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Hof

St. Michaeliskantorei in Hof

Die St. Michaeliskantorei Hof kann auf eine 60jährige Tradition zurückblicken. Zu ihren Aufgaben zählen die Aufführung großer oratorischer Werke, als auch die Pflege von a capella Chormusik. Dabei wird das breite Spektrum der Chorliteratur vom Barock bis zur Moderne abgedeckt. Die St. Michaeliskantorei besteht aus 70 Sängerinnen und Sängern und probt jeweils montags ab 20 Uhr unter Leitung von Georg Stanek.

 

Die Kirche: Die St. Michaeliskirche ist die "Hauptkirche" Hofs, Sitz des Dekans und befindet sich in der Stadtmitte gegenüber dem Rathaus. Der Ursprung dieser Kirche geht auf einen Kapellenbau um das Jahr 1230 zurück. Nach jeder Kriegs- und Brandschatzung wurde sie wieder in erweitertem Ausmaß aufgebaut. Bei dem verheerenden Großbrand im Jahre 1823 wurde fast die ganze Stadt vernichtet und die St. Michaeliskirche fiel bis auf die Außenmauern in Schutt und Asche. Hierbei kam auch der Türmer ums Leben, der bis zuletzt die Feuerglocke läutete. Das jetzige Kirchengebäude entstand nach Plänen des Baumeisters Georg Erhard Saher aus Hof in den Jahren 1826-34. In harmonischer Weise verbinden sich hier neugotische, klassizistische und biedermeierliche Elemente zu einem beeindruckenden Sakralbau. Die Ausstattung der Kirche stammt - abgesehen vom gotischen Holzkruzifix aus dem 15. Jahrhundert - aus der Zeit nach dem Brand von 1823. So ist der Altar ein Werk des Münchner Bildhauers Anselm Sickinger aus dem Jahr 1866. Im Stil der Nazarener Schule wurden 1884 nach Entwürfen von Prof. Dr. Pfannschmidt die Buntglasfenster im Chorraum geschaffen. Auf ein Kunstwerk müssen die Besucher heute leider verzichten: Der ursprüngliche Hochaltar von 1465, in der Kunstgeschichte als "Hofer Altar" bekannt, befindet sich in der "Alten Pinakothek" in München. Er gilt als einer der schönsten fränkischen Tafelaltäre mit 8 Gemälden und wurde von dem Bamberger Hans Pleydenwurff geschaffen. In einer Schrift des evangelischen Dekanats wird das Fehlen dieses Kunstschatzes bedauert: Leider schenkte ein allzu untertäniger Stadtrat auf Anregung der Kanzlei Ludwig I den Altar den königlichen Sammlungen in München. Die St. Michaeliskirche bietet heute Platz für knapp 2.000 Besucher.

 

Orgel und Orgelbauer: Die Heidenreichorgel in der Hofer St. Michaeliskirche gehört zu den größten und historisch interessantesten Instrumenten in Oberfranken, deren Bedeutung zur Erhaltung und Pflege verpflichtet. Die Orgel der Gebrüder Heidenreich in Hof - St. Michaelis ist das größte erhaltene Instrument der seit 1782 in Hof ansässigen Orgelbauerfamilie.
Nach dem Stadtbrand 1823 in Hof, der auch die spätgotische Michaeliskirche und die aus der Renaissance stammende Orgel vernichtete, erhielten die Hofer Gebrüder Heidenreich, Georg Christian und Georg Adam Friedrich, den Auftrag zum Neubau einer Orgel. In den Jahren 1828 - 1834 wurde das Instrument mit 34 Registern auf zwei Manualen und Pedal in mechanischer Traktur vollendet.
Nach näherer Betrachtung der Disposition und des Prospektes lässt sich bei dieser Orgel eine Entwicklung vom Barock zum Biedermeier feststellen. Nachdem von den Silbermann-Schülern Graichen und Ritter die Tradition ihres Lehrherrn bis 1764 weiter gepflegt wurde, findet bei dem Silbermann-Enkelschüler, dem Senior Friedrich Heidenreich, und bei dessen vier Orgelbauer-Söhnen eine Neuorientierung statt. Eigenheiten fränkischer Barockorgeln, wie die chorische Verwendung von Streichern, von weiten und engen Flöten in verschiedenen Fußtonlagen dringen ein, und ein Hang zur Grundtönigkeit setzt sich durch. Aber abgesehen von diesen Veränderungen gibt es bei der Michaelis-Orgel als Kernbestand ein »Organo pleno«, das den Dispositionsgrundsätzen Gottfried Silbermanns noch weitgehend entspricht. Bei einem Vergleich mit größeren Silbermann-Orgeln in Reichenbach, Zittau oder Dresden (Sophien- und besonders Hofkirche) zeigt sich eine große Übereinstimmung im Klangaufbau von Haupt- und Oberwerk.

Das über die Disposition Gesagte trifft auch sinnentsprechend für die äußere Gestaltung des Heidenreichschen Gehäuses zu. Die Heidenreich haben den zweistöckigen Silbermann-Prospekt einer mittelgroßen Orgel (etwa in Rötha bei Leipzig) lediglich klassizistisch-biedermeierlich verkleidet, wobei sie allerdings in die seitlichen Türme nicht - wie Silbermann - die tiefsten Pfeifen des Hauptwerks stellten, sondern echte »Pedaltürme« errichteten.
In der Heidenreichschen Original-Disposition von 1827 findet sich der Vermerk: »Principal Baß 16 Fuß von F bis d' im Gesicht stehend« Drei Holzregister des Pedals, Untersatz 32', Violonbaß 16' und Posaunenbaß 16' sind auf einer besonderen »Großpedal«-Lade innerhalb des Orgelgehäuses vor der Rückwand untergebracht.

An der Heidenreich-Orgel der Michaeliskirche wurden seit ihrer Einweihung 1834 in den Jahren 1868, 1938, 1967 und 1991 Änderungen vorgenommen:
Der erste Eingriff erfolgte 1868 durch Orgelbauer Ludwig Weineck aus Bayreuth. Dabei wurde die nach zeitgenössischem Urteil »kreischende, raue Tonfarbe des vollen Werks« beseitigt. Leider gingen einige Heidenreich-Register verloren, und aus den Mixturen wurden die Terzen entfernt.
Der zweite Eingriff geschah 1938 durch die Firma Steinmeyer, Öttingen. Er stand unter dem Einfluss der »Orgelbewegung«, die das obertönige Klangideal des Barock propagierte. Wieder fielen dieser »Restaurierung« einige Heidenreich-Stimmen zum Opfer. Von 34 Originalregistern verblieben 23.

Der dritte Eingriff im Jahre 1967 durch die Firma Schmid, Kaufbeuren diente der Restauration, Erweiterung und Rekonstruktion der Heidenreich-Orgel von 1834. Jetzt wurden nach der Original-Disposition Stimmen ergänzt, die von den Heidenreich aus Sparsamkeitsgründen nicht gebaut werden konnten. Eine Erweiterung des Werks erfolgte in zweifacher Hinsicht: Im Untergeschoss der Pedaltürme wurden weitere Pedalstimmen auf einer »Kleinpedal«-Lade hinter neu geschaffenen, dem Stil des Gehäuses angepassten, Gittertüren untergebracht. Auf der oberen Etage hinter dem Oberwerk wurde, im Prospekt nicht sichtbar, das Schwellwerk neu eingebaut. Dieses wird von einem dritten Manual aus gespielt, dessen Spieltraktur mechanisch ist, während die Registrierung elektrisch wirkt. Insgesamt wurde mit der klanglichen Umgestaltung und Erweiterung 1967 ein optimales Ergebnis erreicht. Lediglich das neu hinzugebaute Schwellwerk war nach damaligem modischem Geschmack, im Gegensatz zum dunkel timbrierten Heidenreich-Werk, sehr obertönig konzipiert.
Der vierte Eingriff, 1991 wieder vorgenommen durch die Firma Schmid, Kaufbeuren, suchte im Schwellwerk bei einigen Registern durch Umstellen vorhandener Pfeifen und deren Neuintonation eine Angleichung an das grundtönige Heidenreich'sche Klangbild zu erreichen. Außerdem wurde im Oberwerk das Krummhorn 8' aus den dreißiger Jahren gegen ein mehr klangtypisches gleicher Bauart ausgetauscht. Aus Kostengründen konnte mit der klanglichen Umgestaltung des Schwellwerks nur ein Kompromiss erzielt werden.

Im Jahr 2005 entschloss sich die Kirchengemeinde von St. Michaelis zu einer umfassenden Überarbeitung und technischen Optimierung der Heidenreich – Orgel. Ausgangspunkt waren die gerissenen historischen Windladen, die ein störungsfreies Spiel unmöglich machten. Im Zuge dieser Maßnahme, die die Orgelbaufirma Karl Schuke aus Berlin beispielhaft ausführte, wurde ein neuer, dem Gehäuse adäquater Spieltisch eingebaut. Das neue Schwellwerk ist im deutschen – romantischen Stil angelegt und intoniert und trägt die Klangwelt der Gebrüder Heidenreich weiter.

Seit der Einweihung im Februar 2007 verfügt die Gemeinde von St. Michaelis nun über ein 63 Register umfassendes Instrument, dass mit seinem klanglichen Charme und Farbenreichtum die Zuhörer und Besucher überzeugend anspricht.


Folgende Arbeiten sind an der Heidenreichorgel geplant: Das Orgelinnere wird weitgehendst ausgebaut. Die Windladen der Heidenreich-Orgel (I. und II. Manual, Pedal) werden umfassend repariert.
Überarbeitung der gesamten Windanlage.
Der Spieltisch wird neu gebaut. Die Heidenreich’sche Registeranlage wird an ihre originale Position gelegt. Tastenhebel und Koppelübersetzungen werden für den 3-manualigen Spieltisch neu berechnet
Der neue Spieltisch wird so gestaltet, dass er sich stilistisch der Heidenreichorgel anpasst.
Die Restaurierung der Heidenreich-Orgel ist nicht das Thema der jetzigen Instandsetzung. Die Arbeiten sollen den historischen Bestand nicht weiter verletzen, Reparaturmaßnahmen erfolgen und restauratorischen Gesichtspunkten. Das Schwellwerk wird im deutsch-romantischen Stil neu gebaut und soll die Klangwelt Heidenreichs stilistisch Weitertragen.

 

Kontakt

 

Kirchenmusik im Dekanat Hof
Maxplatz 6, D-95028 Hof
Tel. (0 92 81) 8309-90.

 

Tourist Information

Ludwigstraße 24, D-95028 Hof

 

Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr.

Fon 09281-815 666, Fax 09281-815 669, touristinfo@stadt-hof.de

 

www.hof.de 

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Stadt und Dekanatskantor Georg Stanek.

 

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