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Ein Dorf an den Weinbergen
Sehr geehrte ReiseTravel User,
mein Name ist Julka Balicevic und ich arbeite als Lehrerin und Dolmetscherin in der Stadt Slavonski Brod in Slawonien in Kroatien. Gern lade ich zu einen Stadtrundgang ein und natürlich zur Einkehr in den zahlreichen Weinlokalen in der Region um Stara Kapela.
Die Stadt Slavonski Brod wurde am 20. Juli 1224 unter dem ungarischem König Bela IV. erstmals erwähnt. Bereits zur Römerzeit existierte an dieser Stelle eine Festung unter dem Namen Marsonia. Im 7. Jahrhundert siedelten sich Slawen an. Aufgrund der strategischen Lage an der Grenze zwischen habsburgischem und osmanischem Einflussbereich hatte die Stadt im Laufe der Zeit immer wieder unter militärischen Auseinandersetzungen zu leiden. Zwischen 1715 bis 1720 wurde unter der Regentschaft von Eugen von Savoyen in der Stadt die Grenzfestung Brod errichtet. Im Jahr 1871 wurden die alten Stadtmauern abgetragen und 1872 entstanden das Zollamt, das Bezirksgericht und die Steuerbehörde. Eine Städtische Schule wurde 1874 errichtet und die ersten Industriegebiete, die Bierbrauerei, eine Ziegelei sowie die Brücke über die Save entstanden. Im Jahr 1882 konnte die Eisenbahnstrecke nach Sarajevo eröffnet werden. Diese dynamische Entwicklung der Infrastruktur führte zu einem bedeutenden Aufschwung von Wirtschaft und Handel. Aufgrund dieser Entwicklung hatte die Stadt zu dieser Zeit bereits 10.000 Einwohner. Am 29. Mai 1934 wurde die Stadt in Slavonski Brod umbenannt. Der Zweite Weltkrieg unterbrach zunächst das Wachstum. In den Jahren nach 1970 entstanden in der Stadt viele neue Bauten.
Im Zusammenhang mit den militärischen Auseinandersetzungen im Kroatien-Krieg von 1992 wurde die Stadt häufig angegriffen und erlitt schwere Schäden. Es starben viele Menschen, darunter auch Kinder. Es gab darüber hinaus unzählige Verletzte unter den Zivilisten. Bei den Kämpfen in der Umgebung starben auch rund 500 Soldaten. Während des Bosnien-Krieges wurde die Stadt besonders stark vom Zustrom zahlreicher Flüchtlinge aus Nordbosnien getroffen, die über die Brücke vor den dortigen Kämpfen flüchteten. Die bereits während der Auseinandersetzungen mehrfach mit Flugzeugen angegriffene Brücke über die Save wurde während des Bosnien-Krieges von beiden Seiten gesprengt und erst im April 2000 durch kroatische und ungarische Firmen wieder aufgebaut und ein Grenzübergang wurde eröffnet.
Mitten in den Weinbergen

Los gehts, in der Kutsche
Stara Kapela, ein Dorf an den Hängen der Požeška Gora etwa 20 Kilometer von Nova Gradiška und 40 Kilometer von Slavonski Brod entfernt. Der Ort wurde zum ersten ökologischen Ethnodorf der Gespanschaft Brod-Posavina erklärt. Vor zwei Jahren rief die Gesellschaft Eko-Etno Selo das Öko-Ethno-Projekt mit dem Ziel ins Leben, die Traditionen, Bräuche und Ursprünglichkeit des Dorfes Stara Kapela zu bewahren. Häuser und Ställe sowie zwei Schmieden, zwei Tischlerwerkstätten und ein Museum wurden restauriert. Ethnologisches Material zur Ausstattung von etwa 20 Häusern wurde gesammelt. Ein 13 Kilometer langer Wander und ein Radweg mit sechs Raststationen lädt zu Ausflügen in die Umgebung ein. Der Direktor des Tourismusverbandes der Region Brod-Posavina, Pero Hulji?, geht davon aus, dass das Öko-Ethno-Dorf Stara Kapela gemeinsam mit den Projekten der Dörfer Lov?i?, Ciglenik und Živike den Tourismus der Region ankurbeln wird.
„Das ist unser junger Wein!“

Winzerin in Stara Kapela
An den südlichen Hängen des Berges Diji in der unmittelbaren Nähe von Stupnik, erstrecken sich die Weinberge mit einer Fläche von 20 Hektar. Ausgewogene, volle, reife und aromatische Weine wie Grasevina, Rajnski rizling, Chardonney und Pinot Noir kennzeichnen das Anbaugebiet Zdjelarevics.
Stara Kapela


Der „Bischof“ weiht den jungen Wein
Besonderes Ansehen genießen die Winzer durch ihren Qualitätswein Chardonney, und die Weine mit dem Zdjelarevic-Etikett sind die besten Vertreter für die Weinregion Brodski Stupnik, dem Anbaugebiet von Slawonski Brod. Die international anerkannten Winzer haben sich, angelehnt an so manches spanisches Weingut, gut qualifiziert.
Man muss heute sehr weit fahren um eine wirklich gute Hühnersuppe zu bekommen. Die beste macht ohnehin immer die eigene – nein nicht Frau, sondern – Mutter. Neben dieser offensichtlich mit vielen guten Zutaten bereiteten Suppe ist die kreative Küche ohne Einschränkungen empfehlenswert. Trotzdem erwähnenswert ist das Hühnerfilet auf „Stupniker Art mit Thymiansauce“. Nicht weil das Huhn etwas Besonderes wäre sondern der unwiderstehlichen Brotknödeln wegen. Hier kann man das Fleisch weglassen und nur diese „Zuspeis“ genießen. Heimisches slawonisches Ferkel und junges slawonisches Lammfleisch, beides nach Art des Hauses im Ofen gebacken, haben die Erwartungen mehr als erfüllt. Das Personal ist freundlich.
Zum Wohle!

Zu allerletzte sei auch noch der Wein erwähnt: Die hauseigenen Grasevina, Reinski Rizling, Sauvignon blanc, Chardonay und ein Rose namens „fatal“ werden sowohl in Flaschen als auch glasweise angeboten. Natürlich führt der Kellermeister auch andere kroatische Weine, sodass man vor allem als Liebhaber eines guten Roten, Mali Plavac oder Teran, nicht zu kurz kommt.
ReiseTravel Autorin Julka Balicevic

Sehr geehrte ReiseTravel User,
ich hoffe, mein kleiner Exkurs hat Ihnen gefallen. Besuchen Sie doch einmal unsere Region. Sie sind jederzeit „Willkommen in Slavonski Brod“,
Ihre
Julka Balicevic Lehrerin und Dolmetscherin
Kontakt
Kroatische Zentrale für Tourismus
Kaiserstraße 23, D-60311 Frankfurt/M, Fon +49 (0)69 238 535 0, Fax +49 (0) 69 238 535 20, www.kroatien.hr
Ein Beitrag für ReiseTravel von Julka Balicevic und Fotos von Gerald H. Ueberscher
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