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Die Besten der Besten
Der Motor Presse Club (MPC) verlieh auf der AMI in Leipzig zum sechsten Mal die Preise für die besten Autobücher des Jahres: „Nach sechs Jahren kann man wohl mit Recht sagen, dass sich die Idee des MPC-Autobuchpreises durchgesetzt hat“, mit diesen Worten begrüßte Jürgen Lewandowski, Vorsitzender des MPC, die Gäste bei der Preisverleihung in Leipzig. „Dieser Preis ist etabliert – doch wir würden uns natürlich freuen, wenn noch mehr auch kleinere Verlage die Chance ergreifen würden, sich hier einer renommierten Jury zu stellen, um dann – im Rahmen der AMI – die Kreativität ihrer Autoren und ihres Verlags präsentieren zu können.“ Und Martin Buhl-Wagner, der Chef der Leipziger Messe – erinnerte in seinen Worten daran, dass die Messestadt Leipzig seit Jahrhunderten auch als Stadt des Buchs bekannt sei, und dass man stolz sei, mit dieser Preisverleihung innerhalb der AMI auch dem Genre des Autobuchs eine besondere Plattform geben zu können.
Jürgen Lewandowski (l.) und Martin Buhl-Wagner, Foto M. Gottschling
Die Preisverleihung begann mit dem Buch Porsche 917, das – nach Meinung der Jury – gleich mehrere Preise verdient hätte, denn es ist nicht nur außergewöhnlich gestaltet, sondern auch als großartige Fleißarbeit des Ingenieurs Walter Näher auch eine der besten Fahrzeug-Monografien der vergangenen Jahre. Doch die Jury einigte sich auf den Preis „Bestes Autobuch Design: Porsche 917 (erschienen bei Delius Klasing)“ – und Walter Näher nahm den Preis mit Stolz und Freude entgegen und ließ in seinen Worten ahnen, wie viel Arbeit und Recherche in einem derartigen Werk steckt. Frau Dr. Nadja Kneissler dankte im Namen des Delius Klasing-Verlags für den Preis, der ein großartiges Buch und das viele Herzblut belohne, das alle Beteiligten, darunter auch Prof. Wolfgang Seidl, der Gestalter des Buchs, in dieses Werk eingebracht haben.
Die Meinung der Jury: „Ein Kompendium zum besten Rennsportwagen aller Zeiten. Toll: die vielen Abbildungen originaler Archivunterlagen und die Rennaufnahmen. Vor dem geistigen Ohr kann man den 917 förmlich die Hunaudières hinunter hämmern hören. Was fehlt? Zumindest ein Artikel zum Film „Le Mans“ und ein Fläschchen Rennbenzin, um Rennluft zu schnuppern.“
Der Preis der Kategorie „Design“ ging an Prof. Dr. Othmar Wickenheiser für sein im Motorbuch-Verlag erschienen Titel „MINI Design“. Auch dies ein großes, schweres und umfangreiches Werk, das der Münchner Design-Professor Wickenheiser in enger Zusammenarbeit mit MINI und dessen Chef-Designer Gert Hildebrand geschaffen hat. Beide waren in Leipzig anwesend und während sich Wickenheiser für das Vertrauen und die Bereitstellung des umfangreichen Archivmaterials bedankte, lobte Hildebrand die zügige Aufarbeitung der riesigen Materialfülle und ergänzte: „Was Othmar Wickenheiser noch nicht weiß: Wir haben noch genügend Material für drei weitere Bände“. Für den verantwortlichen Motorbuch-Verlag dankte Reinhard Mock mit den Worten: „Wir waren nicht sicher, ob der Markt ein derart umfangreiches MINI-Design-Werk akzeptiert – doch er hat es getan, Gott sei Dank.“
Die Jury sagte zu diesem Werk: „Hier hat sich die MINI-Designabteilung ein Denkmal gesetzt. Für Design-Freaks ein absolutes Muss – nach dem Durchblättern und Durchlesen des 380 Seiten schweren Werks beginnt man zu ahnen wie viel Arbeit für den Entwurf eines neuen Fahrzeugs nötig ist.“
Der Preis in der Kategorie „Bestes Autobuch Marken“ ging an das Buch über den britischen Sportwagenhersteller Morgan, das der Autor Houston Bowden zum 100. Geburtstag der Marke verfasst hat. Die deutsche Ausgabe ist bei Delius Klasing in Bielefeld erschienen – und die Jury sagt zu diesem Werk: „Ein Morgan stirbt nie. Anders lässt es sich nicht erklären, dass dieses Auto seit nunmehr 60 Jahren nahezu unverändert gebaut wird. Zum 100. Geburtstag kann man hier nun die Geschichte dieses Kleinserienherstellers in Ruhe lesen.“
Wie in jedem Jahr wurde auch 2010 ein Preis für das beste Buch zum Thema Rennsport verliehen – er ging an den Titel „Silberpfeile“ des britischen Autoren Anthony Pritchard und ist beim Motorbuch-Verlag in Stuttgart erschienen. Pritchard hat hier – nach jahrelanger Recherche – die Geschichte der großen Zweikämpfe zwischen Mercedes-Benz und Auto-Union neu definiert. Ein wichtiges Buch, über das Reinhard Mock vom Motorbuch-Verlag meint: „Auch wenn viele Betrachter der Szene meinen, dicke und anspruchsvolle Bücher seien nicht mehr so gefragt, so mussten wir das Buch doch übersetzen und produzieren – denn es ist ein wichtiges Werk.
Die Jury meinte: „Einfach großartig. So muss ein Buch über die goldene Zeit des deutschen Motorsports sein. Rennen für Rennen wird ausführlich besprochen – alle Protagonisten werden ausführlich gewürdigt. Ein Lob auch dem Verlag, dass er den Mut hatte, dieses umfangreiche Werk zu übersetzen und dem deutschen Publikum zur Verfügung zu stellen.“
Der Sonderpreis geht alljährlich an ein Buch, das sich nur schwer einer Kategorie zuordnen lässt – das war schon einmal ein Werk über Schriftsteller und ihre Autos oder im vergangenen Jahr der Band „Stars and Cars“ mit Fotos aus den 50er Jahren, das die Reichen und die Schönen an der Côte d`Azur feierte.
In diesem Jahr ging dieser Preis an den Fotografen David Biene und sein Buch „Hooped-Up – Hot Rod-Racing in Europa“, erschienen beim Verlag Onkel & Onkel in Berlin. Ein Buch, das Ansichten und Einsichten in eine Motorsport-Randkultur bietet, die den meisten von uns fremd ist und fremd bleiben wird. Eine Tatsache, die dem Autor klar ist: „Das ist schon eine spezielle Ecke – aber faszinierend.“ Und Mark Nutsch vom Verlag Onkel und Onkel ergänzte: „Wir haben – als Klein- und Nischenverlag lange darum gerungen, ob wir das Buch machen sollen. Jetzt ist die Auflage von 1000 Exemplaren fast vergriffen, aber ob wir den Mut haben, noch eine Zweitauflage anzugehen? Wir wissen es noch nicht“.
Die Meinung der Jury: “Hot Rod – für die meisten von uns ein Begriff aus einer fremden Welt, die sich in den USA damit beschäftigt, dem Fetisch Beschleunigung einen Rahmen zu bieten. David Biene hat die in Europa eher im Verborgenen lebende Hot-Rod-Szene gefunden und dokumentiert. Ein ungewöhnliches Buch mit faszinierenden Aufnahmen – ergänzt mit zwei CD`s, die den rauhen Klang der Motoren und den Sound der langen Siegerfeste und der dabei beteiligten Beatbands dokumentieren.“
Seit er fünfzehn ist, hört David Biene Rockabilly und Rhythm'n'Blues, und besucht seit Anfang 2000 regelmäßig Hot-Rod-Festivals. Dort fotografiert der 30-Jährige die europäische Interpretation der »Roaring 50s«. David Biene lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in Berlin, wo er hauptsächlich die Grossen und Noch-Nicht-Ganz-Grossen der internationalen Musik-, Literatur- und Schauspielwelt für nationale und internationale Magazine und Managements vor die Kamera bittet. Nach einigen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen zwischen Japan, dem
Libanon und Deutschland konzentriert er sich seit mehreren Jahren neben der täglichen Arbeit auf seinen ersten Foto-Bildband Hopped-Up, der im Juni 2009 im Verlag onkel&onkel, dem Independent Label for Visual Rock'n'Roll, erscheinen ist.
HoPPed-Up!, Verlag onkel & onkel, Oranienstrasse 195, D-10999 Berlin, www.onkelundonkel.com, ISBN 978-3-940029-49-2,
Wenn es ein Buch gab, das einstimmig und ohne Wenn und Aber seine Kategorie dominierte, dann war dies der Sieger in der Kategorie „Bestes Autobuch Historie“. Der Titel „Ferdinand Porsche – Genesis des Genies“ von Karl Ludvigsen, erschienen bei Bentley Publishing (Boston) und in Deutschland über die Firma Schröder & Weise in Hannover zu beziehen, ist die ultimative Geschichte über das Leben und Wirken von Ferdinand Porsche, dem Mann, der die automobile Welt entscheidend prägte. Ein beeindruckendes Buch, dessen Existenz nicht ohne den persönlichen Einsatz von Ernst Piëch möglich wäre, der die Aufgabe, das Leben seines Großvaters ausführlich aufarbeiten zu lassen, Karl Ludvigsen anvertraute.
Für die Jury ist dieses Buch: „Karl Ludvigsen at its best! Was man schon immer über Ferdinand Porsche wissen wollte oder auch nicht. In diesem Meisterwerk steht es auf alle Fälle drin. Ein Buch, bei dem Lesen und Schauen gleichermaßen Spaß macht – und dessen opulente Ausstattung einfach großartig ist. Ein besonderer Dank geht an Ernst Piëch, der dieses Buch möglich machte.“
Der Motor Presse Club (MPC) verlieh auf der AMI in Leipzig zum sechsten Mal die Preise für die besten Autobücher des Jahres:

Reinhard Mock (Motorbuch Verlag), Walter Näher (Autor Porsche 917), Dr. Nadja Kneissler (Delius Klasing), Prof. Dr. Othmar Wickenheiser (Autor Mini Design), Gerd Hildebrand (BMW Group, Mini Design), Martin Buhl-Wagner (Leipziger Messe), Jürgen Lewandowski (MPC). (unten) Marc Nutsch (Onkel & Onkel) David Biene (Autor Hopped up) (v.l.)
Nach diesem Meisterwerk – von dem im Herbst eine einfachere und preisgünstigere Ausgabe bei Delius Klasing erscheinen wird – war dem Motor Presse Club auch klar, wer in diesem Jahr den Persönlichkeits-Preis bekommen sollte: Karl Ludvigsen, der damit als sechster Preisträger einstimmig gewählt wurde. Jürgen Lewandowski zum diesjährigen Ehren-Preisträger: „Wer einmal ein Buch von Karl Ludvigsen in die Hand genommen und gelesen hat, weiß, dass der diesjährige Preisträger des MPC zu den Besten seines Fachs gehört. Karl Ludvigsen hat im Laufe der vergangenen Jahre und Jahrzehnte etliche Bücher geschrieben – darunter »Porsche – Excellence was expected« und »The Mercedes Blitzenbenz« –, die als Basiswerke in die Geschichte der Automobilliteratur eingegangen sind. Ludvigsen steht für akribische Recherche und für Seriosität – er hat Maßstäbe gesetzt.“
Ein Beitrag für ReiseTravel von Su Kramer.
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