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Bald ist`s soweit – endlich wieder Erdbeerzeit
Alle lieben Erdbeeren: Liegt es am „Erscheinungstermin“ als erstes heimisches Obst und saisonaler Botschafter für das Anbrechen der wärmeren Jahreszeit? Oder an der appetitlichen Form? Sind es gesundheitliche Aspekte, die liebreizenden Farbe, oder, oder, oder? Kann aber auch sein, dass der Grund einfach der unvergleichliche Geschmack ist.
Dabei hört sich die Definition im Lexikon gar nicht so appetitlich an. Die Fragaria zählt zu den Rosengewächsen und ist im botanischen Sinne eigentlich eine Nuss. Meist kennt man die „Königin der Beerenfrüchte“ in Form von Gartenerdbeeren. Sie entstanden vor ca. 300 Jahren durch Kreuzung der amerikanischen Scharlacherdbeere mit der chilenischen Chilierdbeere. Weltumsegler sollen Ableger davon nach Frankreich an den Hof des Feinschmeckers Ludwig XIV. gebracht haben.
Die Vorfahren der kleinen Monatserdbeeren sind jedoch die wilden Walderdbeeren. Diese bevölkerten schon in der Antike die Wälder Europas und dienten unseren Urahnen als Nahrung. Ob bereits die Jäger und Sammler sie eventuell sogar als Dessert genossen haben - so wie heute? Die Fragaria vesca, die wilde Erdbeere, dient häufig nicht nur in Gourmet-Restaurants als besonderes Tüpfelchen auf dem I auf dem Eisbecher. Blätter, Blüten und Früchte der an Waldrändern wachsenden Wildpflanze finden als Heilmittel Verwendung.
Aber wer hat schon von der Knackelbeere gehört. Diese heißt so, weil es beim Pflücken leicht knackelt, also ein kurzer Knackton zu hören ist. Im Aussehen ähnelt sie der Walderdbeere, erreicht aber nicht deren köstlichen Geschmack. Weitere Namen für die Rothaut sind übrigens Flohbeere, Darmkraut oder Rotbeer. Die botanische Bezeichnung Fragaria lässt sich auf das lateinische Verb fragare – duften – zurückführen. Duft gut – alles gut. Und auch das Aussehen lädt zum Verzehr ein.
Anders als beim Fliegenpilz weist die leuchtend rote Färbung der Frühlingsfrucht nicht darauf hin, dass giftig ist was da aus dem Boden sprießt. Häufig wurde der Fliegenpilz als Rauschmittel benutzt. Berauschend ist auch der Duft und Geschmack der Gartenerdbeere. Allerdings sind gerade importierte Früchte häufig mit Pestiziden, Insektiziden, Düngemitteln und einiges mehr belastet. Sie machen die eigentlich gesunde Frucht oft zum Auslöser von Allergien oder juckenden Hautausschlägen.
Obwohl die Erdbeere bis zu 90 Prozent aus Wasser besteht, hat sie unserem Körper einiges zu bieten. Sie entgiftet den Darm, kräftigt das Immunsystem und wirkt sich positiv auf das Blutbild aus. Ursache dafür sind zum einen Katechine, Gerbstoffe, Folsäure, Vitamin C und Mangan. Mangan ist ein für den Stoffwechsel sehr wichtiges Mineral.
Außer dem exquisiten Geschmack haben diese „Rotbeeren“ auch noch weitere Vorzüge. 100g Erdbeeren enthalten nur 32kcal und fördern obendrein die Verdauung. Darüber hinaus reifen sie gerade noch rechtzeitig für eine figurbewusste Ernährung vor Anbruch der Bikini-Aera.
Knusper, Knusper Knäuschen. In einem tschechischen Märchen schickt der Vater Hänsel und Gretel zum Erdbeeren pflücken in den Wald. Als Zauberpflanze galt sie als Symbol der Fruchtbarkeitsgöttin Freya und soll dem Aberglauben nach unbedingt bei einem Liebesmahl gereicht werden.
An solche Banalitäten aber denken wohl die wenigsten, die alljährlich auf den Erdbeerplantagen mit Kind und Kegel anrücken, um eimerweise die roten Früchte nach Hause zu schleppen. Haupterntezeit ist zwischen Mai und Juli. Also, bloß nicht die kurze Zeitspanne verpasst und auf sie mit Gebrüll. Erst bücken – dann pflücken – und dann drei Mal genießen. Zum ersten bereits bei der Ernte, zum anderen zu Hause und last but not least verarbeitet und haltbar gemacht. Häufig gelangen die Früchtchen allerdings gar nicht bis zur Verarbeitung und sind weg wie im Flug. Das ist auch gut so, lange Lagerzeiten halten die Erdbeeren nämlich nicht aus.
Auch Dachs, Igel, Amsel oder Schnecken lieben das kleine in Bodennähe wachsende Ding.
Was dagegen hilft. Eigentlich nichts. Schneller sein beim Auflesen der Kostbarkeiten als die.
Gelegentlich gelingt es aber besonders aufmerksamen Hausfrauen, das kostbare Gut vor den zahlreichen „Verfolgern“ hinüberzuretten in die Küche. Um es dann auf Kuchen, Torten, in Joghurts oder als Marmelade zu verarbeiten. Übrigens: auch ausgefallene Rezepte stehen der Erdbeere gut.
Ziegenkäsekugeln mit Erdbeeren und Holunderblütenbrot
Für das Holunderbrot:
500 g Mehl, 30 g Hefe, 1 Prise Zucker, ¼ l lauwarme Milch, 6 Dolden Holunderblüten, ½ TL Salz, ½ TL abgeriebene Zitronenschale
Für die Käsekugeln:
400 g Ziegenfrischkäse
Außerdem:
Butter für die Form, 1 Eigelb, 400 g Erdbeeren, 1 EL Butter, 100 g Macadamianüsse, 4 EL flüssiger Blütenhonig
Für das Holunderblütenbrot das Mehl in eine Schüssel sieben und in die Mitte eine Vertiefung drücken, Hefe und Zucker in etwas lauwarmer Milch verrühren, in die Vertiefung gießen, etwas Mehl darüber stäuben. Zugedeckt ca. 30 Minuten gehen lassen.
Die Holunderdolden von den Stielen befreien, abbrausen, abtropfen lassen, zerteilen und mit Salz sowie Zitronenschale auf dem Mehlrand verteilen. Von der Mitte her die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, nach und nach die restliche Milch zugeben. Zugedeckt 1 Stunde gehen lassen.
Eine Kastenform ausbuttern. Den Teig durchkneten und in die Form füllen. Mit verquirltem Eigelb bestreichen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (Gas Stufe 3, Umluft 180 Grad) etwa 50 Minuten backen. Herausnehmen, aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Für die Käsekugeln den Ziegenkäse zu 4 Kugeln formen und auf Glastellern anrichten. Zugedeckt kalt stellen. Die Erdbeeren waschen, putzen und halbieren. Die Butter bei mäßiger Hitze zerlassen und die Nüsse darin bräunen. Erdbeeren und Nüsse rings um die Käsekugeln verteilen. Zuletzt den Honig über die Kugeln träufeln. Sofort mit dem Holunderblütenbrot servieren.
Dieses Rezepte sowie weitere köstliche extravagante oder herkömmliche Anregungen finden sich in dem außergewöhnlich gestalteten Buch „Endlich Erdbeerzeit“ von Oda Tietz
Oda Tietz zeigt in ihren Rezepten, wie wunderbar Pudding und Sahne, Quark und Schmand, Milch und Joghurt, Eis und Gelee, Crepes und Cremens, Käse und Schinken, Ingwer und Minze, Anis und Kreuzkümmel, Sekt und Likör mit Erdbeeren kombiniert werden können. Denn die Königin unter den Beeren ist nicht nur zum Reinbeißen schön und voller Wohlgeschmack, von betörendem Duft und magischer Anziehungskraft - sie verträgt sich auch mit vielerlei anderen Früchten und kandierten Blüten, krönt Torten, Törtchen und Desserts, veredelt Salate, Suppen und Getränke auf raffinierteste Weise. Und als Marmelade, Konfitüre oder Gelee ist sie der Star auf jedem Frühstücktisch. Die 50 verlockendsten Erdbeerrezepte. Mit Spotlack und Hochprägung.
Mit diesem Buch können Sie jeden Tag der Saison voll auskosten.
Das Buch kostet im Buchhandel 9,95 Euro.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.
Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.
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