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Ludwig Harms

Ludwig Harms - Ein Bauernhaus mit weltweiter Ausstrahlung

Die Geschichte der Hermanns­burger Mission seit 1849 spiegelt sich im „Alten Missionshaus" wi­der und wird dies sicher auch wei­terhin tun - einem ehemaligen Bauernhaus, das weltweite Aus­strahlung hat. Seine Geschichte ist von Veränderungen geprägt, die das Gebäude den jeweiligen Bedürfnissen und Erfordernissen der Missionsarbeit anpassen soll­ten.

 

Stolz - oder auch verächtlich - wurde die Hermannsburger Mission lange „Bauernmission" genannt. Abseits der wirtschaftli­chen Zentren Norddeutschlands, mitten in der Lüneburger Heide, begann vor 150 Jahren in einem Bauernhaus die Ausbildung von zwölf „Zöglingen" - wie die Stu­dierenden des Missionsseminars damals genannt wurden - zur Arbeit als Missionare, die Men­schen zum Evangelium rufen soll­ten. Diese waren schlichte Leute, Kinder der Heide, Bauernsöhne, Knechte und Handwerker, die sich ihrem Pastor Ludwig Harms für den Dienst unter den „Heiden" zur Verfügung stellten und von ihm freudig für diesen Dienst ange­nommen wurden. Der Mangel an Bildung war für ihn kein Hinderungsgrund, diese konnte ja nachgeholt werden. Über zunächst vier Jahre lebten sie gemeinsam in Hermannsburg, eigneten sich das nötige theologische Wissen an und arbeiteten täglich in dem zur Mission gehörenden landwirt­schaftlichen Betrieb. Das bereitete sie vor für den Dienst in Afrika, wo an vielen Einsatzorten die Missi­onsarbeit irgendwie mit einem landwirtschaftlichen Betrieb ver­bunden war.

 

Die Hermannsburger Mission entstand durch die Predigt von Ludwig Harms, der von sich selbst sagt: „Nächstem, dass ich ein Christ hin, hin ich ein Lüneburger mit Leih und Seele und kein Land in der ganzen Welt geht mir über die Lüneburger Heide. Und nächstem, das ich ein Lüneburger bin, bin ich ein Hermannsburger, und Hermanns­burg ist mir das schönste und lieb­lichste Dorf in der Heide."  

Ludwig Harms war bereits in Lauenburg missionarisch aktiv gewesen und setzte dies in Her­mannsburg fort. Das erste große Erweckungsjahr war wohl 1845. Er hielt Abendversammlungen im Pfarrhaus, von den Autoritäten als „pietistisches Treiben" ver­achtet, die besonders die Jugend und die „dienende Klasse" ansprachen. Darüber kam es zu Auseinandersetzungen in den Häusern und Familien. Zum Ende des Jahres schien der Durchbruch gelungen - Harms berichtet, wie neben wachsendem Abendmahls­besuch auf den Hochzeiten Choräle gesungen würden, das Tisch­gebet wieder eingeführt sei, keine Feldrüben mehr gestohlen wür­den und auch der leibliche Wohlstand wachse, da treuer gearbeitet und der Verdienst nicht, durch Wirtshausgehen täg­lich vergeudet' würde. Die Rückkehr zu Zucht und Ordnung in der Gemeinde, die „dem Amte zwei Gendarmen erspart", und besonders das lebendige kirchli­che Leben waren Frucht der Erweckungspredigt von Ludwig Harms, der zugleich begabter Geschichtenerzähler war und -besonderes in den Abendversamm­lungen - plattdeutsch mit der Gemeinde redete.

 

Ludwig Harms war überzeugt, dass wer die Gewissheit des Heils emp­fangen habe, das nicht für sich behalten dürfe, sondern die Verant­wortung und Pflicht habe, mitzu­helfen, dass der rettende Name Jesu in aller Welt bekannt werde.4 Nach langem Suchen anderer Möglich­keiten war er überzeugt, dass die Missionsarbeit in Hermannsburg beginnen müsse, nun „zauderte er nicht, sondern ging frisch und freudig ans Werk", wie Haccius berichtet: „Die jungen Leute hatte er. Aber nun musste er auch ein Haus haben. Kirche, Schule und Pfarrhaus stehen in dem eigentli­chen Dorf an dem westlichen Ufer der Oertze. Auf der Ostseite lagen damals nur einige Bauernhöfe und Anbauerstellen. Dort war es ruhig und still und deshalb günstig für die Anlage der Missionsanstalt. Jenseits der Furt durch die Oertze und des langen hölzernen Fußste­ges, welcher den Fluss überbrück­te, hatte der Hauswirt August Witte einen Hof, auf dem ein neues geeignetes Wohnhaus stand. Die­ses kaufte Harms mit Garten, Obsthof, Ackerland und Heide im Sunderfelde, insgesamt 20 3/4 Morgen, samt Geil und Gare für 4000 Reichstaler Gold, halb Michaelis 1849 und halb Ostern 1850 zahlbar.5 Witte baute sich im Immenhop ein neues Wohnhaus und übernahm die Reihelasten und Rechte auf dieses Haus. Das

Missionshaus wurde eine Abbauer­stelle und hatte die geringen Lasten einer solchen zu tragen. Am 10. Mai 1850 zahlte Harms die letzte Rate mit 200 Talern Gold. Und am 9. Dezember 1850 konnte er noch zwei Morgen Heideland für 160 Taler von Witte kaufen, um den Besitz abzurunden. Das Haus war wie ein Bauernhaus eingerich­tet mit der Dons und den daneben liegenden kleinen Kammern, mit dem Fiel und dem Feuerherd in der Mitte, mit der großen Lehmdiele und dem offenen Kuhstall an derselben. Für einen Bauer war es wohl geeignet, aber nicht für ein Missionshaus. Zu einem solchen musste es erst inner­lich ausgebaut werden. Das sollten die Zöglinge unter Leitung ihres Lehrers tun. Da deshalb noch kein Haushalt eingerichtet werden konnte, wurden diese vorläufig für 693 Taler, 8 gute Groschen bei Witte in Kost gegeben."*1

 

Ludwig Harms wurde 1819 in Hermannsburg gebo­ren, wurde nach seinem Theodor Harms, am 19. März Theologiestudium 1842 Haus­lehrer in Wotersen. ab 1849 Inspektor, also Ausbildungs­leiter, des Missionsseminars Hermannsburg. 1852 heirate­te er Charlotte Ohrt, die ihm 13 Kinder gebar. Von 1857 bis 1866 war er Pastor in Müden, kehrte nach dem Tod seines Bruders aber als Missionsdirektor und Hermannsburger Pastor zurück. 1878 als Pastor des Amtes enthoben, trug er viel zum Werden der lutherischen Freikirche (heute SELK) bei. Er starb am 16. Februar 1885 im Alten Missionshaus.''

 

Wir sind offen für Sie – lautet der Slogan im Ludwig Harms Haus in Hermannsburg, täglich geöffnet oder nach Voranmeldung. Interessante Veranstaltungen und diverse Programme stehen auf dem aktuellen Plan. Das „Cafe Candace“ lädt ein und Gästezimmer stehen zur Verfügung. Im Weltladen können Souvenirs oder Kunstgewerbe erworben werden und die Buchhandlung hält breit gefächerte Buch-Offerten parat.

Öffnungszeiten von 8.30 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Führungen jeden Donnerstag um 11 Uhr.   

 

Kontakt

 

Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM)
Evangelical Lutheran Mission (ELM)
Georg-Haccius-Strasse 9, D-29320 Hermannsburg
Telefon 05052 69-235, Fax 05052 69-222.

 
www.elm-mission.net

 

Erleben & Genießen

Arbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Lande

Lindhooper Strasse 63, D-27283 Verden/Aller

Tel. 04231/9665-0, Fax 0423l/ 9665-66,

 

www.bauernhofferien.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Dirk Freudenthal

 

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