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Cirque du Soleil: Ein Weltbürger
Wenn der Zirkus in eine Stadt kam, war es früher üblich, dass die Bürger der Stadt in Scharen antraten, um der Truppe beim Aufbau des großen Zelts zu helfen und dies als Fest betrachteten. Durch das Wesen ihrer Kunst haben Straßenkünstler seit jeher das tiefe Bedürfnis, Bande mit anderen Menschen zu knüpfen. Der Cirque du Soleil bleibt trotz seiner beispielhaften Modernität fest in dieser uralten Zirkustradition verwurzelt.
Lange bevor sie die Fantasie des Publikums in aller Welt beflügeln sollten, boten die ersten Artisten des Cirque du Soleil ihre Künste auf der Straße dar. Dass ihr Traum - der auf Mut, Risiko und Fantasie beruhte - eines Tages Wirklichkeit werden würde, war zum Teil älteren Menschen zu verdanken, die ungeachtet der Jugend, des Rufs und des Status der Straßenkünstler an sie glaubten.
Seitdem er die Mittel hat, seine Träume zu verwirklichen und weltweit Shows zu präsentieren, engagiert sich Cirque du Soleil in der Öffentlichkeit und ganz besonders für Jugendliche aus sozial schwachen Milieus. Der Cirque du Soleil ist in Zusammenarbeit mit seinen Partnern weltweit in etwa 80 Gemeinden in etwa 20 Ländern auf fünf Kontinenten sozial aktiv.
Jedes Jahr stellt der Cirque du Soleil 1 Prozent seiner Einnahmen für soziale Programme zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit örtlichen und internationalen Organisationen, wie zum Beispiel "Jeunesse du Monde" und "Oxfam International", durchgeführt werden. Jugendliche auf allen fünf Kontinenten - von Montreal bis Dakar und von Rio de Janeiro bis Australien -, die sich in schwierigen Situationen befinden, werden im Rahmen sozialer Aktionsprogramme gefördert. Das Programm umfasst den Cirque du Monde (mit seinen Zirkus-Workshops für gefährdete Jugendliche), die Schulung von Ausbildern für das Zirkuswesen sowie Spendenaktionen. Bis vor kurzem zog es Cirque du Soleil vor, nicht zu viel Aufhebens über seine Öffentlichkeitsarbeit zu machen und vielmehr die Leistungen seiner Partner ins Rampenlicht zu stellen. Doch in der Hoffnung, auch lokale Firmen und Privatpersonen für die Idee zu begeistern, hat Cirque beschlossen, sein soziales Engagement mehr publik zu machen.
Die Prinzipien und Werte, die hinter dem sozialen Engagement des Zirkus unter der Leitung seines Gründers Guy Laliberté stehen, beruhen auf der alten Geschichte, in der sich Jugend, Risiko, Träume und Ausgrenzungen für eine bessere Welt vereinen. Wir träumen nach wie vor davon, das Leben derer, die unseren Weg kreuzen, mit unseren Taten und unserer Kreativität zu bereichern. Mit seiner Vorstellung einer Welt von Morgen richtet Cirque du Soleil seine Aufmerksamkeit nun auch auf globalere Themen wie beispielsweise den Kampf gegen die Armut. Unser Ziel ist es, die Inspiration und Energie, die hinter unseren Shows steckt, in den Dienst unseres Traumes zu stellen: die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen auf dem gesamten Planeten.
Die Entstehung des Cirque du Soleil
Alles begann in Baie-Saint-Paul, einer Kleinstadt in der Nähe der Stadt Quebec. In den frühen 80er Jahren bevölkerte dort ein buntes Völkchen die Straßen, worunter sich Stelzenläufer, Jongleure, Tänzer, Feuerschlucker und Musiker befanden. Diese Leute, eine von Gilles Ste-Croix gegründete Varieté- und Straßentheatergruppe, nannten sich die "Échassiers de Baie-Saint-Paul" (die Stelzenläufer von Baie-Saint-Paul). Schon damals waren die Einwohner beeindruckt und fasziniert von den jungen Künstlern, zu denen auch Guy Laliberté, der spätere Gründer und Direktor des Cirque du Soleil, gehörte.
Diese Truppe gründete den "Club des Talons Hauts" (Club der hohen Absätze) und organisierte 1982 die "Fête foraine de Baie-Saint-Paul", ein kulturelles Ereignis, zu dem sich Straßenkünstler von überall her trafen, um miteinander Ideen auszutauschen und die Straßen der Stadt für einige Tage zur Bühne zu machen. Die "Fête foraine" fand auch in den beiden darauf folgenden Jahren statt. Der "Club des Talons Hauts" erregte großes Aufsehen und brachte Guy Laliberté, Gilles Ste-Croix und Kollegen auf eine kühne Idee: die Gründung eines Zirkus in Quebec, der die ganze Welt bereisen sollte.
Als die Stadt Québec 1984 den 450. Jahrestag der Entdeckung Kanadas durch Jacques Cartier feierte und eine Show suchte, die die Feierlichkeiten in die ganze Provinz hinaustragen sollte, schlug Guy Laliberté eine Show unter dem Namen Cirque du Soleil (Sonnenzirkus) vor, mit der er die Organisatoren überzeugen konnte: Der Traum wurde Realität und der Cirque du Soleil zu einer inzwischen weltbekannten Attraktion atemberaubender Artistik und Unterhaltung.
Die aktuelle Aufführung
Tief in einem Wald, auf dem Gipfel eines Vulkans, existiert eine ganz besondere Welt – eine Welt, in der alles möglich ist. Eine Welt namens Varekai. Vom Himmel herab schwebt ein junger Mann – mutterseelenallein: so fängt die Geschichte von Varekai an. Der junge Mann landet mit dem Fallschirm im Schatten eines magischen Waldes, in einer kaleidoskopischen, von fantastischen Kreaturen bevölkerten Welt und erlebt hier absurde und merkwürdige Abenteuer. An jenem Tag am Rande der Zeit, an diesem Ort reiner und ungetrübter Möglichkeiten, beginnt eine geniale magische Beschwörung eines wiederentdeckten Lebens und eines neu gefundenen Staunens über die Geheimnisse der Welt und des Verstands. Der Ausdruck Varekai (ausgesprochen Va·re·'kei) bedeutet „wo auch immer“ auf Romani, der Sprache der Zigeuner - dem ruhelosen Volk der ewig Wandernden. Diese Produktion, deren Text von Dominic Champagne stammt, der auch Regie führte, zollt der Nomadenseele, dem Geist und der Kunst der Zirkustradition und all derer Tribut, die mit unendlich großer Passion auf der Suche nach dem Weg sind, der nach Varekai führt. Varekai geht aus einer explosiven Verschmelzung von Drama und Akrobatik hervor. Durch die hinreißende Darbietung von Geschicklichkeit und Kraft im Kontrast zu innovativer Musik und Bühnenbildern wie aus einer anderen Welt, verwoben durch eine lebendige Choreografie, die durch die universale Sprache der Bewegung für jedermann verständlich ist, wird das Unmögliche möglich. Das Pendel der Zeit schwingt zurück und macht den antiken und seltenen Zirkustraditionen der Ikarischen Spiele, Wassermeteoren und dem Georgischen Tanz alle Ehre. Varekai katapultiert den Zuschauer mit revolutionären Verdrehungen bei Nummern wie die Russische Schaukel, Gleitflächen und Dreifach-Trapez in die Zukunft.
Cirque du Soleil gastiert in Oberhausen
Kontakt
Tourist Information Oberhausen
Willy-Brandt-Platz 2, D-46045 Oberhausen
Fon 0208-824570, e-Mail tourist-info@oberhausen.de
Ein Beitrag für ReiseTravel von Dominic Champagne.
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