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Preußische Generale in Gefahr
Sehr geehrte ReiseTravel User, verehrte Freunde der Preußischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg: Wer schon weiß noch, dass sich auf der Rückseite des S-Bahnhofes Hackescher Markt die alte Berliner Garnisonkirche befand. Sie entstand auf Order von Friedrich I. als erste preußische Garnisonkirche zwischen 1701 und 1703 nach Plänen des Hofbaumeisters Grünberg. Der Zentralbau erhob sich auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes. Elf Eingänge gestatteten einen schnellen und geordneten Ein- und Auszug der in Formationen zum Gottesdienst einrückenden Soldaten.
Volker Tschapke Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg

Als am 12. August 1720 der gegenüberliegende Pulverturm explodierte, verloren 72 Menschen ihr Leben und erlitt das Gotteshaus irreparable Schäden. Auf Befehl Friedrich Wilhelm I. errichtete Oberbaudirektor Gerlach in den beiden folgenden Jahren die Nachfolge-Garnisonkirche. Der sparsame Soldatenkönigs verzichtete auf Kreuz, Turm und Glockengeläut.
Trommelschlag rief zum Gottesdienst. Erst Friedrich der Große begründete die Garnisonkirche als preußische Traditionsstätte. Er ließ mit Gemälden von Rode an die Helden des Siebenjährigen Krieges erinnern sowie Fahnen und Standarten aus den Schlachten ausstellen. Bis 1830 sind in der Gruft vier Generalfeldmarschälle und 50 Generale beigesetzt worden, unter ihnen Vertraute von Friedrich dem Großen und Heerführer der der Befreiungskriege.
Umbauten durch Stüber und Fleischiger schufen Platz für 3 000 Soldaten. 1900 erhielt die Kirche ein Glockentürmchen. Ein Brand 1908 vernichtete die Sauer-Orgel und weitere Teile der Barockausstattung sowie traditionsreiche Fahnen und Standarten. Wilhelm II. ordnete an, die Kirche unverzüglich in ihrer vorhergehenden Gestalt wiederaufzubauen. Am 29. August vor genau einhundert Jahren fand in Gegenwart des Kaisers die feierliche Widerweihe statt.
Nach einem Angriff von 382 britischen Bombern auf Berlin brannte die Garnisonkirche am 23. November 1943 bis auf die Umfassungsmauern aus. Um Plünderungen in der Gruft vorzubeugen, wurden 1949 knapp 200 Särge zum Stadtsynodal-Friedhof in Stahnsdorf überführt. Die Ruine ist 1962 abgetragen worden.
Preußen-Freund und Ministerialdirektor a. D. Dr. Martin Guddat macht uns auf ein großes, für Berlin (und darüber hinaus) beschämendes Problem aufmerksam. „Im Zuge der Überarbeitung meines Handbuchs zur preußischen Militärgeschichte habe ich das Sammelgrab mit umgebetteten preußischen Generalen auf dem Südwestfriedhof besucht und in einem bedauernswerten Zustand vorgefunden. Die Friedhofsverwaltung ist auf meine Anfrage zwar zur laufenden Pflege bereit, kann aber die Kosten der Grundinstandsetzung nicht tragen. Sie belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 5 000 Euro.“
Unter den hier Bestatteten befinden sich Christoph Heinrich von Braun, Kommandant von Berlin, Christian Reinhold von Derschau, Generaladjutant Friedrich Wilhelms I., Staatsminister und Chef des Generalkriegskommissariats Friedrich Wilhelm von Grumbkow, Jacob Keith, Oberbefehlshaber in Böhmen (gefallen bei Hochkirch), und Karl Wilhelm von Dieskau, Chef der Artillerie. Der Auffassung von Dr. Martin Guddat schließe ich mich an: „Wir haben in Berlin eine Fülle von Erinnerungsstätten, die aus Furcht vor Missverständnissen fast alle internationalisiert sind. Das Sammelgrab wäre eine gute Gelegenheit, das Versäumnis nachzuholen. Das gilt für unser Militär in besonderem Maße. Die dort ruhenden Soldaten, von denen sich jeder um die Geschichte Preußens hoch verdient gemacht hat, haben es mehr als verdient.“ Meine Bitte: Helfen wir den preußischen Generals!
Sehr geehrte ReiseTravel User, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Den Geburtstagskindern preußisches Fortune und alles Gute im neuen Lebensjahr, den Erkrankten baldige Genesung
Pro Gloria et Patria
Gott befohlen
Volker Tschapke
Präsident Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg
Preußische Gesellschaft Berlin-Brandenburg e.V. c/o Hilton Berlin
Mohrenstrasse 30, D-10117 Berlin, Telefon: 030 – 2023 2015, www.preussen.org
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