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Cesar Lopez - Musiker und Friedensaktivist
Nach einem Bombenanschlag in Bogota im Jahr 2003, bei dem über 30 Personen getötet und über hundert Menschen verletzt wurden, kam es zu einer Welle von Friedensaktivitäten in Kolumbien. Der Musiker Cesar Lopez hatte die Idee, ein Maschinengewehr, eine AK47, zu einer Gitarre umzugestalten, einer so genannten „Escopetarra". Escopetarra ist ein zusammengesetztes Wort aus Escopeta (Flinte/Gewehr) und Guitarra (Gitarre), eine Flintarre sozusagen. Mehrere Escopetarras wurden mittlerweile an bekannte Musiker und Institutionen übergeben. Sie zeigen, wie eine Waffe, ein Symbol der Gewalt und des Tötens, zu einem Instrument werden kann, das dem Frieden und der Musik gewidmet ist.
Cesar Lopez ist ein kolumbianischer Musiker und Friedensaktivist: Er gründete unter anderem das Projekt „Toda Bala es Perdida“ (Jeder Schuss ein Verlust). Das Projekt hat nicht nur das Ziel, die urbane Bevölkerung zu sensibilisieren und zusammenzuführen, sondern will auch eine Stimme des Protestes sein gegen die Gefühllosigkeit, die Gleichgültigkeit und die Anonymität unter denen die kolumbianische Gesellschaft leidet. Die GTZ kooperiert mit Lopez, der mit Jugendlichen und Betroffenen der Gewaltkonflikte arbeitet, in ihrem Programm „CERCAPAZ". Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert CERCAPAZ die Zusammenarbeit zwischen Staat und Gesellschaft bei der Friedensentwicklung in Kolumbien. Cesar Lopez war mit dieser Escopetarra zu Gast auf den Eschborner Fachtagen 2009.
Kolumbiens Staatsmacht stößt an ihre Grenzen. Seit Jahrzehnten prägen gewaltsame Konflikte die innenpolitische Landschaft. Korruption und Patronage hemmen die Leistungsfähigkeit öffentlicher Einrichtungen. Bürgerinnen und Bürger stehen dem Staat zutiefst misstrauisch gegenüber. Zahlreiche Friedensinitiativen engagieren sich zwar gegen die Gewaltkultur im Land. Sie sind aber nicht in funktionierende, überregionale Strukturen eingebunden. Eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft gibt es nach wie vor kaum. Eine der größten Herausforderungen: der Wechsel von einer Gewalt- zu einer Friedenskultur, quer durch alle Generationen, mit einem besonderen Blick auf Jugendliche.
Die GTZ kooperiert dabei mit Friedensinitiativen, an denen sich vor allem Jugendliche beteiligen. Eine besonders anschauliche Form der Zusammenarbeit hat sich mit dem Musiker Cesar Lopez entwickelt. In seinen Songs singt er von Müttern, die ihre Söhne in einem sinnlosen Krieg verloren haben. Eine seiner bekanntesten Textzeilen: „Jeder Schuss ist verloren." Lopez arbeitet mit Jugendlichen und Betroffenen des Gewaltkonflikts eng zusammen. Sein Markenzeichen ist die ESCOPETARRA, eine Gitarre in der Form einer AK 47: Ein Bild dafür, wie ein Instrument der Gewalt in eine friedliche Form übertragen werden kann. Sein erklärtes Ziel ist die Versöhnung aller in den Konflikt verwickelten Parteien.
Jeder Schuss ein Verlust – Übergabe des Instrumentes an
den Integrationsbeauftragten Günter Piening Senat von Berlin
Der Musiker und Friedensaktivist gründete das Musikprojekt „Toda Bala es Perdida“ (Jeder Schuss ein Verlust), das die kolumbianische Gesellschaft zusammenführen und miteinander ins Gespräch bringen soll. Sein Markenzeichen ist die „Escopetarra“, ein zu einer Gitarre umgebautes Maschinengewehr. Lopez will damit zeigen, wie eine Waffe, ein Instrument der Gewalt, zu einem Symbol werden kann, das dem Frieden und der Musik gewidmet ist
Die vom Programm unterstützten regionalen Jugendgruppen haben sich inzwischen zu einem nationalen Verband zusammengeschlossen. Die Folge: Besserer Erfahrungsaustausch untereinander und eine verbesserte Interessenvertretung in der nationalen Diskussion. Friedliche Wege der Konfliktbearbeitung hat das Programm beispielhaft in einem Wassereinzugsgebiet eingeführt. Dort sitzen ehemalige Konfliktparteien, die lange Zeit zu keinem Austausch bereit waren, heute an einem Tisch. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen, die der Region insgesamt - und nicht nur einer Partei - zugute kommen. Eine vom Programm entwickelte Methode zur Kontrolle öffentlicher Finanzen wurde vom nationalen Rechnungshof aufgegriffen und für alle regionalen Rechnungshöfe als verpflichtend eingeführt. Zudem erstellen viele Gemeinden inzwischen Entwicklungspläne, in denen Themen wie Versöhnung und Friedensentwicklung berücksichtigt werden.
Die GTZ unterstützt die Friedensentwicklung in Kolumbien seit 2007. Mit dem Programm CERCAPAZ fördert sie die Zusammenarbeit zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit staatlicher Stellen durch größere Bürgerbeteiligung und bessere Rechenschaftslegung zu steigern. Auftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Das Vorhaben strebt vier Schlüsselergebnisse an: Erstens hilft es kommunalen und regionalen Verwaltungen, mehr Transparenz bei der Verwendung öffentlicher Mittel herzustellen. Zweitens stärkt es Nicht-Regierungsorganisationen in ihren Fähigkeiten, politische Interessen gegenüber dem Staat zu artikulieren. Drittens entwickelt und verbreitet es Mechanismen zur friedlichen Konfliktbearbeitung. Viertens bindet es private Unternehmen in die Friedensförderung ein.
Kontakt
Botschaft von Kolumbien
Kurfürstenstrasse 84, D-10787 Berlin
Tel +49-30-263961-0, www.botschaft-kolumbien.de
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH
Reichpietschufer 20, D-10785 Berlin
Ein Beitrag für ReiseTravel von Peter Hauschnik, Fotos: GTZ Berlin.
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