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Metz

Garten der Aromen

Wer einen Garten besitzt oder sich damit beschäftigt, der weiß dass Garten nicht gleich Garten ist. Man unterscheidet zwischen historischen Gärten, Nutzgärten, Barockgärten, Kräuter-  und Aromagärten und einiges mehr.  Und - ein Garten trägt immer deutlich die Handschrift seines Gestalters.

So auch der Garten in Laquenexy, angelegt von Pascal Garbe, Diplom-Landschaftsarchitekt des Instituts für Landschaftsarchitektur und Projektleiter von „Gärten ohne Grenzen“ beim Generalrat des Departement Moselle. Wobei ein Name und eine Beschreibung den Enthusiasmus und die Begeisterung von Monsieur Garbe nicht im Geringsten wiederzugeben vermag. Sein Ideenreichtum zeigt sich anschaulich im Savour Garten in Laquenexy. Die Entwicklung dieses Gartens begann bereits 1904. Damals  hauptsächlich mit der Zweckdienlichkeit, verschiedene Rebsorten auf ihre Widerstandsfestigkeit zu prüfen. Nach dem Krieg wurden die Aktivitäten der Einrichtung auf sämtliche Obstsorten ausgedehnt, insbesondere auf die Mirabellen, Äpfel und Birnen. Bereits Ende der 90er Jahre galt der Obstgarten von Laquenexy mit mehr als 1000 Arten als eine der bedeutendsten Obstplantagen in Frankreich.

Garten der Aromen Metz

Pascal Garbe mit dem Schöpfer des Kunstwerkes Spiralen im Hintergrund, Laurent Weiss. Weiss inszeniert dieses Jahr auch das Festival Chaumont sur loire 

Seit 2008 steht die Anlage mit dem Garten der Aromen den Besuchern offen. Es handelt sich um eine sehr innovative und außergewöhnliche Gartenanlage, welche den Besucher auf eine Entdeckungsreise mit allen Sinnen führt. Nicht nur aufgrund der einzigartigen Gestaltung  und dem besonderen Arrangement der Pflanzen. Sondern auch wegen der diversen liebevoll platzierten Kleinigkeiten, welche auf einem ausgedehnten Spaziergang zu entdecken sind. Dabei müssen es nicht immer nur große, auffällige Kunstwerke sein, die Blicke auf sich ziehen. Wie im Jahr 2010 der erste indianische Garten außerhalb Nordamerikas unter dem Titel Ohtehra, Voyages en Territoire Amérindien, der hier aufgebaut wurde. Manchmal sind es eben aber gerade die Kleinigkeiten, die einen Garten liebenswert und außergewöhnlich machen.

Garten der Aromen Metz

Das Spiel mit Farben und Sinnen 

Auf den Pfaden der knapp 4 Hektar großen Anlage kann man sich gut und gerne einen ganzen Tag lang aufhalten,  vorausgesetzt man geht mit wachen Augen hindurch. Und nimmt sich auch das ein oder andere Mal ein wenig Zeit um zu verweilen. Sitzmöglichkeiten gibt es zu Hauff. Und für den kleinen oder großen Hunger zwischendurch stehen im Restaurant raffinierte und originelle Gerichte zur Verfügung.

Garten der Aromen Metz

An apple a day keeps the doctor away - Aber - Bitte nicht vom Mosaik aus Äpfeln entwenden 

Strukturiert ist der Garten durch 14 Themenbereiche, immer mit Hauptaugenmerk auf das Aroma und die Inszenierung. Während man durch die Anlage wandelt, eröffnen sich ungeahnte Welten. Im Garten der Sinne, in der Sammlung der Zitrusfrüchte mit Zitronen, Pampelmusen oder Kumquats,  oder im Garten der Gräser, in dem der Besucher eingeladen wird die Pflanzen zu zerreiben und daran zu schnuppern. Es gibt Thymian mit Orangenduft, Chrysanthemen, die nach Pfefferminze riechen oder Wiesenknopf, dessen Blätter einen frischen, leicht nussigen Geschmack besitzen. Erstaunlich, wie viele essbare Pflanzen, kleine Früchte und Kräuter nicht nur das Auge, sondern auch die Nase und den Gaumen erfreuen.  Und was die Welt der Pflanzen alles zum Verspeisen anbietet. Im Garten der essbaren Blumen  findet man Blüten, die nicht nur durch ihre Schönheit bestechen. Wie zum Beispiel Borretsch oder Schnittlauch. Weniger bekannt sind dagegen die Monarde oder auch die Nessel. Der Garten der Beerenfrüchte schafft einen Überblick über die Beeren, welche man im Garten naschen kann. Dazu zählen Himbeeren, Erdbeeren, Kornelkirschen oder auch Holunderbeeren. Ein Garten Eden mit schier unendlichen Offerten zum Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken. Vorsicht geboten ist im „Verbotenen Garten“. Das Sprichwort lautet verbotene Früchte sind süß. Eben weil alles was verboten ist, einen besonderen Reiz auf die Menschheit auszuüben scheint. Nun, in diesem Fall ist davon abzuraten. In ihm gibt es gefährliche oder sogar tödliche Pflanzen zu sehen.

Wie schön auch ein Gemüsegarten sein kann demonstriert der Gemüsegarten eines Epikurers mit seinen Blumen, Gemüse und einem Wasserbecken. Der Garten von Laquenexy bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, genüsslich umherzuschlendern. Zum Beispiel im Kürbistunnel. Alles was in der Welt der Gemüse klettern kann, erobert eigens dafür bereitgestellte Metallgerüste und bietet einen anderen Blickwinkel auf Flaschenkürbisse oder Kuhbonnen. Im Kiesgarten findet man Pflanzen, die trockenen Boden lieben, in der Haselnuss-Allee eine alte Sammlung von Sträuchern, welche hier ihr Comeback erleben dürfen. Es gibt auch ein Labyrinth, das nicht nur von Kindern gerne besucht wird.

Jedes Jahr neu entsteht der vergängliche Garten. Diese Fläche wird nur für jeweils eine Saison angelegt.

Der Garten ist Mitglied des Netzwerkes Jardins sans Limites - Gärten ohne Grenzen, einem länderübergreifendem Zusammenschluss verschiedener Anlagen im Saarland, dem Departement Moselle und Luxemburg.

 

Kontakt

 

Les Jardins Fruitiers

4 rue Bourger et Perrin, F-57530 Layuenexy

Tel.+33 (0)387350100, jardins-fruitiers@cg57.fr

www.jardins-fruitiersdelaquenexy.com

 

Moselle Tourisme

2-4 rue du Pont Moreau, F-57003 Metz cedex 1

Tel. +33 (0)387375780, info@moselle-tourisme.com

www.tourismus-moselland.com

 

Geschäftsstelle des Projektbüros „Gärten ohne Grenzen“

Ellerweg 11, D-66663 Merzig

tourismus@merzig-wadern.de - www.gaerten-ohne-grenzen.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

 

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich

 

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