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Zürich

Hat da wer das Neue Jahr verschlafen?

Meinen könnte man es fast, wenn in der Nacht auf den 14. Januar in der Schweiz der Jahreswechsel gefeiert wird. In der ganzen Schweiz? Nein. Nur in ein paar Teilen davon. Und die haben es auch nicht übersehen. Sie begehen das Neue Jahr zu diesem Zeitpunkt mit voller Absicht.

Und das nicht etwa nur aus einer Laune heraus. Das unbeugsame Verhalten einiger Landstriche in der traditionsbewussten Schweiz hat durchaus historische Ursachen. 

Der Hintergrund steckt in der Reformation des Kalenders im Jahr 1582, durchgeführt von Papst Gregor XIII. Er ersetzte den Julianischen Kalender, eingeführt 46 v. Chr. von Julius Cäsar. Dieser hinkte zu diesem Zeitpunkt dem tatsächlichen Sonnenjahr bereits 10 Tage hinterher. Pech für denjenigen, der zwischen dem 04. und 15. Oktober 1582 geboren wurde. Die  Tage dazwischen mussten nämlich aufgrund der Umstellung einfach ausgelassen werden.

Allerdings wurde diese Regelung, weil vom Papst durchgeführt, vor allem nach der Gegenreformation teilweise sehr viel später umgesetzt. Erst 1812 schlossen sich die letzten Teile der Schweiz dem Neuen Kalender an. Und wie zum Trotz feiert man dort nach wie vor den Übergang ins nächste Jahr nach dem alten, julianischen Kalender nun auch in der Nacht vom 13. auf den 14. Januar.

So findet man sich an diesem Tag hauptsächlich in den protestantischen Teilen Appenzell-Ausserrhodens, Glarus` und Graubündens umgeben von den Silvesterkläusen. Sie läuten singend und tanzend das Neue Jahr ein und ziehen von Haus zu Haus. Dabei unterscheiden sich diese maskierten Figuren ganz wesentlich in ihrem Aussehen. Zunächst einmal gibt es die Wüeschte, die Häßlichen, welche Furcht erregende Masken tragen und sich in einem Gestrüpp aus Tannenreisig verstecken. Während die Schö-Wüeschte zwar nicht schön, aber doch ein wenig eitel sind und deswegen auch nicht gar so grausliche Masken tragen. Und dann gibt es noch die schönen Kläuse. Für ihre phantasievollen Kopfbedeckungen betreiben sie gut und gerne mehrere hundert Stunden Aufwand. Um bei ihrem Auftritt, wie der Name schon sagt, ein schöner Silvesterklaus zu sein. Diejenigen unter ihnen, welche die Frauen darstellen sollen, tragen reich geschmückte Hauben mit Figuren auf ihren Köpfen. Die Männer dagegen  zeigen sich mit  prachtvoll geschnitzten Aufbauten, welche Szenen aus dem Alltag darstellen. Während die Männer nur eine einzige, aber dafür große Glocke auf der Brust mit sich herumtragen, haben die Frauen gleich mehrere kleinere Glöckchen umgeschnürt. In allen Kostümen stecken allerdings Männer. Diese werden  für ihre Neujahrswünsche und die Anstrengungen von den aufgesuchten Familien mit Verpflegung versorgt.

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Fällt der 13. Januar auf einen Sonntag, wird  dieser Tag vorgezogen. Allerdings nur auf einen einzigen Tag davor.

 

Kontakt

 

Schweiz Tourismus

Tödistraße 7, CH-8002 Zürich

Tel. +41 4428 81111, info@myswitzerland.com

 

www.myswitzerland.com

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

 

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