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Bad Aussee

Immer für eine Überraschung gut – der Toplitzsee

Der Schatz vom Toplitzsee – Goldreserven des Dritten Reiches, welche Gerüchten zufolge hier im See vor sich hin schlummern sollen, aber bisher noch nicht geborgen werden konnten – das Thema ist in aller Munde. Allerdings hat der kleine, malerische See noch allerlei andere Kostbarkeiten vorzuweisen. Von seiner landschaftlichen Schönheit ganz zu schweigen. Das Ausseerland und seine Bewohner zeigen sich hier in ihrer Ursprünglichkeit und zugleich von ihrer schönsten Seite.

Wirtschaftlich betrachtet suchten schon viele hier im steirischen Salzkammergut  ihr Glück – und liefen ins Unglück. Das Gold der Nazis soll hier liegen. Ob das der Wahrheit entspricht oder nicht - das interessiert den Besucher, welcher hier die unbeschreibliche Schönheit der Natur genießen will wenig.

Wohl dem, der sich davon völlig unbefangen Sommer wie Winter zum Spaziergang hin zum malerischen See aufmacht. Ihn erwarten wahre Reichtümer, die Natur belassene Seite des Sees und mit dem Forsthaus Toplitzsee auch eine kleine Wirtschaft, in der man natürlich frischen Fisch aus heimischen Gewässern aber auch regionale Spezialitäten konsumieren kann.

 

Still und starr ruht der Toplitzsee - und ist auch im Winter ein Genuss

 

Wer den Weg als Ziel sieht, kann auch während der kurzen Wanderung einiges entdecken. Da wäre zum einen das Dorf Gößl am Grundlsee, das Tor zum kleinen Binnengewässer. Links und rechts ist der Zugang gesäumt von Holzhäusern, liebevoll gestaltet und anheimelnd. In keiner Weise bereit dazu, sich von modernen Vorstellungen überrollen zu lassen. Hier existiert eine eigene kleine Welt, die in sich absolut in Ordnung zu sein scheint.

Dort wandelt man auf den Spuren der Vergangenheit - bis der Pfad dann ein wenig kleiner wird und den Blick freimacht auf eine Steilwand – die Gössler Wand, eine der anspruchsvollsten Kletterrouten weltweit mit einer Wandhöhe von 220 Metern. Beeindruckend schon an sich. Aber wenn man sich außerdem vor Augen führt, dass hier die Huber Buam, zwei berühmte Bergsteiger aus Bayern ihre  Kletterkünste zur Schau gestellt haben, dann lädt das schon eine Zeit lang zum Verweilen und Staunen ein.

Da bleiben wir schon lieber auf dem flachen dahin laufenden Weg, der sich gemütlich in Richtung See schlängelt. Und dann wird es wieder historisch. Zunächst einmal diente der hier  in aller Ruhe dahin fließende Bach vielen Generationen zum Transport von  Holzflößen. Eine gefährliche aber doch Gewinn bringende Angelegenheit. Wenn man bedenkt, dass die zu Tal stürzenden Holzmassen sich gelegentlich verhakt und dann von wagemutigen Arbeitern wieder in Gang gebracht werden mussten. 1548 wurde dafür ein Kanal gebaut, der beim Triften hinunter nach Bad Aussee behilflich sein sollte.

Zum anderen soll an einer versteckten Stelle am Südufer des Sees, heute mit einem Gedenkstein markiert, der Erzherzog Johann seiner großen Liebe zum ersten Mal begegnet sein. Das Mädchen mit dem Ausseer Dirndl und dem Strohhut, dem der Herzog hier bei einem seiner Jagdausflüge ins Tote Gebirge begegnet ist, sollte später seine Ehefrau werden.

Nach dem romantischen Abstecher eröffnet sich hinter dem Gasthaus zunächst einmal der Blick auf ein Freilichtmuseum in Miniaturausgabe. Dokumentationen über die missglückten Versuche, den Schatz des Sees zu heben. Hier wird deutlich, weshalb das Tauchen in dem See verboten ist. Verbote sind eben nicht nur da, den Menschen etwas zu verleiden, sondern auch um sie zu schützen. Tief unten im See haben sich alte Baumstämme verhakt, die denjenigen, welche sich zu weit hinunterwagen ein Auftauchen unmöglich machen. Ab einer Tiefe von 20 Metern ist der 103 Meter tiefe See nicht mehr sauerstoffhaltig.

Wie auch immer - Schatz oder nicht. Der Mythos See in seiner ganzen Länge von 2 Kilometern und seiner Breite von 400 Metern mit seinen zauberhaften Ansichten ist real. Allerdings kann man den See nicht ganz zu Fuß umrunden. Plättenboote stehen dazu zur Verfügung. Und wer bereit ist, den bleibenden Eindruck mit nach Hause zu nehmen, der braucht auch keinen Schatz im herkömmlichen Sinne. 

 

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Tourismusverband Ausseerland-Salzkammergut

Bahnhofstraße 132, A-8990 Bad Aussee

Tel.: +43(0)3622/54040-0, info@ausseerland.at

www.ausseerland.at

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

 

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich. Sabine Erl befasst sich schwerpunktmäßig mit Themen aus dem Bereich Geschichte, Biographien, Brauchtum, Esoterik, Botanik und Reisen.

 

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