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Auf Borats Spuren
Astana, die Hauptstadt von Kasachstan, war vor einiger Zeit in aller Munde – allerdings nicht ganz so, wie es sich die Regierenden der kasachischen Retorten-Metropole erhofft hatten. So war zwar das gesponserte Radrennteam bei der Tour de France auf dem Weg zum Sieg, wurde dann aber in den Strudel des Dopingskandals gerissen.
Doppelt ärgerlich für die junge Republik. Hatte man doch erst den Rummel um den Kinohit über den fiktiven walrossbärtigen Journalisten Borat überstanden.
Im Film „Borat“ mimt der britische Komiker Sacha Baron Cohen einen kasachischen Fernsehreporter, der auf einer Reise durch die USA allerhand Chaos anrichtet. In seiner Rolle karikiert der Brite Kasachstan als hoffnungslos hinterwäldlerisches Land, in dem Frauen ihre Männer im Auto durch die Gegend ziehen und Menschen ihre Wohnstatt mit Kühen teilen. Sowohl in Kasachstan als auch in den USA, die ebenfalls kräftig auf die Schippe genommen werden, wurde der Film ziemlich pikiert aufgenommen.
Staatschef Nursultan Nasarbajew verwies darauf, dass der Film in Rumänien gedreht und betrunkene Kasachen von amerikanischen Studenten gespielt worden seien. Neuerdings hat die kasachische Führung Frieden mit der umstrittenen Komödie „Borat“ geschlossen: „Ich bevorzuge es, über den Streifen zu lachen“, sagte Präsident Nursultan Nasarbajew. Schließlich sei „jede Werbung“ gut und die Komödie diene zumindest dazu, die Neugier auf Kasachstan zu wecken. Und das ist gut so!
Kasachstan ist ein Land mit Geschichte und Vergangenheit: Auf Rundreisen sind zahlreiche Archäologische Ausgrabungen und Museen zu besichtigen.
So ist die Nekropole von Shakpak-Ata – aus dem 10 bis 13 Jahrhundert, besuchenswert. Oder auch die U-Moschee, auf der Tupkargan Halbinsel, rund 15 Km von der Sarytash Bucht, entfernt. Die Shakpak-Ata Moschee hat die Form eines lateinischen Kreuzes. Astana, die Metropole des neuntgrößten Staates der Welt überrascht vor allem mit prunkvoller Architektur. Eine Art New York mitten in der kasachischen Steppe.

Mangyschlak, die wüste Halbinsel am kasachischen Ostufer das Kaspischen Meeres, ist scheinbar aus Zeit und Raum gefallen. Bei Reisen über das weitgehend menschenleere Land begegnet man fast nur Kamelen und Schildkröten. Hier und da ragt eine Nekropole wie eine Fata Morgana in den azurblauen Himmel. Das Meer umspült, eine atemberaubend bizarre Landschaft aus Kreidefelsen und Canyons, mit Wüstendünen und weiten Steppenebenen. Ende April – Anfang Mai blüht alles, und aus dem kargen Boden sprießen zarte Wildtulpen, Iris, Ferula und Teppiche von winzigen gelben und blauen Blüten.
Lifestyle und Nachtleben sind (fast) nur in Astana oder Almaty erlebbar und nicht auf dem flachen Land – in der Weite des riesigen Staates Kasachstan.

In Kasachstan leben zahlreiche „Kasachstandeutsche“, eine deutsche Minderheit. Bereits 1895 gab es im damaligen Kasachstan mehrere deutsche Firmen, die hier ihre Niederlassungen eröffneten. Doch, die heutigen Vorfahren der Kasachstandeutschen wurden ab 28. August 1941 aus ihren ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten in der UdSSR, unter Führung des Diktators Stalin, nach Kasachstan, zwangsumgesiedelt. Ab diesem Zeitpunkt war es diesen „Russlanddeutschen“ verwehrt, ihre Muttersprache öffentlich zu sprechen, geschweige ein Studium zu beginnen. Noch bis Ende 1959 bestand eine „Meldepflicht“ sich wöchentlich bei der Miliz – der Polizei zu melden. Zahlreiche „Kasachstandeutsche“ mussten von 1941 bis 1959 Zwangsarbeiten in Arbeitslagern leisten oder kamen im Gulag ums Leben.
Ab 1979 wollte die Sowjetunion, zu der damals Kasachstan gehörte, die Bildung eines autonomen Gebiets der Deutschen in Kasachstan in der Gegend von Akmolinsk – Zelinograd, nahe dem heutigem Astana, eine Art „Deutsche Region“ bilden. Hier sollte die Deutschen angesiedelt werden. Allerdings scheiterte dies, am massiven Widerstand der einheimischen russischen und kasachischen Bevölkerung.
Die meisten Kasachstandeutschen zogen mit Beginn der Perestroika wieder in die alte Heimat ihrer Vorfahren oder siedelten sich im Raum Kaliningrad, dem alten Königsberg im ehemaligen Ostpreußen, an. Laut einer aktuellen Volkszählung leben derzeit rund 300.000 Deutsche in Kasachstan, vor allem im Norden des Landes um Almaty.
Natur und Landschaft

Vielleicht ist „Borat“ doch ganz in der Nähe: Man fährt im Auto durch ein „hinterwäldlerisches Land“ und dabei sieht man allerdings keine „betrunkene Kasachen“.
Wie so oft im Leben: Einfach mal Nachsehen, hinfahren, nach Kasachstan!
Zur Einreise wird ein Visum benötigt. Mit dem Flugzeug ab Frankfurt nach Astana und Almaty mit Air Astana oder via Moskau.
Verständigung: Im Land wird kasachisch gesprochen, Russischkenntnisse sind unabdinglich. Englisch wird fast nur von Jüngeren verstanden. Aber: Das hat auch Nachteile. Man wird sofort als Ausländer registriert und „Ausländer sind reich und dort gibt es was zu holen!“, lautet die Meinung. „Taxi, Taxi“ lautet die gängige Ansprache. Bitte nicht einsteigen, Schwarztaxis sind nicht unbedingt preiswerter. Normale Taxen sind – wie überall auf der Welt – gekennzeichnet.
Neueinsteiger in Richtung sollten eine Gruppenreise buchen, allein schon aus Sprachgründen und der enormen Entfernungen im Land.
Apotheken und Tankstellen findet man überall in Kasachstan


PS: Offizielle Wechseltuben und Cash-Maschine befinden sich am Airport, in Hotels und Shopping-Center.
Kontakt
Kazakhstan Tourist Association
Kazakhstan Association of Hotels & Restaurants
Ecotourism Information Resource Centre
76, Shevchenko str 050000 Almaty – Kazakhstan
e-Mail kta@mail.kz
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher
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