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KTM Severo 8M klimafreundlicher „Easy Rider“

Zweirad-Fahrspass der Zukunft: Ein wuchtiger Motorensound, der schier endlose Highway No 1 und fast grenzenlose Freiheit: Vor fast einem halben Jahrhundert prägten Peter Fonda und Dennis Hopper als „Easy Rider“ das Lebensgefühl einer ganzen Generation – und schufen einen „Spirit“, der Motorradfahrer auf der ganzen Welt vereinte. Das Gefühl grenzenloser Freiheit, sprich der Fahrspaß auf zwei Rädern, hat seitdem nichts von seiner Faszination verloren. Ich gehöre auch der 68er-Generation an und „begnügte“ mich damals, während meiner Ausbildung als Kradmelder bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei, mit einer 250er BMW. Ein Blick auf die Technik und die Bedürfnisse der der Fahrer(innen) zeigt jedoch, dass wir aktuell den Start in eine neue Biker-Ära erleben.

Pedelics weltweit in Trend

Der „Easy Rider 2011“ fährt abgasfrei, das lauteste Geräusch seiner Maschine erzeugt der Kettenlauf des Elektromotors – und die Kraft des unmittelbar übertragenen Drehmoments sorgt nicht nur für den Highway-Geschwindigkeitsrausch, sondern auch für mehr Wendigkeit im Stadtverkehr. So kommt die Elektromobilität ganz eindeutig nicht auf vier, sondern auf zwei Reifen ins Rollen. Während rein elektrisch betriebene Autos kaum oder nur zu astronomischen Preisen erhältlich sind, gehören Pedelics – ein aus Pedal und Electricity gebildetes Kunstwort – heute in Asien und den USA zum täglichen Straßenbild. Mehr als 20 Millionen von ihnen surren bereits weltweit durch den Verkehr.

In Europa, Nordamerika und Japan wächst die Nachfrage nach dieser neuen Form der Mobilität seit vier Jahren stetig um fünf bis zehn Prozent pro Jahr. So kauften die Deutschen zum Beispiel vergangenes Jahr bereits 150.000 Elektrofahrräder.

KTM Severo 8M klimafreundlicher „Easy Rider“

Eine kurze Verschnaufpause gönnen sich der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl (links) und Ski-Abfahrt-Olympiasieger Markus Wasmeier bei der KTM-Präsentation in Bischofsmais                              

Unter allen aktuell am Markt verfügbaren grünen Technologien stellen Elektromotorräder gerade in Deutschland eines der spannendsten Produkte mit extrem hohem Entwicklungspotential dar. Elektrofahrräder erfreuen sich bereits großer Beliebtheit – den Umstieg auf eine rein batteriebetriebene Offroad- oder Straßenmaschine haben der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl und Ski-Abfahrt-Olympiasieger Markus Wasmeier bei der KTM-Präsentation in Bischofsmais eindrucksvoll bewiesen. KTM-Marketingchef Stefan Limbrunner stellte für mir als langjährigen Motorjournalisten die von mir gewünschte Basisversion der Stadtstromer, ein KTM Severo 8M, den absoluten Verkaufsrenner der oberösterreichischen Radmarke, zum Alltagstest zur Verfügung. „Nichts ist unmöglich“ behauptet der japanische Autobauer Toyota. Dazu war aber die Erfindung des Scheibenrades aus Ahornholz vor knapp 5.000 Jahren durch die Steinzeitmenschen in Olzreute am Bodensee wegweisend. „Nichts ist unmöglich“ sagte auch ich mir, als die Einladung „Mit E-Bike und Seeblick durch den Thurgau“ ins Haus flatterte. Kann man mit 115 Kilogramm auf dem Sattel und dem zusätzlich 25 Kilogramm schweren Aluminiumross unter dem Gesäß tatsächlich genussvoll ohne zu schwitzen zwei Tagesrouten (77 und 47 km) schaffen? „Yes, I can“, weil ich die Wochen vorher täglich auf meinem Tiefeinsteiger Servero 8M in und um Regensburg herum  „on Tour“ war. 

100 Kilometer „stromen“ für  5 Cent

Als mir das Citybike bei Deutschlands größtem Zweiradhändler Stadler für den Fahrtest übergeben wurde, war der Stromer auf den ersten Blick nicht als Elektrobike zu identifizieren. Der  250 Watt starke Panasonic-Lithium-Ionen-Akku (12 Ah) ist dezent im Unterrohr desTrapez-Rahmens versteckt (für 100 Euro mehr  gibt es die stärkere 16 Ah Batterie). Beim ersten Tritt ins Pedal bei einer Runde auf dem Kundenparkplatz spüre ich es: Als würde ich von unsichtbarer Hand angeschoben, nimmt das KTM Severo 8M-eBike mühelos Fahrt auf. Und so ist es auch konzipiert: der Panasonic

KTM Severo 8M klimafreundlicher „Easy Rider“

Das erfolgreiche KTM Severo M8 auf der beliebten Radstrecke zwischen Regensburg und Falkenstein, während der Testphase

Mittelmotor unterstützt lediglich die Beinmuskelkraft. Sobald man mit dem Pedaltreten beginnt, beschleunigt das 1.999-Euro-Citybike stufen- und lautlos. Aus vier Schaltstufen kann ich durch das Drehen am rechten Handgriff des Lenkers auswählen: no assist, Eco, Standard und High. Weil ich bequem, aber nicht faul bin, fahr ich auf ebener Strecke „no assist“ – ohne elektrische Fahrhilfe. Dafür werde ich Woche für Woche von meiner Körperwaage belohnt, weil meine überflüssigen Pfunde „dahin schmelzen“.

Die große Stärke des KTM Severo M8 kommt auf längeren Distanzen und im Hügel- und Bergland voll zur Geltung. Aber auch auf dem Weg zur Arbeit quer durch die Stadt oder zum Einkaufen ohne zu Schwitzen entpuppt sich das Elektrofahrrad zumindest bei gutem trockenen Wetter als echte Alternative zum Auto oder Linienbus. Ich hab es ausprobiert und war zwischen A und B genau so schnell wie das öffentliche Verkehrsmittel. Fünf Cent kostet eine Batteriefüllung pro Ladung und damit rollt das KTM Severo 8M bis zu 100 Kilometer durch Stadt und über Land.

Autofahrer, die einen Blick in die ADAC-Aufstellung werfen, die Kosten pro Kilometer für jedes automobile Modell nennt, kommen anschließend ins Heulen.

Die mechanische Abnutzung des Elektrofahrrades ist nicht größer als die eines herkömmlichen Bike. Der größte Kostenfaktor beim umweltfreundlichen Alu-Ross ist der Ersatzakku. Aber bis es soweit ist – Hersteller nennen 500 bis 1.000 Ladezyklen, was einer Reichweite von ein- bis zweimal um die Welt bedeutet. Wenn der Akku fällig wird, sind gleichzeitig fünfhundert Euro fällig. Klingt viel, aber wie viel Jahre brauchen Sie, um mit dem Zweirad einmal um den Globus zu fahren?

KTM Fahrrad GmbH, Harlochner Strasse 13, A-5230 Mattighofen, www.ktm-bikes.at  

Ein Beitrag für ReiseTravel von Ludwig Mario Niedermeier/MN-InfoText.

Ludwig Mario Niedermeier 

Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv aus aller Welt interessante Orte vor, Orte, die zu jeder Zeit besuchenswert sind.

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