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Lass uns doch Beltane feiern!
Beltane? Bei den meisten Menschen tut sich bei dem Begriff ein großes Fragezeichen auf. Dabei feiern wir dieses Fest mehr oder weniger bewusst jedes Jahr zur Sonnenwende. Was jedoch die wenigsten wissen – wir verdanken dieses Spektakel mit großer Wahrscheinlichkeit den Kelten.
Die Kelten – sie prägten beinah tausend Jahre lang die europäische Kultur. Nomen es Omen – Kelte bedeutet „Held“. Und heldenhaft verteidigten sie auch ihr Land gegen die eindringenden Römer. Allerdings ohne Erfolg. Mit ihren einzelnen Stämmen, die sich lose unter dem Fürsten Vercingetorix (82 – 46 v. Chr.) zusammentaten, waren sie dann doch ein relativ ungeordneter Haufen. Gegen die durchorganisierten Legionen Julius Caesers konnten sie nichts ausrichten. Die verlorene Schlacht um Alesia kennzeichnete das Ende der Natur verbundenen Kultur.
Dennoch prägten diese „Wilden“ die europäische Kultur bis in die heutige Zeit. Viele Riten und sogar christliche Gebräuche lassen sich auf sie zurückführen. Ihr Aberglauben an Geister, Elfen und Dämonen hat sich bis heute vor allem in den Gebieten im Alpenraum hartnäckig gehalten. Insgesamt orientierte sich ihr Leben am Lauf der Natur. Da ist es kein Wunder, dass sich auch die Tage und Stunden nicht exakt in ein Schema pressen lassen. Was bedeutet, es existiert kein fixer keltischer Kalender. Der keltische Jahreskreis kann nur im Einklang mit ihrem Wissen um die Pflanzen, Tiere und Götterwelten betrachtet werden. Sie alle sind abhängig vom Wandel der Sonne und des Mondes.
Dennoch lassen sich einige Eckpunkte am vierspeichigen keltischen Rad erkennen, welches die Jahreszeiten symbolisiert. Die vier Fixpunkte sind ausgerichtet nach der Sonnenwende und Tagundnachtgleiche. Die vier jeweils dazwischen liegenden Daten erscheinen heute auch in unserem römischen Kalender. Summa Summarum ergibt das nun also insgesamt acht keltische Feiertage, die nach keltischer Tradition bereits am Vorabend des eigentlichen Feiertages begangen werden.
Es sind dies Allerheiligen (Halloween, Saman), die Wintersonnenwende, Lichtmess, die Frühlingstagundnachtgleiche, das Maifest (auch Walpurgis oder Beltane), Mittsommer (Sommersonnenwende, Johanniszeit), das Augustfeuer und die Herbsttagundnachtgleiche.
Alle diese Feiertag stellen die Grenzen zwischen Götterreichen dar, die verschiedenen Zeitzwischenräume wurden von unterschiedlichen Göttern beherrscht. Allerdings – gerade an diesen Übergangstagen konnte keiner der Götter seine Zeit in seine Gewalt bringen. Es herrschte absolutes Chaos, welches Risse bot in denen sich die Menschen mit den Gestalten aus der Jenseitswelt auseinandersetzen mussten. So auch zum Fest Beltane, auch Maifest, Walpurgis oder Feuer des Bel genannt.
Die Kelten waren neben den Germanen ein mächtiges Volk im prähistorischen Europa. Im Jahr 1846 entdeckte man im österreichischen Hallstatt über 3.000 Gräber aus der Zeit ab 1300 bis 1000 v. Chr. Die Skelette und Grabbeigaben machten nicht nur den Ort weltberühmt, sie gaben auch einer ganzen Kultur ihren Namen – die Hallstattkultur. Die wertvollen Fundstücke ermöglichen uns heute eine genaue Vorstellung vom Aussehen, der Kleidung und Lebensweise der von den Römern schlicht als Gallier oder einfach nur Barbaren bezeichneten Spezies. Die ganze Gemeinde Hallstatt ist ein Museum und seit 1997 mit der Region Dachstein/Salzkammergut in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. Der Anblick des zauberhaft am Berghang liegenden Salinenortes vom See aus ist ein weltbekanntes Motiv.
Direkt hinter der Insel in der Buchberger Leite verbirgt sich das Keltendorf Gabreta – neugierig geworden?
Das Wissen über die Häuser mit lehmverschmierten Holzwänden mit stroh- oder Schilf gedeckten Dächern bis hin zu massiven Blockbauten und der Tierhaltung wurde im Keltendorf Gabreta Original getreu umgesetzt. Zur Feier des Beltane im April werden dort auch wieder zahlreiche „echte“ Keltengruppen das Dorf beleben. Gabreta ist ein nachgebautes Keltendorf in Niederbayern. Und liegt so wie einst die keltischen Siedlungen inmitten einer hügeligen Landschaft in der Nähe eines Baches. Genauer gesagt an der Buchberger Leite, der schönsten Wildbachklamm des bayerischen Waldes.
Sehr ausführlich und einleuchtend beschrieben sind die keltischen Jahreszeiten und anderes Hintergrundwissen im Buch „Pflanzen der Kelten“. Es gelingt dem Autor, Einblicke zu geben in die Kultur der Kelten, ihre Verbundenheit zur Erde mit all ihren Kenntnissen über Heilkunde, Mystik und Religion.
Pflanzen der Kelten

Wolf-Dieter Storl, Ethnologe und Kulturanthropologe, führt uns an die Wurzeln unserer Kultur und vermittelt uns über das Urwissen der Kelten einen erstaunlichen Zugang zur Natur und Heilkunde. Die Kelten waren fast tausend Jahre lang die führende Kultur in weiten Teilen Europas. Zwar wurde das Druidentum zerstört, aber das einfache Volk hielt am alt überlieferten Wissen fest und gab es mündlich und praktisch weiter in Form von Bauernregeln, Märchen, Sagen, Jahreszeitenritualen und vor allem Kräuterwissen und Volksheilkunde. Der Autor führt uns zu einer Heilkunde, in der es nicht um Wirkstoffe geht, sondern um die Zauberkraft und Magie der Pflanzen. Er stellt die wichtigsten Heil- und Zauberpflanzen und die Bäume der Kelten in ihrem jahreszeitlichen und kulturellen Kontext, in der Heilkunde und in der Magie vor und beschreibt die Bedeutung des keltischen Jahreskreises und Baumkalenders. Über die acht keltischen Jahresfeste und ihre Rituale führt er uns durch den Jahreskreis und zeigt, wie wir uns auch heute wieder in die großen Rhythmen der Natur einstimmen können. Mit zahlreichen praktischen Rezepten für alt überlieferte Heilmittel und Heilanwendungen.
Pflanzen der Kelten von Wolf-Dieter Storl, AT-Verlag, ISBN 978-3-85502-705-7. Das Buch kostet im Buchhandel 25,90 Euro.
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