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Alles in Butter! Oder: Noch Fragen?

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im Rahmen unserer Reihe „Alles in Butter“ decken wir den Hintergrund einer kulinarischen Redewendung auf.

 

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Alles in Butter

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Man könnte sich tatsächlich viel Verpackungsmaterial sparen, wenn man dazu übergehen würde sich auf Altbewährtes zu besinnen. Ganze Berge von Plastik, Styropor und Papier, die nicht mehr zum Einsatz kommen müssten. Würde man nur „Alles in Butter“ packen. Übergeschnappt? Keineswegs.

Wir kennen heute den Ausspruch „Alles in Butter“ als Synonym für „Alles in Ordnung, alles in Sicherheit“. Es läuft wie geschmiert hat allerdings eine ganze andere Bedeutung. Wenn alles läuft, alles funktioniert wie geölt, dann nennt man das heutzutage einen Flow. Ob im Geschäft, in der Liebe oder finanziell. Das hat nur im weitesten Sinne mit dem Schmierstoff Butter zu tun.

Alles in Butter haben wir den Venezianern und ihren Handelspartnern zu verdanken. „La Serenissima, heute in erster Linie als Touristenhochburg bekannt, galt lange Zeit als Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Der Palazzo Fondaco dei Tedeschi zeugt noch heute von den Vertretungen großer deutscher Handelshäuser in der damaligen „Weltstadt“. Glas aus Murano, der kleinen Insel bei Venedig, gilt nach wie vor als Inbegriff für qualitativ hochwertige Glaskunst. Dort können wir heute noch die Künstler beobachten und die Prachtstücke als Souvenirs und Andenken mit nach Hause nehmen. Wie gesagt, verpackt in Unmengen an umweltschädlichem Plastik. Einst mussten die teuren Gläser auf dem Rücken der Pferde oder in Kutschen aus Venezien über die Alpen transportiert werden. Ohne Stoßdämpfer. Die hat es damals noch nicht gegeben. Wie man übrigens im Verkehrsmuseum in München eindrucksvoll zu beweisen vermag. Dort kann man computersimuliert die damaligen ziemlich unsanften Reisebedingungen am eigenen Leib erfahren. In einer ehemaligen Postkutsche – wahrlich kein Vergnügen.

Darüber hinaus gab es damals auch keine Tunnel durch die hohen Berge. So musste das kostbare Gut auf holprigen Wegen über Berg und Tal an ihren Bestimmungsort verschafft werden. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen für das zerbrechliche Gepäck. Ein kleiner Stoß genügte und die Ware hätte nicht mehr verkauft werden können. Dass Scherben Glück – ob man das den Händlern hätte schlüssig erklären können? Wohl kaum. Nun geht ja nichts über die Findigkeit von Geschäftsmännern. Damals wie heute. Und so kam man im Mittelalter auf die Idee, die Gläser in großen Fässern zu transportieren. Darüber goss man heiße Butter, welche sich beim Erkalten verfestigte. Die Gläser konnten nicht mehr verrutschen und hielten selbst einem Fall aus der Kutsche stand. „Alles in Butter“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob und wie dann bei der Ankunft das nun überflüssige Milchprodukt weiter verwendet wurde ist leider nicht überliefert.  

 

Es brennt wie Zunder

Es brennt wie Zunder 

Ebenfalls – wenn auch etwas entfernt – mit dem Essen zu tun hat eine weitere Redensart. Heute haben wir hochmoderne Öfen und Mikrowellen, um unsere Speisen zu erwärmen. Aber dereinst – vor sehr, sehr langer Zeit, da wurde über offenem Feuer gekocht. Manche machen das zwar heute auch, aber nur aus Spaß an der Freude. Notwendig hätten sie es nicht angesichts Umluft, Ceranfeld und so weiter und so weiter.

Unsere Vorfahren waren zunächst einmal nur in der Lage, Feuer am brennen zu halten, bevor sie herausfanden wie man es schaffen konnte dasselbe zu entfachen. Im praktischen Sinne. Jedenfalls mussten mangels Feuerzeug oder Elektroanzünder in der Steinzeit andere Methoden her, um an die begehrte Wärmequelle zu kommen.

Nun - aus der Zeit, als man noch mit eigenen Händen das Feuer entfachen musste, stammt der Ausdruck „es brennt wie Zunder“. Wenn etwas brennt wie Zunder, dann brennt es sehr leicht und sehr gut. Aber immer ist dafür eine Quelle nötig, an der es sich entzünden kann, ein Funken. Der wurde meist mit zwei Feuersteinen entfacht. Fiel der Funken dann auf den darunter liegenden Zunder bedurfte es nur noch eines kleinen Windstoßes und es brannte wie Zunder eben brennt - lichterloh. Zunder ist ein leicht entflammbarer Schwamm, den unsere Urahnen als Unterlage verwendet haben.

Es handelt sich dabei um einen Baumschwamm. Das „Feuerzeug der Steinzeit“ bestand aus einem Behälter mit Zunder, einem Feuerstein und einem Pyritstein zum Funken schlagen. So einen Zunder trug übrigens auch der berühmte „Ötzi“, die 5300 alte Gletschermumie aus der Jungsteinzeit, welche 1991 in den Alpen in Südtirol gefunden wurde, bei sich.

Es brennt wie Zunder

 

Absahnen

Alles in Butter

Eis, Erdbeertorte, Cappuccino – „aber bitte mit Sahne“: Udo Jürgens besang die Kalorienbombe die uns allen das Wasser im Munde zusammen laufen lässt. Und meist sind es tatsächlich die kleinen Sahnehäubchen obenauf, welche nicht nur von den kleinen Kindern besonders heißt begehrt werden. Kommt daher die Redewendung absahnen, weil die kleinen Schleckermäuler mit Vorliebe das Beste – sprich die Sahne – von allem abkratzen? Mütter kennen die „abgeernteten“ trockenen Kuchen – übrig gelassen von ihren lieben Kleinen nach dem „absahnen“. Kommt daher der Ausdruck?

Sicher profitieren die kleinen Naschkatzen davon, weil ihr Hunger nach einer Extraportion Süßes damit ausreichend gestillt ist. Allerdings ist das Bonmot „Absahnen“ nicht aus diesem Hintergrund heraus entstanden. Es stammt vielmehr aus einer Zeit, als Sahne noch als etwas besonderes Nahrhaftes und somit Wertvolles gegolten hat. Als man noch weit davon entfernt war Kalorien zu zählen lieferte sie lebensnotwendige Fette und fettlösliche Vitamine.

Die Sahne, sprich der Rahm sind die fetthaltigen Milchteile, welche sich bei der Milch oben absetzen wenn sie eine kurze Zeit stehen geblieben ist. Wohlgemerkt nur bei Rohmilch frisch von der Kuh. Würde man das heute bei unserer homogenisierten Milch ausprobieren, erhielte man nur abgestandene Milch. Der an der Oberfläche abgesetzte Rahm ist damals wie heute der Grundrohstoff für die Butter- und Käseherstellung. Auch der österreichische Begriff Obers, ein anderer Ausdruck für Sahne, lässt sich daher ableiten, dass man das obere abschöpft - die Obermilch. Man hat also tatsächlich abgesahnt, was heißt das Beste daraus entnommen. Heute kennen wir eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Wie in etwa Creme Fraiche oder Schmand. Allerdings den Begriff „abschmanden“ oder „abfraichen“ gibt es bisher noch nicht.  

Nicht die Bohne

Alles in Butter 

Würde heute jemand einen Finger krumm machen für ein Reiskorn oder ein Weizenkorn. Oder eventuell für eine Bohne. Sicher nicht. Man könnte ohnehin nicht satt werden von einer einzigen. Also so etwas ist heute wirklich nicht der Mühe wert. In unserer Überflussgesellschaft würden wir uns nicht einmal mehr nach einem Sack Bohnen umdrehen. Die meisten jedenfalls. Die Supermärkte locken mit kulinarischen Genüsse aus aller Welt. Als Lieferant für wichtige Nährstoffe sind wir also schon längst nicht mehr auf Bohnen angewiesen.

Im Mittelalter aber war die Bohne mit ihrem hohen Eiweißgehalt ein wichtiges Nahrungsmittel. Obwohl man damals ohnehin nicht Essen im Überfluss hatte - um eine einzelne Bohne hätte sich sogar zu der Zeit niemand gemüht. Daher stammt der Ausspruch - es interessiert mich nicht die Bohne. Da kannst Du mir erzählen was Du willst, die Aussage ist absolut unbedeutend.

Bohnen dürfen übrigens niemals roh verzehrt werden, da sich erst beim Kochen die gesundheitsschädlichen Lektine in Luft auflösen bzw. zerstört werden. Dann aber versorgen sie uns mit wichtigen Mineralstoffen, Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen.

Die frostempfindliche Bohne, die wir vermeintlich seit Urzeiten als Bestandteil deutscher Bauerngärten kennen, stammt übrigens aus den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas und kam im 16. Jahrhundert nach Europa.

Wie groß die Anzahl der Bohnen sein müsste, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Und wie es sich dann mit der braunen Kaffeebohne verhält. Das interessiert vermutlich „nicht die Bohne“.  

Beleidigte Leberwurst

Kann eine Leberwurst beleidigt sein: Wenn ja, wie äußert sich das? Nun, dass Leberwürste Gefühle zeigen, davon wollen wir einmal nicht ausgehen. Und dennoch verwenden den Ausdruck „Beleidigte Leberwurst“ bereits die kleinen Kinder. Warum also werden wir Menschen ausgerechnet mit einer Leberwurst verglichen, wenn wir schmollen oder verärgert sind?

In diesem Zusammenhang geht die Reise zurück in die Zeit, in der man die einzelnen Funktionen unseres Mysteriums Körper noch nicht recht zu deuten wusste. Und so sah man im Mittelalter die Leber als Organ, welches für Reaktionen zuständig ist. Sogar die Gelehrten gingen davon aus, dass alle Gefühle des Menschen, egal ob Trauer, Liebe oder Wut, in der Leber produziert werden. Und wenn sich nun jemand einfach so angegriffen fühlte, ohne handfesten Hintergrund, dann hatte jemand seine Leber gekränkt. Er hatte eine beleidigte Leber.

Alles in Butter

Die Wurst kam erst später zur Redensart dazu: Es hätte also genau so gut ein schmollender  Leberknödel daraus werden können. Wäre da nicht ein Metzger gewesen, der seine Leberwürste demütigte bis sie vor Wut platzten. Denn er entfernte alle anderen Würste, wie zum Beispiel die Blutwurst, vor der Leberwurst. Sie müssen nicht so lange kochen. Es gab dafür also einen handfesten Grund. Allerdings hat der die Leberwurst nicht interessiert. Weil sie allein im Kochtopf bleiben musste, war sie beleidigt. Eigentlich grundlos. So haben wir heute eine beleidigte Leberwurst im Gegensatz zur Laus, die einem  über die Leber gelaufen ist. Da unterstellt man den Betroffenen nämlich, dass sie tatsächlich berechtigten Grund haben, verärgert zu sein. Warum aber jetzt hier wieder ausgerechnet eine Laus. Eine Laus ist ein kleines Tier und da es sich, wenn einem eine Laus über die Leber gelaufen ist, nur um eine kleine Unpässlichkeit handelt, braucht man dafür auch ein kleines Tier. Ein Elefant über die Leber – das wäre dann schon wieder eine Steigerung. Darüber hinaus beginnen beide Worte nicht mit den gleichen Anfangsbuchstaben. Gerade das wird aber häufig in Sprüchen, welche die Menschen sich leicht merken können sollen, genutzt. Laus – Leber. Es handelt sich dabei um eine rhetorische Angelegenheit, welche man als Alliteration bezeichnet.  

 

Jemanden Honig ums Maul schmieren

Damit will man sagen, dass man jemand schmeichelt, um ihn günstig für sich zu stimmen. Man schleimt wie wir im Deutschen auch gelegentlich sagen. Honig und Schleim. Beides ist klebrig, das ist wohl wahr. Den Honig aber als schleimige Masse zu bezeichnen würde der Qualität des Imker-Produktes Unrecht tun. Also kann man wohl diese Herkunft ausschließen. 

Manche Quellen begründen den Ursprung darin, dass man jemandem Honig mit dem Löffel verabreicht - vorzugsweise den kleinen Kindern - um sie gnädig zu stimmen. Gelegentlich wird das süße Naschwerk auch auf dem Schnuller verabreicht, was bekanntlich tatsächlich zu einer ziemlichen Schmiererei ausartet. Auf jeden Fall ein Trick mit Geling-Garantie. 

Warum sollte das, wenn es bei den menschlichen Naschkatzen funktioniert, nicht auch bei einem Gott seinen Zweck erfüllen. Die Wendung wird nämlich gelegentlich auch auf einen chinesischen Brauch zurückgeführt. Deren Küchengott sollte dem Glauben nach am 25. des letzten Monats in den Himmel steigen, um dort über die Hausbewohner Bericht zu erstatten. An jenem Tag wurde daher besonders eifrig geopfert und den kleinen Küchengott-Figuren Honig auf die Lippen gestrichen. 

Diese Erklärung allerdings findet im „Duden Redewendungen“ wenig Anklang. Er verweist auf das liebevolle Füttern von Kleinkindern, um sie gnädig zu stimmen.  

Alles in Butter 

 

Eine treulose Tomate

Können Tomaten untreu sein und wenn dann wem? Vielleicht dem Mozzarella, wenn sie sich mit grünem Salat verbünden statt dessen. Oder dem Basilikum. Der ist ja sehr geschmacksintensiv und manche Leute mögen ihn nicht. Wenn sich die Tomate dann den Kräutern aus der Provence nicht verweigert. Ist sie dann dem Basilikum gegenüber untreu. Lassen wir das. Mit Sicherheit gibt es wichtigere philosophische Themen, über die zu diskutieren es sich lohnt.

Dem Spruch untreue Tomate auf den Grund gegangen, landet man nämlich in einer ganz anderen, völlig überraschenden Richtung. Man höre und staune. Es besteht eine Verbindung zwischen der Tomate und dem italienischen Herzensbrecher mit seinem Ruf, der ihm vorauseilt. Oder der ihn verfolgt, je nachdem. Mittlerweile sind es ja längst nicht mehr überwiegend die Italiener, welche sich nicht schwer tun in fremden Revieren zu wildern.

Einst aber bestimmten Vorurteile noch mehr als heute die vermeintlichen Charakteristiken. Casanova mag zu diesem Image wohl seinen Anteil beigetragen haben. Und dass die Italiener gerne Tomaten essen lässt sich nicht bestreiten. Ist ja auch kein Wunder, unter der Sonne des Südens reifen die Nachtschattengewächse besonders gut heran und entfaltet ihr volles Aroma. Fazit: Die Italiener essen Tomaten und sind untreu. Punkt. Also steht eine untreue Tomate als Synonym für einen abtrünnigen Menschen.

Ob da ein wenig Neid dahinter gesteckt ist. Wer weiß. Das Liebäugeln mit weiblichen Personen ist ja nun nicht ausschließlich den Italienern vorbehalten. Welche übrigens - auch ein altes Vorurteil - sobald sie verheiratet sind ganz schön unter den Fittichen ihrer Ehefrauen stehen sollen. Dann flirten sie eben, um noch ein klein wenig ihrer Freiheiten auszukosten. Und dass sie dauernd Tomaten essen. So ein Unsinn, nicht wahr. Wissen wir doch heute, dass die Italiener Spaghetti mit Knoblauch und Öl am häufigsten verzehren neben der Pizza - auf der zugegeben auch Tomaten vorhanden sind. Die Deutschen essen Kraut, die Türken Döner. Vorurteile kleben wie Kletten.  

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Dreikäsehoch

Als laufender Meter oder auch als Dreikäsehoch müssen sich gelegentlich kleine Kinder bezeichnen lassen. Insbesondere dann, wenn sie sich größer wähnen, als sie sind.

Offensichtlich gab es schon im 18. Jahrhundert derart kleine Naseweise, die sich für klüger hielten als der Rest der Welt. Damals fand man nämlich für sie die Bezeichnung Dreikäsehoch. Um sie scherzhaft wieder an ihre eigentliche Größe zu erinnern.

Woher die Redewendung stammt, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Auch eine genaue Vorschrift, wie hoch diese drei Käselaibe sein müssen, gibt es nicht. Ausgeschlossen werden kann auf jeden Fall, dass damit drei Camembert gemeint sind. Das Maß berechnet sich nach richtigen Käselaiben mit mindestens zwanzig Zentimeter in der Höhe. Nach holländischer Art mit einem Umfang so groß wie ein Auto-Rad. Auch wenn das für einen Käse schon stattliche Ausmaße sind, ist ein Mensch mit einer Höhe von drei Käselaiben dennoch noch sehr klein.

Ebenso hoch ungefähr wie drei aufeinander gestapelte Kisten. Gelegentlich liest man nämlich auch, dass der Begriff „Dreikäsehoch“ aus einer Wortabwandlung herrührt. Auf Französisch heißen die Kartons caisse. Was sich dann später in Käse verwandelt haben kann abstammend von drei Kisten hoch. Das Fazit bleibt auf jeden Fall gleich: Klein bleibt klein ob in Kisten oder Käsen gemessen. Für einen neunmalklugen Sprössling verwenden die Franzosen übrigens einen ganz anderen Spruch: „a peine haut comme trois pommes.“ Kaum drei Äpfel hoch.

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Kohldampf schieben

Der Ausdruck Kohldampf schieben bietet Raum für eine Menge Spekulationen: Hat man den noch dampfenden Kohl auf einem Serviertisch herein geschoben und damit den Hunger gestillt. Sicher nicht. Kohl ist eine Arme-Leute-Speise gewesen und die bekamen ihre Mahlzeiten unter Garantie  nicht auf einem Tablettchen serviert. Es gibt auch keinen Zusammenhang mit dem „Dampf machen“ im Sinne von schnell garen wie z.B. in einem Schnellkopf. Man kann da keineswegs zur Eile antreiben, da gerade der Kohl relativ lange Kochzeiten benötigt. Es wird auch nicht abgeleitet davon, weil man das Gemüse gelegentlich dämpft, bevor es auf den Tellern landet. Oder vielleicht kommt die Redewendung daher: Wenn etwas dampft reagiert der Körper in freudiger Erwartung einer Speise. Nase an Magen. Es dampft und riecht, da kommt gleich was zu essen. Auch das erscheint nicht sinnvoll. Wie man ja weiß, verströmt der Kohl gerade beim Kochen einen besonders intensiven, aber  überwiegend unangenehmen Geruch, der noch lange in der Küche verhaftet bleibt. Auch diese Erklärung ist falsch.

Die Entstehungsgeschichte ist ganz banal. Es handelt sich schlicht um eine wörtliche Übersetzung. In gewisser Weise aus einer Fremdsprache. Jedenfalls für diejenigen, welche nicht vorzugsweise in Gaunerkreisen verkehren. Aus einer Art Geheimsprache oder „Fachjargon“ für Halunken und Landstreicher, dem Rotwelschen, stammt das „Kohldampf schieben“. Rotwelsche waren soziale Randgruppen, welche es bereits im späten Mittelalter schon gegeben hat. Diese Bezeichnung wiederum entstand aus dem Wort Rotte für Rot und welsch beschreibt etwas Fremdartiges. Das ist ganz nebenbei bemerkt der Grund, weshalb die Münchner die Türme ihrer Frauenkirche als welsche Hauben bezeichneten. Weil die Zwiebelform zur Bauzeit im bayerischen Raum vorher noch nicht vertreten war und äußerst merkwürdig erschienen ist. Rotwelsch war insgesamt eine abwertende Bezeichnung für einen gewissen Personenkreis. Und die hatten ihren eigenen Dialekt oder ihren eigenen Slang wenn man so will. Um sich miteinander zu verständigen und ihre Identität und Zusammengehörigkeit zueinander zu demonstrieren. So ähnlich wie die Börsianer heutzutage. Die sprechen ja auch ihre ureigene Sprache.

Und in diesem Kauderwelsch bezeichnet das Wort Kohler den Hunger. Verstärkt wird der Begriff noch durch den Anhang Dampf. Scheffen hingegen steht für das Verb sein/haben. Also zusammengefasst: Kohl verstärkt mit Dampf und scheffen dazu Hunger sein/haben ist gleich Kohldampf schieben. Wir sehen, Kohldampf schieben hat mit Kohl absolut nichts zu tun. Dem Kohl verdanken wir Deutschen höchstens die Bezeichnung „Krauts“ – Sauerkrautesser, wie wir einst von Engländern und Amerikanern nicht gerade liebevoll genannt wurden. Nun, dabei haben wir Deutschen absolut nicht  das Sauerkraut für uns gepachtet. Am häufigsten verspeist wird das nämlich in Frankreich. Und überwiegend hergestellt ebendort. Als Vermächtnis französischer Mönche, die die Idee ihrerseits von den Römern geklaut haben sollen.

Aber wenn wir schon mal beim Kohl sind - um die Tatsache zu relativieren, dass dieser bei der Zubereitung eigenartige Düfte von sich gibt. Beim Verzehr schmeckt er ganz vorzüglich und liefert gerade in der kalten Jahreszeit heimische Genüsse mit wertvollen Inhaltsstoffen.  

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Mit dem ist nicht gut Kirschen essen

Kirschen aus Nachbars Garten schmecken am besten: Aber mit jemandem gut Kirschen stehlen zu können, heißt ja nicht zwangsläufig, dass man sie mit ihm auch gut essen kann. Ist die Beute erst mal gemacht, kann es ja durchaus sein, dass man sich beim Essen derselben entzweit. Kirschen stehlen ist übrigens kein Kavaliersdelikt, sondern Mundraub.

„Mit dem ist nicht gut Kirschen essen“ ist laut Duden eine Redensart, die sich aus dem Sprichwort „wer mit Herren Kirschen essen will, dem werfen sie die Stiele in die Augen“ entwickelt hat und war einst als Warnung an Untergebene vor den Launen der hohen Herren gedacht. Nur Wohlhabende konnten sich im 18. Jahrhundert den Luxus eines Kirschbaumes leisten. Und wer in den Genuss der süßen Früchte kommen wollte, der musste sich eben auch mit den Kehrseiten der Medaille abfinden. Mit der arroganten Behandlung durch die edlen „Kirschenstifter“, den reichen Leuten. Heute will uns dieser Spruch vor unangenehmen Zeitgenossen warnen.

Die Kirsche zählt übrigens zu den Rosengewächsen zur Gattung Prunus. Trotz ihres intensiven Geschmacks ist sie relativ pflegeleicht. Besonders liebreizend mit ihren unzähligen rosaroten Blüten im Frühjahr zeigt sich die Japanische Blütenkirsche - eine Zierkirsche, welche nicht für den Verzehr geeignet ist. Interessant sind auch die diversen Bezeichnungen für die Kirsche in den einzelnen Dialekten. Das Repertoire reicht von Kriesi im Badischen über die bayerischen Kiaschn und die schwäbischen Kriese bis hin zu den hessischen Kesch. Die Berliner zaubern sogar noch einen Umlaut mit hinein und nennen sie Kürsche. Während die Kölner eine Vorliebe für die Körsche entwickelt haben.

Die Welthauptstadt der Kirsche ist Traverse City, jedenfalls bezeichnet sie sich selbst so. Die Stadt in Michigan USA feiert jedes Jahr im Juli das Nationale Kirsch-Festival. Im Piemont, berühmt geworden durch Film und Fernsehen und die Piemont-Kirsche dominiert der Anbau von Weinreben. Nicht der Anbau von Kirschen wie man vermuten könnte. Allerdings hat die Firma mit der berühmten Piemont-Kirsche, verpackt in Schokolade, umhüllt von Alkohol ihren Sitz im Piemont.  

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Es geht um die Wurst

Es geht um die Wurst bedeutet im übertragenen Sinne es geht um alles oder nichts. Eine Wurst kann ergo über Sein oder nicht Sein entscheiden! Diese enorme Bedeutung hätte die Wurst eigentlich nicht. Obwohl sie lebensnotwendige Eiweiße und Fette enthält. Gerade in der heutigen Zeit ist das allerdings in erster Linie ein Problem. Etwas was man eigentlich nicht unbedingt benötigt. Meist nimmt man ohnehin zu viel davon auf und hat deshalb ständig mit den Kalorien zu kämpfen.

Alles in Butter

Der Hintergrund für diese Redewendung liegt auch nicht in ernährungstechnischen Aspekten begründet. Die Wurst galt und gilt in manchen Regionen heute noch insbesondere bei Kartenspielen, Eisstockturnieren oder anderen sportlichen Wettkämpfen als Siegertrophäe. Und da geht es dann gelegentlich schon um alles. Um das eigene Ego, um eine Gemeinschaft welche gegen eine andere Gemeinschaft unbedingt gewinnen will. Diesbezüglich wird in ländlichen Gebieten manchmal um die Ehre eines ganzen Dorfes gekämpft. Darum, den anderen zu demonstrieren: wir sind die Besseren. Und da kommt es dann schon darauf an, wer die Wurst gewinnt. Das ist dann eben nicht „Wurst“. Was dann wieder soviel bedeutet wie egal.  

Eine beleidigte Leberwurst

Warum werden wir mit einer Leberwurst verglichen, wenn wir schmollen oder verärgert sind? Im Mittelalter gingen die Gelehrten davon aus, dass alle Gefühle des Menschen, egal ob Trauer, Liebe oder Wut, in der Leber produziert werden. Und wenn sich nun jemand ärgerte, dann hatte er halt eine beleidigte Leber. Die Wurst kam erst später zur Redensart dazu.
In einer alten Erzählung geht es um eine Leberwurst, die im kochenden Wasser eines Kessels vor Wut platzte. Denn der Metzger nahm alle anderen Würste, wie zum Beispiel die Blutwurst, vor der Leberwurst heraus, weil sie nicht so lange kochen müssen. Und weil die Leberwurst allein im Kochtopf bleiben sollte, war sie beleidigt. 
 

Einen Toast aussprechen

Mit vollem Munde spricht man nicht lehrt der Knigge Guten Benehmens. Auch der Toast macht da keine Ausnahme. Woher kommt also das Sprichwort „einen Toast aussprechen.“

Mittlerweile gilt das nicht mehr. Aber einst war der Wein aus dem klimatisch nicht so begünstigten England nicht sehr schmackhaft. Angeblich war das der Grund, weshalb man im 18. Jahrhundert bei großen Festessen in England eine Scheibe gerösteten Toast in den Wein getan hat, um den Geschmack zu verbessern. Wein gehörte zum Fest ebenso wie die Festrede. Einen Tost sprach man also immer dann aus, wenn man mit einem Glas Wein zu einem Trinkspruch anheben wollte.

Bereits seit dem Mittelalter kannte man in England geröstetes Weißbrot unter dem Begriff Toast. So wie wir ihn heute kennen, gibt es denselben bei uns in Deutschland allerdings erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Ungeröstet wird er heute in England unter dem Begriff Sandwich gehandelt. Und der wiederum soll vom Earl of Sandwich, einem begeisterten Kartenspieler anno 1762 während der Ausübung seiner Leidenschaft erfunden worden sein. Der Hunger packte den spielenden Earl. Um seine Tätigkeit nicht unterbrechen zu müssen, bat er um Essen in zwei Brotscheiben. Und regte damit den Appetit eines Mitspielers an, der darauf hin ein Brot wie Sandwich verlangte. Ein Sandwich eben. Später wurde das Ereignis beschönigt. Nicht beim Nachgehen seiner Leidenschaft, sondern während seiner Arbeit am Schreibtisch soll den Earl der Hunger gepackt haben.  

Alles in Butter

 

Tomaten auf den Augen

Diese Redewendung bedeutet, dass jemand etwas nicht bemerkt oder nicht sieht. Aber warum ausgerechnet Tomaten und nicht etwa Birnen oder Kartoffeln? Sobald man die vor den Augen hat, sieht man ja auch nichts mehr. Der Ausspruch „Tomaten auf den Augen“ hat nicht unbedingt mit äußeren Einflüssen zu tun. Vielmehr liegt das Geheimnis im Inneren des Auges.

Der Grund dafür ist leicht nachvollziehbar. Tomaten sind ja bekanntlich rot. Genauso sehen auch unsere Augen aus, wenn wir müde oder verschlafen sind. Und müde Menschen sind oft auch nicht ganz so aufmerksam und bemerken wichtige Sachen nicht. Deshalb haben sie dann die sprichwörtlichen „Tomaten auf den Augen“.

Gerade in unserer Zeit könnte man meinen, es gibt immer mehr Menschen mit dem Nachtschattengewächs vor dem Sehnerv. Allerdings ohne bestimmten Grund. Das liegt aber dann häufig auch am Desinteresse an seinem Nächsten, an grenzenlosem Egoismus und mangelnder Empathie. Und nicht zwangsweise an schlaflosen Nächten.

Mittlerweile sind die überreizten, geröteten Augen aber auch tagsüber zum Phänomen geworden. Das liegt wiederum an unserem Computerzeitalter. Es handelt sich also um einen Ausspruch, der wieder aktueller den je zu werden scheint.  

Alles in Butter

Seinen Senf dazu geben

Da kann das Essen noch so wenig schmackhaft sein, Senf oder Ketchup macht alles wett: Besonders in Bayern kennt man dieses Erfolgserlebnis bei Weißwürsten aus der Dose oder der Tiefkühltruhe. Da hilft nur noch eine kräftige Ladung Senf. Um den unnatürlichen „Touch“ zu überdecken. 

So hielten es einst auch die Wirte im 17. Jahrhundert mit dem Senf. Ungefragt besaßen sie die Angewohnheit, zu jedem Essen eine gehörige Portion davon zu servieren. Durch seine scharfe Würze überdeckte er so manches. Ein Grund dafür mag allerdings auch der gewesen sein, dass damals gerade Senf ein ausgesprochen kostbares Gewürz war. Man zeigte „Klasse“ wenn man ihn einsetzte und demonstrierte das so oft wie möglich. Auch wenn es eigentlich nicht zum Gericht passte - man war stolzer Senfbesitzer und wollte das auch kundtun. 

Senf und Meerrettich waren lange Zeit die einzige Möglichkeit für die europäischen Köche, eine scharfe Würze ins Essen zu bringen. In China fanden die scharfen Körner bereits seit 3000 Jahren Verwendung, während sie erst ab dem 8. Jahrhundert in Mitteleuropa zum Einsatz kamen.  

Mit Senf ein minderwertiges Essen aufzuwerten, das kann mindestens so unangenehm sein wie Ratschläge, nach denen nicht gefragt wurde. Daher stammt die Redewendung „seinen Senf dazugeben“ für eine Situation, in der sich jemand in ein Gespräch einmischt – oder schlimmer noch seine eigene Meinung penetrant mitteilt. Ohne dass ihn jemand dazu aufgefordert hätte.

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Den Braten riechen

Stell Dir vor, Du feierst eine Party und keiner geht hin. So was kommt nicht von irgendwoher. Meist liegt die Ursache in negativen Erfahrungen der anderen. Manche Menschen müssen sich nicht wundern, wenn sie aus lauter Pietätlosigkeit plötzlich ganz alleine da stehen. So geschehen bei einem Bauern aus der Fabel, welcher ein Tier zum Essen einlädt.

So eine Einladung zum Diner ist eine nette Geste möchte man meinen. Ein Essen mit Freunden – das zählt zu den schönsten Dingen des Lebens. Aber das Essen von Freunden? Unter Menschen ereignet sich so was ja Gott sei Dank nicht. In der Fabel werden allerdings häufig Tiere eingesetzt anstelle von Menschen. Um am Ende der Geschichte zu irgendeiner Moral zu kommen. Und da steigt eben dem tierischen Gast der eindeutige Geruch des gebratenen Artgenossen in die Nase. Da gibt es nur noch den unverzüglichen Rückzug. Das Tier hat den Braten gerochen und sich „vom Acker gemacht“.

Es muss nicht immer so makaber zugehen. Aber ein wenig vergleichen kann man das durchaus. Ist es nicht so, dass man gelegentlich eingeladen wird und irgendwie den Verdacht hat der Gastgeber habe die Chose nicht ohne Hintergedanken eingeleitet. Ein Arbeitnehmer, der seinem Chef Komplimente macht um eine Gehaltserhöhung zu erschleichen. Eine Freundin, die einen gemeinsamen Spiele-Abend anregt, um am Ende dann mit der eigentlichen Frage herauszurücken. Hey, ich möchte eine Woche Urlaub machen. Aber wer kümmert sich dann um Kind und Kegel? Na, wer wohl! Man hilft gerne. Aber wenn es gar zu plump rüberkommt. Da wäre es gut, manchmal den Braten vorher zu riechen und zu wissen, dass die freundliche Einladung mit einem Haken verbunden ist. Eben so wie bei dem Bauer in der Fabel. Der aus nicht gerade integeren Gründen ein Tier zum Essen eingeladen hat. Das hat Gott sei Dank den Braten gerochen. Und wir tun das hoffentlich auch gelegentlich – ohne allzu misstrauisch zu werden.  

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Es zieht wie Hechtsuppe

Es zieht wie Hechtsuppe sagt man, wenn man von unangenehm starkem Luftzug berührt wird. Fische sollen ja gar nicht lange ziehen, sonst zerfallen sie, verlieren ihren Geschmack und sind nicht mehr zu genießen. Es gibt also keinen Zusammenhang in kulinarischer Hinsicht zwischen den Fischen und dem Ausdruck. Macht ja auch gar keinen Sinn, weil das Gefühl von Kälte mit dem Genuss von Fisch überhaupt nichts zu tun hat. Ob den Fischen der Wind um die Nase zieht, sobald sie aus dem kühlen Nass heraus geholt wurden und dann in die Atmosphäre mit Sauerstoff eingetaucht werden. Das können wir sie ohnehin nicht fragen. Aber auch darum geht es nicht.

Das Ganze ist so weit hergeholt als wenn man einem Bayern einen „halven Hahn“ präsentiert. Ein halber Hahn ist für einen Süddeutschen, Oktoberfest geeichten Menschen nichts anderes als ein halber Hahn vom Grill eben. Aber weit gefehlt. Im Originaldialekt versteht man darunter nur ein halbes Brötchen belegt mit Käse. Da hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

Ebenso wie die Hechtsuppe mit dem Zug. Auch hier gibt es weder einen direkten Zusammenhang, noch eine Ableitung. Es ist eine der Übersetzungen, die in der Originalsprache ganz etwas anderes meinen. Man nehme nur einmal die Cozze. Italienische Miesmuscheln, die mit der Bedeutung des Wortes im Deutschen in der Regel überhaupt nichts gemein haben. So ergeht es auch der Hechtsuppe.

Im jiddischen Dialekt spricht man von „hech soppa“ und meint damit einen starken Sturm. Daraus wurde dann die Hechtsuppe, in der es zieht. 

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Mit der Wurst zur Speckseite werfen

Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so weiter und so weiter. Manchmal im Leben muss man sich entscheiden, Prioritäten setzten. Ein Gewinn kann gelegentlich einen Verlust bedeuten.

Wenn nun der Speck, einst wesentlich mehr wert weil nahrhafter als die Wurst, nicht ohne Preis zu erreichen ist. Dann muss man bereit sein, für den Speck auf die Wurst zu verzichten. Also, man nehme eine Wurst und werfe damit nach dem höher hängenden Speck. In der Hoffnung, dass der Speck dann herunterfällt. Hinterher spielt es auch keine Rolle mehr, wenn die Wurst nicht mehr genießbar weil geplatzt ist. Man hat dann schließlich ja den hochwertigen Speck. Wer da lange zögert und darüber nachdenkt, ob er nicht beides verlieren könnte, der hat bereits verloren. Zumindest wenn er Wert darauf legt, nach Höherem sprich nach dem Speck zu streben. Der Speck hing tatsächlich immer höher oben als die Wurst.

Das Einsatzgebiet dieses Sprichwortes ist groß und lässt sich in viele Lebensbereiche übertragen. Will man mit einer kleinen Gefälligkeit eine große Gegenleistung erzielen oder sich mit einer kleinen Gabe eine wertvollere einhandeln. Auf jeden Fall erhofft man ein Gegengeschenk. Wobei die Betonung – wie bei der Wurst eben auch – auf der Hoffnung liegt. Gelegentlich kann das ja auch ins Auge gehen. Was heißt, dass manche Menschen dankbar annehmen, ohne das erwünschte Ergebnis. Dann ist die Wurst weg. Und es gibt auch keinen Speck. Man hat mit der Wurst zur Speckseite geworfen und entweder den Speck ergattert oder beides verloren.  

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Wo der Pfeffer wächst

Manchmal wünscht man jemanden dorthin, wo der Pfeffer wächst und zwar meistens dann, wenn der Betreffende nicht erwünscht ist oder man ihn einfach nicht sehen will.
Wo der Pfeffer wächst – das war einst auf jeden Fall ausgesprochen weit weg. Gelegentlich wurde den „Usern“ dieses Sprichwortes ein ganz besonders bösartiger Wunsch unterstellt. Eine Deutung der Herkunft dieses Ausdrucks bezieht sich nämlich auf Französisch-Guayana. Eine Region Frankreichs in Südamerika. 1852 bis 1951 existierte dort eine Strafkolonie unter dem Namen „Archipel der Verdammten". Wenn man jemanden dorthin verbannen wollte, dann hatte man ein sehr schlechtes Ansinnen. Dort in Lateinamerika wächst außerdem der scharfe Cayenne-Pfeffer. Allerdings wird Cayenne nicht aus der Frucht des Pfeffergewächses, sondern aus Paprika hergestellt.

Andere Quellen beziehen sich auf die Entdeckung des Seeweges nach Indien. So soll der Ausspruch zu einer Zeit entstanden sein, als der Pfeffer von dort nach Europa transportiert wurde. Und die Malabarküste in Indien lag für damalige Verhältnisse schon in fast unerreichbarer Entfernung, am Ende der Welt beinah. Wenn man jemanden dorthin wünschte, der kam ebenfalls so schnell nicht wieder. Zumindest zu der Zeit, als die Redewendung entstand.  Der Ausspruch stammt aus Thomas Murners Werk "Narrenbeschwörung" aus dem Jahr 1512 herrühren.

Heute, da die Flugzeuge mit ihrer großen Geschwindigkeit die Menschen an alle beliebigen Teile der Erde bringen, müsste man jemanden den man nicht mehr sehen will noch viel weiter weg schicken. Damit er auf alle Fälle nicht so bald wieder auftaucht. Da wird wohl in absehbarer Zeit auch der Mond nicht mehr ausreichend weit entfernt sein. Vielleicht wäre in Zukunft die Sonne die bessere Option. Leider wächst da nichts.

So kommen wir zum Ende der Serie über kulinarische Sprüche noch auf ein neu erfundenes Bonmot exklusiv für die Leser von ReiseTravel. Ihn wünschen wir auf keinen Fall an den Ort, „an dem Ikarus sich seine Flügel verbrannt hat“ - die Sonne.  

Dafür wünschen wir ihm allezeit die Sonne im Herzen.

Alles in Butter

  

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In unserer Reihe „Alles in Butter“ zu kulinarischen Redewendungen wird der Hintergrund von Ausdrücken aufgedeckt.   

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

 

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich. Fotos Gerald H. Ueberscher 

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Hensted

Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint: Da werden die Fahrräder flugs aus Kellern und Schuppen geholt. Doch aufgepasst mahnt Thorsten Rudnik,...

Völz

Völs am Schlern als Familien-Urlaubsparadies mit hohem Erlebniswert: Sanft streichelt die Sonne die saftig grünen Almen, auf denen kleine Dörfer,...

München

Eine Art Testlauf war das Fachsymposium „Regionale Schätze – Genuss aus Münchens Vorgarten“. Falls die Veranstaltung ein Erfolg wird, so hieß es,...

London

Rolls-Royce - Edel und für viele unerschwinglich: Was haben Thomas Gottschalk und David Beckham gemeinsam? Vielleicht nicht wirklich viel, aber auf...

Regensburg

Reisen & Speisen in Regensburg führen zu facettenreichen Erlebnissen: Egal, wie lange ein Regensburg Aufenthalt dauert, einen kulinarischen...

Klaistow

Spitzenleistung: Wenn der Spargel seine Spitzen durch den märkischen Sand treibt, dann wissen Berliner und Brandenburger, dass wieder Saison für...

Rom

In Bella Italia waren Sie schon lange nicht mehr, sind aber grundsätzlich nicht abgeneigt? Bei mir war es bis vergangene Woche genauso. Da habe ich...

Peking

Noch Dunst oder schon Smog? Klare Sicht ist in Peking selten. Die Chinesen kaufen zu wenige chinesische Autos. Chinas Hersteller bangen um ihre...

Uly Koch

In Donaueschingen befindet sich die Quelle der Donau: Nach 609 Kilometern durch Deutschland fließt der Fluss dann weiter durch zahlreiche Länder und...

Volker Lange

Volker Lange   Kurz vor der AMI: Vom 2. bis 10. Juni 2012 findet die AUTO MOBIL INTERNATIONAL (AMI) als PKW-Messe des Jahres in...