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Fuschl am See

Leckeres aus dem Rauchhaus

Auf einem Höhenrücken zwischen Hof und Thalgau in der Nähe des Fuschlsees liegt der Denkmalhof "Rauchhaus Mühlgrub". Er ist über fünfhundert Jahre alt und hat nichts von seiner Einzigartigkeit eingebüßt. Ringsum wachsen immer noch Obstbäume und die Landschaft besticht mit ihrer einzigartigen Idylle. Fast könnte der Eindruck entstehen, man wäre plötzlich in der Kulisse eines Heimatfilms gelandet. In so einer Umgebung denkt man nicht an Handys und Termine, weswegen der denkmalgeschützte Hof auch zu den Glücksplätzen in der Fuschlseeregion zählt.

Das "Langenholz" präsentiert sich heute noch mit einem überwiegend geschlossenen Waldkleid, im Hochmittelalter existierten hier nur Bäume. Bis im 13. Jahrhundert eine erste Besiedelung erfolgte. Wie damals üblich handelte es sich hauptsächlich um Einzelhöfe, die verstreut in den frisch gerodeten Flächen errichtet wurden. So auch das Anwesen "Mulgrub", erstmals erwähnt im Lehensprotokoll des Erzbischofs Burkhard von Weißbriach als Ritterlehnen um das Jahr 1461 herum. Später wechselten die Besitzer häufig, im 17. Jahrhundert kann das alte Gebäude sogar einen Ritterorden als Eigentümer verzeichnen. 1965 erwarb der Salzburger Museumsverein das denkmalgeschützte Gehöft bis es 1988 von der Gemeinde auf 99 Jahre angemietet wurde, um es der Allgemeinheit zugänglich zu halten.

Eigentlich handelt es sich bei dem Blockbau mit gemauerten Stallwänden um einen typischen Einhof. Was bedeutet Wohnung, Stall und Bergeräume sind in einem einzigen Mehrzweckgebäude vereint. Der Wohn- und Stallteil befindet sich auf einer Ebene. Die Besonderheit hier ist der Hausflur, in dem der Rauch nicht entweichen kann. Im Rauchhaus befindet sich kein Schornstein, was sich auch beim Betreten des Gebäudes nicht leugnen lässt. Wenn der offene Herd im Flur betrieben wird, steigt einem ein deutlicher und doch angenehmer Holzgeruch in die Nase. Die anderen Räume im Erdgeschoss bleiben davon allerdings völlig unbehelligt. Nur von der Wärme profitieren sie, welche die Feuerstelle mit dem warmen Rauch im ganzen Haus verströmt. Und noch einen Vorteil hatte das ganze, gleich unter dem Dach konnte Speck geräuchert werden, ohne eine eigene Vorrichtung dafür zu benötigen. Des Weiteren beizte der aufsteigende kalte Rauch die im Haus gelagerten Getreidekörner und machte sich besonders resch und mahlbar. Herrlich muss das daraus gebackene Brot geschmeckt haben.

Auch die Schlafräume wurden durch das Feuer beheizt, durch eine Öffnung - das so genannte Warmloch - konnte die warme Luft ins Obergeschoss dringen. Eine antiquierte Fußbodenheizung sozusagen. Eine weitere Wärmequelle waren übrigens die Ausdünstungen der Tiere, die sich im Stall gleich neben der guten Stube, der Wohnkammer befanden. Und die Geruchsbelästigung wird sich vermutlich angesichts des vielen Rauches auch in Grenzen gehalten haben.

Die Bewohner des Hauses müssen sehr zufrieden gewesen sein hier, trotz dem geringen Komfort. Erst vor wenigen Jahren sind sie wehmütig weggezogen ins Altersheim. Und lassen sich immer wieder gerne berichten, was aus ihrem "alten Haus" geworden ist. Vermutlich sind sie sehr glücklich gewesen hier. Das Rauchhaus Mühlgrub zählt auch zu den ausgewiesenen Glücksplätzen in der Fuschlseeregion im Salzkammergut. Zu den besonders schönen Fleckchen Erde, an denen man sich ausruhen und die herrliche Landschaft ringsum auf sich wirken lassen kann.

Aber nun zur kulinarischen Seite. Im Kachelofen befindet sich ein Backrohr für Rohrnudeln. Insgesamt wird der Ofen auch heute noch gelegentlich zum Zubereiten bäuerlicher Speisen in Gang gebracht. Ob der einzigartige Geschmack wohl am Hauch von Geräuchertem liegt oder einfach die Umgebung dazu beträgt lässt sich nur vor Ort erkunden.

Im Rauchhaus finden gemütliche Rauchhausabende statt jeweils am Freitag im September und Oktober nach Voranmeldung. Das Haus kann für private- oder Firmenereignisse auch angemietet werden. Nicht vergessen - unbedingt die "Kasnocken" mit Krautsalat  mit buchen und als Nachtisch die süßen Pofesen, welche in einer riesigen Gusseisenpfanne direkt über dem "Lagerfeuer im Haus" zubereitet werden. Allein schon das Zuschauen lässt das Wasser im Mund zusammen laufen. Und dann riecht es auch nicht mehr nach Rauch, sondern nach leckerer  Hausmannskost. Dazu gibt es Glühmost. Außerdem werden Führungen durch die Rauchküche, die Stube, die Tenne, den Stall und die Scheune mit alten Arbeitsgeräten angeboten. Momentan lagern einige beeindruckende alte Kutsche, Skiausrüstungen und noch so einiges hier.

Kontakt

 

Urlaubsregion Fuschlsee 

Dorfplatz 1, A-5330 Fuschl am See
Tel. +43 (0) 6226 8250, info@fuschlseeregion.com - www.fuschlseeregion.at

Salzkammergut Tourismus-Marketing GmbH

Salinenplatz 1, A-4820 Bad Ischl

Tel. +43 (0) 61132 2690 90, info@salzkammergut.at - www.salzkammergut.at

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

Sabine Erl Rauchhaus 

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich. 

 

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