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Lang lebe der Euro – Marc Beise – Süddeutsche Zeitung
Angst ist immer ein schlechter Ratgeber: Der Euro hat es schwer zurzeit – zu viele Gegner und Kritiker, die das Bild von einem krisengeschüttelten Europa am Abgrund zeichnen. Die Angst um die gemeinsame Währung wächst und viele stellen sich die Frage: Ist der Euro noch zu retten? Marc Beise sieht das positiv: „Der Euro benötigt sicher noch keinen Nachruf, sondern einen Weckruf.“
Nicht kneifen, wenn es schwierig wird: Der Autor von „Lang lebe der Euro“ fordert von den Politikern, den Bankern und auch von den Bürgern mehr Gelassenheit – erst so wird der Blick auf das große Ganze wieder möglich. Dabei streitet Beise nicht ab, dass Europas Währung in einer Krise steckt. Wir sollten aber nicht vergessen, dass die Währung bisher lediglich „zur Debatte“ und nicht „zur Disposition“ steht. Wie soll die Krise, die man nicht von der Hand weisen kann, also abgewendet werden und wofür steht diese Währung Europas überhaupt? Beise fordert: Die Politik der immer höheren Rettungs- und Bürgschaftszahlungen muss ein Ende finden und die Europäische Zentralbank auf den Pfad der geldpolitischen Tugend zurückkehren. Schluss mit der angeblichen Perspektivlosigkeit – Europa sollte in der Krise zusammenwachsen und den Kern des politischen Systems Europas wirtschaftlich, politisch und emotional zusammenführen. In seiner Streitschrift für den Euro erklärt er, warum es sich lohnt, für diese Währung auf die Straße zu gehen: Denn nicht zuletzt sicherte der Weg zur europäischen Gemeinschaft in den vergangenen 70 Jahren den Frieden in Europa und der Euro besiegelt einen der wichtigsten Schritte auf diesem Weg. Schon Helmut Kohl sagte: „Die gemeinsame Währung ist mehr als das Geld, mit dem bezahlt wird.“ Auch deshalb erwartet Beise schnelle wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entscheidungen in den Mitgliedsstaaten und eine effektive Zusammenarbeit. Dann hat der Euro gute Chancen.
Marc Beise, geboren 1959, leitet gemeinsam mit Hans-Jürgen Jakobs die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung. Er hat in Frankfurt, Lausanne und Tübingen Rechtswissenschaften studiert. Sein journalistisches Handwerk erlernte er bei der Offenbach-Post. Seit mehr als 20 Jahren schreibt er über Wirtschaft und Politik und leitet seit 2007 die Wirtschaftsredaktion der SZ.
ReiseTravel Fact: Marc Beise zeigt eine Sicht auf den Euro, die sich ganz klar gegen den Krisenpessimismus wendet.
Lang lebe der Euro – Warum wir für unsere Währung auf die Straße gehen sollten von Marc Beise, Süddeutsche Zeitung Edition, ISBN 978-3-86497-080-1, www.sz-neueprodukte.de - www.csc-agentur.com
Das Buch kostet im Buchhandel 4,90 Euro.











