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Aquileia – das antike Zweit-Rom
Mit seinen gerade mal 3500 Einwohnern zählt der Ort Aquileia heute nicht gerade zu den Metropolen der Welt. In der Kaiserzeit Roms jedoch war es eine der bedeutendsten Städte des Reiches und wird gelegentlich sogar als zweites Rom bezeichnet. An einem strategisch wichtigen Punkt – zwischen Gallien und Istrien an der Adria gelegen - im Jahr 181 v. Chr. errichtet, war die Stadt ein Ort der Begegnung zwischen der römischen Welt und den Donauländern. Schon nach wenigen Jahrzehnten konnte sie die Stellung eines wohlhabenden Handelsplatzes einnehmen.
Ein blühender Umschlagplatz mit einen Flusshafen, der dazu diente Waren aus aller Welt zu verschiffen. Man lieferte Marmor, Keramiken und Öle nach Aquileia, Aquileia verschickte Mineralien, Vieh, Bernstein und dazu auch Sklaven. Die antike Glasindustrie blühte, ebenso die Schmuckherstellung mit Bernstein und Edelsteinen. Aquileia wurde reich. Sehr reich. Und die Bürger sehr wohlhabend. Überlieferungen zufolge tranken die Bewohner gerne den vor Ort hergestellten Pucinum, einen Wein der laut Plinius dem Älteren wohl schon sehr viel Ähnlichkeit mit unserem heutigen Prosecco gehabt haben muss. Die größte Blütezeit erreichte die Stadt während der Zeit des Besuchs des Königs von Judea, Herodes, unter dessen Regime Christus geboren wurde. Kaiser Augustus muss ihn hier sehr prunkvoll empfangen haben.
Später leitete die Krise des römischen Kaiserreiches auch den Verfall von Aquileia ein. Kampf, Verwüstung, Barbareneinfälle, Versumpfung und Malaria folgten. Im Jahre 452 nach Christus wurde die römische Stadt von Attila dem Hunnenkönig zerstört. Der neue Hafen hieß nun Grado.
Heute vermögen die Ruinen der römischen Metropole ihre einstige Bedeutung nicht mehr so offensichtlich zu demonstrieren. Es lassen sich nur noch Reste des einst so frequentieren Forum Romanum, der Römerstraße oder des Aquädukts ausmachen. Weitere Fundstücke, Gefäße und Statuen wurden im örtlichen Museum untergebracht. Der hohe Wert an der historischen Stätte sind die beeindruckenden künstlerischen Mosaikverzierungen. Sie gelten als einzigartige Sehenswürdigkeit und wurden 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Dazu zählt auch die alte Basilika.
Diese gilt als Zentrum der Verbreitung des Christentums im gesamten Europa. Ein Beweis für ein erneutes, kurzes Aufbegehren der Stadt, bevor sie endgültig zur Bedeutungslosigkeit verurteilt wurde. Erbaut wurde die Basilika im 11. Jahrhundert und bot über die Jahrhunderte den wertvollen Mosaiken im Inneren Schutz. Sie ist der Touristenmagnet und verbirgt in dem imposanten Gebäude mit dem tausendjährigen Glockenturm eine handwerkliche Meisterleistung. Die Mosaike befinden sich auf unterschiedlichen Schichten. Zum einen weil sie im Lauf der Zeit immer wieder von Erde bedeckt wurden, zum anderen wurden sie von neueren Mosaiken überlagert.
Das wertvollste von ihnen liegt im Hauptteil der Basilika und erstreckt sich über die gigantische Fläche von sage und schreibe 750 Quadratmetern. Ein Juwel als eines der größten zusammenhängenden Mosaike Europas. Dargestellt werden diverse Szenen des frühen Christentums, welche den Triumph des Lebens über den Tod symbolisieren.
In der Nähe von Aquileia liegt auch einer der ältesten heute noch mittelalterlich geprägten Orte. Die Gründung von Strassoldo, wie er genannt wird, liegt eintausend Jahre zurück. Die beiden Schlösser Castello die Sopra und Castello di Scoto können heute nach einer umfangreichen Renovierung besichtigt werden. Die Kapelle inmitten des groß angelegten Parks am Castello di Sopra bildete einst den Rahmen für die Hochzeit von Feldmarschall Radetzky und Francesca Romana Strassoldo. Das zauberhafte Wasserschloss Castello die Sopra beherbergt heute ein Hotel.
Basilika von Aquileia - Piazza Capitolo 1, I-33051 Aquileia
Tel. +39 (0) 431 919719, basilica.aquileia@virgilio.it - www.aquileia.net
Castello di Strassoldo di Sopra - Via dei Castelli 21, I-33050 Strassoldo, Tel. +39 431 93217, www.castellodistrassoldo.it
Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.
Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich.
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