![]() | ![]() | Volker Lange | Benzin im Blut | ![]() |
Volker Lange Kurz vor der AMI: Vom 2. bis 10. Juni 2012 findet die AUTO MOBIL INTERNATIONAL (AMI) als PKW-Messe des Jahres in... | |||||





























