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Klaistow

Spargelanstich in Klaistow

Die diesjährige Spargelsaison wurde von Ministerpräsident Matthias Platzeck auf dem Spargel- und Erlebnishof Buschmann & Winkelmann in Klaistow bei Beelitz eröffnet. Er wünschte sich für die diesjährige Spargelzeit, „dass das Wetter mitspielt und die vielen Spargelliebhaber bis zum traditionellen Ende am Johannistag viel guten brandenburgischen Spargel essen können“, sagte er bei der Eröffnungsfeier. Für Platzeck ist der Spargel „das wohl märkischste aller Gemüse und ein untrüglicher Bote des Frühlings“. Platzeck wünschte den Spargelbauern im Land eine ebenso gute Ernte wie im vergangenen Jahr. „Eine gute Voraussetzung dafür ist der frühe Erntebeginn, der bereits Ende März lag“.

Auf rund 3.000 ha wird in Brandenburg Spargel in hervorragender Qualität angebaut, aber auch in der Prignitz und in der Lausitz sowie in der Umgebung von Oranienburg. Beelitz ist jedoch das Zentrum des Spargelanbaus. Das ist mutigen Landwirten zu verdanken, die nach 1990 den Spargelanbau in großem Stil wieder belebt und dadurch viele Arbeitsplätze geschaffen haben. Wolfgang Blasig, Landrat Potsdam-Mittelmark, erklärte, dass Beelitz das Herz des Spargelanbaus in Brandenburg sei und nach einer Anschubfinanzierung nunmehr ohne Subventionen des Landes auskomme. Der Erfolg wäre aber ohne die Saisonkräfte aus Polen, Rumänien oder Bulgarien nicht möglich gewesen. Etwa 3.500 Menschen lebten für und mit dem Spargel. Er ist das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Danach nahm Bernhard Knuth, Bürgermeister von Beelitz, das Wort. Er erinnerte an den Beelitzer Ackerbürger Karl Friedrich Herrmann, der als erster Spargelbeete anlegte und 1861 mit dem feldmäßigen Anbau der weißen Stangen begann. Er hat den Ruf des Beelitzer Spargels begründet, weshalb am 18. April 2012 ein Denkmal für ihn enthüllt wurde. Manfred Schmidt vom Verein Beelitzer Spargel e.V. erklärte, dass ohne die Unterstützung der Politik der Spargel als Wirtschaftsfaktor nicht einen so großen Raum einnehmen würde. Die seinerzeit gezahlten Fördermittel fließen nun schon seit Jahren als Steuern zurück. Ernst August Winkelmann hieß die zahlreich erschienenen Besucher im Namen seiner Frau Anke und der Mitinhaber Hanna und Jörg Buschmann willkommen. Er sprach davon, dass nach der Wende die Historie wieder belebt wurde, denn der sandige Boden ist für den Spargelanbau hervorragend geeignet. Die Region ist ein gut besuchtes Ausflugsziel für Brandenburger und Berliner geworden. Der Erlebnishof Klaistow konnte mit den Jahren sein Angebot nicht nur um Erdbeeren, Blaubeeren und Kürbisse erweitern, wofür er sich bei den anwesenden Vertretern der Banken bedankte. Ohne Kredite wäre dies nicht möglich gewesen. Derzeit beschäftigt der Hof 70 ständige Mitarbeiter. In der Spargelsaison kommen 400 bis 600 Saisonkräfte hinzu. Im Bundesdurchschnitt würden pro Kopf 1 ½ Kilogramm Spargel verzehrt. Dann folgte der Tanz der Spargelfrauen in ihren historischen Trachten. Die in Begleitung des „Alten Fritz“ erschienene Spargelkönigin 2012 Michèle Zimmermann übernahm anschließend das Amt von der Spargelkönigin des Vorjahres und eröffnete die Spargelsaison 2012.

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Edelgard Richter / Dela Press

Edelgard Richter  

Edelgard Richter berichtet aktuell zum Thema: Berlin & Brandenburg intern

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