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Mein täglicher Weg zur Arbeit
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Miraflores oder Mein täglicher Weg zur Arbeit
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Hallo, liebe ReiseTravel User,
ich bin Sandra Wolf und ich arbeite in Miraflores, einem der geschäftigsten Zentren der peruanischen Hauptstadt Lima, direkt am Pazifik gelegen.
Erst seit Kurzem wohne ich hier und doch habe ich bereits mein Herz an diese große, laute und doch liebenswürdige Stadt verloren. Nein, es ist nicht der Garúa - der winterlich-niesselige Küstennebel - der mir ein Lächeln auf die Lippen zaubert, sondern vielmehr mein täglicher Weg zur Arbeit. Ich gehe zu Fuß - etwas, was viele Peruaner nicht verstehen können, zumal ich circa 15 Cuadras laufe. Entfernungen werden in Peru in Cuadras, das sind Häuserblocks zwischen zwei parallelen Straßen, angegeben - für den interessierten User: im normalen Laufschritt sind das 2 Minuten. Nun, ich verlasse also am Morgen meine kleine Einlegerwohnung, die im Wohnviertel San Antonio liegt und wo Peruaner der oberen Einkommensschicht wohnen.
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Die einzigen Personen, die am Morgen bereits geschäftig sind, sind die Hausangestellten: die Muchachas die Hausmädchen, die die Vorgärten mit dem Schlauch wässern und sich keinerlei Gedanken über die Wasserknappheit machen, die in anderen Stadtteilen Limas herrscht oder der ältere Hausangestellte, der ebenso sorglos mit dem knappen Gut umgeht und die 15-Liter-Luxus-Limosine des Hauses putzt, obwohl sie bereits vorher glänzte. Hier treffen sie aufeinander: die Welten der Extreme, der Armut und des Reichtums...
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Bevor ich die 6-spurige Hauptverbindungsstraße zwischen Nord und Süd der Stadt überquere, treffe ich noch auf den alten Mann mit dem Kekswagen. Er verkauft aber nicht nur Kekse, sondern auch Chifles (getrocknete Bananen) und er weiß, dass ich genau diese möchte. Für einen Nuevo Sol bekomme ich ein Tütchen gesalzene Bananenchips. Und ja, ich muss an dieser Stelle ein Geständnis ablegen: es vergeht nicht eine Woche, in der ich nicht mindestens 1 Päckchen genüsslich verdrücke.
Als nächstes treffe ich den Cambista (Geldwechsler) mit der Lizenznummer 247, die in großen weißen Zahlen auf seiner Neongrün-schwarzen Weste prangen. Er kennt mich auch schon, lächelt bereits aus der Entfernung, begrüßt mich mit "Muñeca" (Püppi) und wechselt mir noch schnell meine 20 Dollar Wochenration. Weiter geht es vorbei an Kopierläden, Schnellrestaurants, dem Supermarkt und schließlich dem Park von Miraflores, dem ich am Abend noch einen Besuch abstatten werde. Aber vorerst öffnen sich die Adern der Stadt vor meinen Augen, der morgendliche Verkehr hat seinen Klimax erreicht und selbst mit einer grünen Fußgängerampel erscheint es ein semi-suizidäres Unterfangen auf die andere Straßenseite zu wollen... Ich schaffe es dennoch - hüpfe zwischen Taxi und Mini-Bus auf die andere Seite und kann meinen Arbeitstag beginnen...
Und nach der Arbeit? Ich schlendere automatisch Richtung Park, mit dem starken Bedürfnis die Gedanken schweifen und die Impressionen auf mich wirken zu lassen. Im Park selbst sind die Steinbänke bereits von sich anhimmelnden pubertierenden Pärchen belegt - und obwohl es recht kühl ist, sind einige angezogen wie im Sommer - ich fröstele selbst mit meinem Alpaka-Schal und den Stulpen!
Meine Schritte führen mich vorbei am kleinen Open-Air-Auditorium, wo manchmal Reden gehalten werden oder Musik gespielt wird - jeder kann hier vorführen, wozu er Lust hat - und weiter zum kleinen Kunsthandwerksmarkt, wo Gold- und Silberschmiede im schummrigen Licht der Straßenbeleuchtung an Ohrringen oder Armreifen werkeln, Holzschnitzer künstlerisch tätig werden oder Indio-Frauen an Lama-Pullovern stricken.
Ich mag diese Atmosphäre und lasse mich weiter verführen; diesmal vom Duft der Ess-Stände: entscheide ich mich für eine Butifarra - Semmel mit Schinken, Zwiebeln und scharfer Soße - oder für einen Turrón - Klebriges Gebäck mit Karamell?
Heute Abend soll es weder das eine, noch das andere werden - denn ich habe eine Einladung zu einem peruanischen Familienabendessen... aber das ist eine andere Geschichte.
Liebe ReiseTravel User,
besuchen Sie doch einmal Peru und kommen nach Lima in unsere Hauptstadt.
Ich freue mich auf Sie. Ihre
Sandra Wolf
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peruline
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Tel.: 0851-7565644; Telefax: 0851-7565651
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peruline ist der touristische Informationsdienst rund um Reisen nach Peru, der von zahlreichen touristischen Unternehmen unterstützt und finanziert wird. Diese Arbeit dient sowohl den Produkten, als auch dem Land selbst.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Sandra Wolf.
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