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Bonn

Kulturelle Bundesstadt

Wie so oft am Rhein, beginnt auch in Bonn die Stadtgeschichte mit den Römern: Castra Bonnensia, das zwischen 9 und 13 Jahren v. Chr. gegründete Römerlager, markiert den Beginn. Über den Gräbern der römischen Legionäre Cassius und Florentius, die als gläubige Christen den Märtyrertod starben, wuchs aus einer winzigen Cella Memoriae das heutige Münster, ein Meisterwerk der rheinischen Spätromanik.

Mit den Pilgern, die zu den Gräbern der Märtyrer strömten, entstand im 8. Jahrhundert der Siedlungskern für das mittelalterliche Bonn, der seit 1244 zu einer befestigten Stadt wurde. Bonn und die 1210 errichtete Godesburg, die das heutige Bad Godesberg überragt, gehörten zum Territorium der Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln, die sich mehr und mehr in Bonn aufhalten.

Bonn am Rhein

1601 wird Bonn Residenzstadt 

Vor allem die baufreudigen Kurfürsten Joseph Clemens und Clemens August hinterließen barocke Pracht: das einstige Residenzschloss, heute Hauptgebäude der Universität, und das Poppelsdorfer Schloss samt dem Botanischen Garten sind durch eine großzügige Kastanienallee verbunden, die das Stadtbild prägt. Clemens August legte auch 1737 am Bonner Markt den Grundstein zum Alten Rathaus mit der besonders schönen Rokokofassade, entworfen vom französischen Architekten Michel Leveilly. Der Habsburger Max Franz gründet 1786 die Vorläuferin der heutigen Universität und baut Bad Godesberg zum Kurort aus - eine weitere Attraktion für die vornehme Welt, die den Romantischen Rhein zu ihren Lieblingslandschaften zählt. Im 19. Jahrhundert entstanden am Ufer prachtvolle Villen - Millionäre bauten hier ihren Altersruhesitz und machten Bonn zeitweilig zur reichsten Stadt von Preußen.

Bonn am Rhein 

Die Villa Hammerschmidt und das Palais Schaumburg avancierten nach 1949 zum Amtssitz des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers - Bonns architektonischer Reichtum trug mit dazu bei, die Eignung als Bundeshauptstadt zu belegen.

Jahrzehntelang wurde in der kleinen Kapitale am Rhein große Politik gemacht. Dann fiel die Mauer und schließlich mit demokratischer Mehrheit der Beschluss, den Regierungssitz des wiedervereinigten Deutschland nach Berlin zu verlegen. Seither ist Bonn eine Stadt im Wandel, die sich rasch ihrer alten Stärken besann. Schließlich hat man eine zweitausendjährige Geschichte und ein reiches architektonisches Erbe, besitzt seit dem 19. Jahrhundert eine renommierte Universität und war zur Zeit der Rheinromantik nicht nur Lieblingsziel der Dichter und Denker, sondern auch vornehmer Touristen.

Heute sind die stützenden Säulen der Stadt Wissenschaft und Forschung, zukunftsorientierte Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Telekommunikation und die Ansiedlung internationaler Organisationen: Bonn ist einziger UN-Standort Deutschlands. Der Tourismus - früher überwiegend politisch motiviert - bekam ebenfalls einen neuen Stellenwert.

Mit dem Hauptstadterbe präsentiert sich Bonn als idealer Kongressstandort, wo sonst kann man schon in einem Parlamentsgebäude tagen. Und auch als Kulturreisedestination macht Bonn mehr und mehr von sich reden. Schließlich wurde einer der berühmtesten Komponisten hier geboren.

Bonn am Rhein 

Ludwig van Beethoven, dessen 9. Symphonie zu den Kulturschätzen der Menschheit gehört, kam im Dezember 1770 als Spross einer flämischen Musikerfamilie in der Bonngasse zur Welt. Sein Geburtshaus ist eine Pilgerstätte für Musikliebhaber. Das Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Haus wurde 1889 durch zwölf Bonner Bürger vor dem Abriss gerettet und in ein Museum verwandelt. Rund 150 Exponate - Bilder, Autographen, Noten, Instrumente, Möbel und Gegenstände aus dem Alltag des berühmten Komponisten, die hier zu sehen sind -bilden den Kernbestand der größten Beethovensammlung der Welt. In Sonderausstellungen werden zusätzlich Einzelaspekte aus Beethovens Leben und Schaffen präsentiert.

Im daneben liegenden Haus „Im Mohren“ befindet sich die neue Bühne für Musikvisualisierung, die auf weltweit einzigartige Weise Ausschnitte aus Beethovens Oper „Fidelio" mit medialen Mitteln des 21. Jahrhunderts interpretiert. Über vier Interaktionsgeräte kann die Inszenierung von Besuchern beeinflusst werden. Den zweiten neuen Bereich bildet das Studio für digitale Sammlungen, in dem Musikfreunde sich am Bildschirm auf Entdeckungsreisen durch den Nachlass Beethovens begeben können. Das digitale Archiv ist im Internet zugänglich und wird von virtuellen Nutzern aus der ganzen Welt begeistert angenommen (www.beethoven-haus-bonn.de ).

Zum Beethoven-Haus gehört ferner ein Kammermusiksaal, in dem seine Werke und die anderer Komponisten erklingen. So gibt der große Sohn der Stadt in Bonn noch immer den Ton an, vor allem im Herbst, wenn das Beethovenfest gefeiert wird. Renommierte Solisten und internationale Orchester spielen neben Nachwuchskünstlern auf. Musiziert wird im Kammermusiksaal, in der Beethovenhalle, in Kirchen, Schlössern und anderen reizvollen Spielstätten in und um Bonn. In 2009 findet das Beethovenfest vom 4. September bis zum 4. Oktober statt www.beethovenfest.de - www.bonnticket.de

Eine besondere Rolle kommt dabei auch dem Beethoven-Orchester Bonn zu, das nicht nur in Bonn, sondern in aller Welt als Botschafter der Musikstadt am Rhein gilt.

Musikfreunde können in Bonn auf Gruppenführungen oder individuell mit der Bonn MP3-City Tour (in Deutsch oder Englisch) einen Stadtspaziergang auf Beethovens Spuren unternehmen. Sein Denkmal auf dem Münsterplatz, der Taufstein in der Remigiuskirche, der Alte Friedhof mit dem Grab seiner Mutter sind ebenso sehenswert wie Orte, an denen er musiziert hat oder Gasthäuser, in denen er verkehrte.

Die Tourismus & Congress GmbH Region Bonn bietet Pauschalpakete und Programmbausteine rund um das Thema Beethoven auch für Einzelreisende an (www.bonn-reqion.de ).

Auch Freunde anderer musikalischer Kategorien kommen in Bonn auf ihre Kosten. Denn wie kaum eine andere deutsche Stadt hat Bonn seit Jahrzehnten den Sommer zum Klingen gebracht. Und das weitgehend unter freiem Himmel, häufig sogar zum Nulltarif. Menschen aus den verschiedensten Kulturen kommen auf dem historischen Marktplatz von Bonn zusammen, um gemeinsam Musik zu machen. Klangwelten zwischen Jazz, Samba, Bossa und Moderne bringen das Publikum zum Swingen.

Ebenfalls umsonst und draußen ist das Rockfestival „R(h)einkultur" in der Bonner Rheinaue, einem weitläufigen Landschaftspark am Ufer des großen Stromes. Rund 200.000 Besucher werden alljährlich am ersten Juliwochenende zu diesem innovativen, vielseitigen und friedlichen Festival erwartet, das von der R(h)einkultur GmbH veranstaltet wird.

Auch an der Museumsmeile ist der Bonner Sommer zwischen Mai und September voll Musik: Seit nunmehr zehn Jahren wird der Platz zwischen der Bundeskunsthalle und dem Kunstmuseum von einem Zeltdach überspannt, wo sich Weltstars ein Stelldichein geben -unter anderem ZZ-Top, Orquestra Buena Vista Social Club, Jethro Tüll, Paolo Conte, Simply Red oder Deep Purple, die verständlicherweise nicht zum Nulltarif bewundert werden können. Das vielseitige Veranstaltungsprogramm wechselt zwischen Klassik, Pop, Funk, Soul und Blues.

Die Bonner Oper mit mehr als 1000 Plätzen wurde 1965 am Rheinufer eingeweiht; von den Bonnern wird sie liebevoll „Scala am Rhein" genannt. Ihre Werkstattbühne teilen sich Musiktheater und Schauspiel. Dem Schauspiel Bonn dient ein Haus mit rund 500 Plätzen in Bad Godesberg. Die Halle Beuel und weitere Spielstätten kommen während der anspruchsvollen „Theater-Biennale" zum Einsatz, mit der sich Bonn in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht hat. Auch die private Theaterszene kann sich sehen lassen: Das „Contra-Kreis-Theater" in der Nähe der Universität, das „Kleine Theater" im Godesberger Park, das „Eurotheater Central" in der Fußgängerzone oder das „Junge Theater" in Beuel und das „Theater im Keller" runden das Angebot ab. Die Kabarett- und Comedy-Stätte „Pantheon" am Bundeskanzlerplatz sowie das Improvisationstheater „Haus der Springmaus" in Endenich ergänzen das vielseitige Angebot. 

Für Liebhaber der bildenden Kunst sind die hochkarätigen Ausstellungen an der Museumsmeile eine Attraktion. Mehr als 2,5 Millionen Besucher aus dem In- und Ausland werden jährlich in den fünf Häusern an der Museumsmeile gezählt. Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, in der manchmal bis zu fünf verschiedenen Ausstellungshighlights zu sehen sind (www.bundeskunsthalle.de ).

Das Kunstmuseum Bonn mit den rheinischen Expressionisten und deutscher Kunst nach 1945 (www.bonn.de/Kunstmuseum ). das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit seinen spannenden Inszenierungen der jüngsten Vergangenheit (www.hdg.de ) machen überdies mit ihrer Architektur von sich reden. Das Deutsche Museum Bonn - das erste Museum für zeitgenössische Forschung und Technik in Deutschland mit Original-Exponaten vom Transrapid bis zur Nobelpreisprämierten lonenfalle (www.deutsches-museum-bonn.de ) - und das neu gestaltete Museum Koenig, eines der berühmtesten Naturkundemuseen des Landes, mit der packenden Inszenierung „Savanne - das wechselvolle Paradies" (www.museum-koenig.de ), stehen hoch in der Gunst auch der jungen Besucher.

Damit erschöpft sich jedoch die Palette der Bonner Musentempel noch lange nicht:

Im Zentrum laden die dicht beieinander liegenden City Museen zum Besuch ein. Neben dem weltbekannten Beethoven-Haus zählen dazu das Stadtmuseum Bonn an der Franziskanerstraße mit seiner Sammlung zur 2.000-jährigen Stadtgeschichte, das Akademische Kunstmuseum mit einer der größten und ältesten antiken Abgusssammlungen, das Ägyptische Museum der Universität Bonn sowie die Gedenkstätte des Vereins an der Synagoge.

In Bahnhofsnähe präsentiert das Rheinische LandesMuseum wertvolle Zeugnisse rheinischer Geschichte, Kunst und Kultur (vom Neandertalerschädel bis zu modernen Holzplastiken, die Berühmtheiten wie Konrad Adenauer oder Heinrich Böll darstellen) in einem neuerbauten Themenhaus. Am Rande des Hofgartens hat sich das Arithmeum etabliert mit seiner einzigartigen Sammlung mechanischer Rechenmaschinen.

Im Norden der Stadt warten weitere Attraktionen wie das europaweit einzigartige Frauenmuseum, das 2006 sein 25-jähriges Bestehen feierte, oder das August Macke-Haus, in dem der Expressionist von 1911 bis 1914 lebte und arbeitete. Die Fülle der Musentempel ist für eine Stadt mit rund 314.000 Einwohnern beeindruckend.

Von der Universität und dem Hofgarten ist es nicht weit zum „Alten Zoll“, einem Rest der städtischen Bastion. Den Blick von hier über den Strom auf das Siebengebirge apostrophierte Alexander von Humboldt als das „achte Weltwunder". Und immer noch übt der Rhein seinen Zauber aus. Mit 29 Kilometern Länge ist der Bonner Rheinabschnitt die längste zusammenhängende Promenade am größten mitteleuropäischen Strom.  

Geruhsame Spaziergänge, Einkehr in Kastaniengärten bei einem Schoppen mit Siebengebirgsblick sind daher typische Vergnügen für Einheimische, wie für Gäste. Bonn gilt als das Tor zum Romantischen Rhein, liegt doch von hier bis Bingen jener von Weinbergen, burgenbekrönten Felsen und idyllischen Städtchen gesäumte Abschnitt, der empfindsame Reisende seit jeher bezaubert. Ausflugsdampfer fahren von Ostern bis Ende Oktober Touristen rheinauf und rheinab. Besonders spektakulär lässt sich die Szenerie alljährlich am ersten Samstag im Mai erleben, bei „Rhein in Flammen am Siebengebirge“.

 

Kontakt

 

Tourismus & Congress GmbH

Region Bonn / Rhein-Sieg / Ahrweiler

Adenauerallee 131, D-53113 Bonn

www.bonn-region.de

 

BONNTICKET - Informationen zu Pauschalangeboten und Hotelreservierungen

Tel.: 0180-500 18 12, www.bonnticket.de - www.rhein-in-flammen-am-siebengebirge.de

 

Bundesstadt Bonn – Rathaus

Berliner Platz 2, D-53103 Bonn

www.bonn.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Bettina Schmidt, Fotos Gerald H. Ueberscher, eu@reisetravel.eu

 

 

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