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Rothenburg ob der Tauber

Toppler-Theater

Rothenburg ob der Tauber begeht in diesem Jahr den 600. Todestag des großen Bürgermeisters Heinrich Toppler (1340 bis 1408), der die Freie Reichsstadt einst zu großer Blüte, zu Reichtum und Ansehen geführt hat – und von den eigenen Leuten verraten im Kerker enden musste. Im Gedenkjahr wird die Gründung eines nach dem berühmten Stadtregenten benannten Theaters zum zentralen Ereignis: die Premiere für das Toppler-Theater. Und dazu gibt es sogar ein modernes Theaterstück von Reiyk Bergemann: „Toppler oder der Versuch, sich die ganze Welt untertan zu machen“ schafft den Spannungsbogen von Vergangenheit und Gegenwart.  

 

Rothenburg ob der Tauber

 

Mit dem neuen Toppler-Theater im romantischen Nordhof des ehemaligen Dominikanerinnen-Klosters und heutigen Reichsstadtmuseums schließt die Tauberstadt nach über fünf Jahrzehnten ihre einzige Lücke im sonst reichhaltigen Kulturangebot – es fehlte ein Theater. Nicht einmal die Initiatoren hätten sich träumen lassen, dass ihre Idee so schnell realisiert werden kann, denn erst vor eineinhalb Jahren hatte man im kleinen Kreis Interessierter erste Pläne geschmiedet. Entstanden ist eine professionelle kleine, aber feine Theaterbühne in unverwechselbarer Umgebung. Und seit Anfang Mai sind die drei Berufsschauspieler Matthias Klösel, Ina Meling und Arik Seils unter Regisseur Reiyk Bergemann (zugleich Stückeautor) fleißig beim Proben für das Toppler-Stück. 

 

Toppler-Theater

Jürgen Klatte – Dipl. Kirchenmusiker und Pianist, stellt das Ensemble vor

 

Wer einen Historienschinken erwartet, dürfte enttäuscht sein, denn das Spiel um Macht und Geld, Krieg, Diplomatie und Frauen ist hochaktuell und wird auch entsprechend inszeniert. Der reizvolle Innenhof mit seiner Treppe und den umgebenden Klostermauern spricht für sich und bedarf keines besonderen Bühnenbildes. „Der Ort spielt mit“, hat der bekannte Burgschauspieler und Dramaturg Klaus Pohl betont und diese kleine Bühne in einer Fernsehsendung als eine der schönsten in Deutschland bezeichnet. Pohl, der in Wien und New York lebt, unterstützt das Toppler-Theater. 

 

Während vor Ort fast noch Pionierarbeit mit dem Aufbau der notwendigen Theaterstrukturen und des Theaterbüros geleistet wird, steht der Spielplan schon seit Monaten und kann sich zum Start für ein neues Theater mit lediglich 126 Plätzen sehen lassen. Es werden 70 Aufführungen geboten, davon entfallen rund 20 auf Kinder- und Jugendtheater. Zur Eigenproduktion gehören gleich vier Stücke: „Toppler“, „Der Kontrabass“, „Reineke Fuchs“ sowie „Die Konferenz der Tiere“, wobei jeweils Reiyk Bergemann Regie führt.

Das Angebot bereichern ferner Gastspiele der benachbarten Freilichtbühnen. Schwäbisch Hall bringt das Erfolgsstück „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza mehrmals auf die Topplerbühne. Die Kreuzgangspiele Feuchtwangen sind mit „Shakespeares Schurken“ vertreten und die Landesbühne Dinkelsbühl spricht mit „Oh wie schön ist Panama“ die Kinder an. Als besonderen „Geburtstagsgruß“ beschert das Ansbacher Theater den Rothenburgern im Klosterhof eine Musikrevue („Im Theater ist was los“. Alvaro Solar wurde für eine Abendvorstellung mit „Johan Padan entdeckt Amerika“ (von Dario Fo) verpflichtet.

Also rundherum ein dichter Spielplan im Startjahr der Freilichtbühne, die beste Voraussetzungen hat sich auf Dauer zu etablieren. Dabei setzt man auf die weitere Zusammenarbeit mit anderen Bühnen in der fränkisch-hohenlohischen Region und empfiehlt deshalb dem längerbleibenden Gast auch einen Theater-Urlaub unter Einbeziehung der vielen sommerlichen Freilicht-Optionen. 

 

Das Besondere am Toppler-Theater ist auch, dass es sich um ein freies Theater handelt. Zwar hat die Stadt durch eine vorgezogene Sanierung des Museums-Nordhofes bauliche Grundvoraussetzungen geschaffen, aber das ganze Projekt wird vorwiegend ehrenamtlich umgesetzt und vom gemeinnützigen Verein Kulturforum Rothenburg getragen. Einige Sponsoren haben den Beginn ermöglicht und erste öffentliche Gelder sind eingebracht, aber, so Kulturvereins-Vorsitzender Erich Landgraf (zusammen mit Jürgen Klatte und Dieter Balb im Leitungsteam des Toppler-Theaters) „wenn man ganz am Anfang steht, sind viele Geldgeber noch sehr zögerlich“. 

 

Nun setzt man auf einen schönen Sommer und eine gute erste Spielsaison. Das erste Interesse an der neuen Bühne macht den Initiatoren Hoffnung. Fernsehen, Rundfunk und Presse haben schon im Vorfeld berichtet und die Kartenreservierungen kommen dank des weltweiten Rufs der Tauberstadt nicht nur aus ganz Deutschland, sondern sogar aus Asien und den Vereinigten Staaten. 

 

Toppler - oder der Versuch, sich die ganze Welt Untertan zu machen

Der Schauspieler Henrik Arosen versteht es äußerst glänzend, seinen Kollegen Gregor Watzlawczek mal für mal aufs Glatteis zu fuhren. Um nun ein für alle Male zu erwirken, dass Henrik Arosen in seiner Überheblichkeit mundtot gemacht wird, nimmt sich Gregor vor, Henrik in ausgerechnet dessen Paradedisziplin, dem Schachspiel, zu bezwingen. Beide halten es für angebracht, eine Schauspieler-Kollegin als Schiedsrichterin fungieren zu lassen: Annabelle Demerius. Der eine, Gregor, weil er furchtet, Henrik könne ihn mit unfairen Spielzügen übertölpeln, der andere, Henrik, um sich vor der allzu aufbrausenden Art seines Spielpartners zu schützen. Dennoch scheitern Gregors Versuche immer erbärmlicher. Während einer dieser Schachpartien kommt das Gespräch auf die historische Persönlichkeit Heinrich Toppler zu sprechen, den großartigen Bürgermeister der Stadt Rothenburg ob der Tauber aus dem 14. Jahrhundert, mit dem sich Henrik Arosen zu identifizieren scheint.

Seine "genialen Schachzüge" setzt er mit den erfolgreichen Strategien Heinrich Topplers gleich. In farbenprächtigen Worten weiß Henrik von Topplers Zeit und dessen Leben zu erzählen, was bei Annabelle eine spontane Faszination entfacht, während Gregor natürlich eher skeptisch reagiert. Durch den einem jeden Schauspieler naturgegebenen Spieltrieb   beginnt sich nun die Geschichte über Heinrich Toppler zu verselbständigen. Henrik Arosen im Besonderen, aber auch Gregor und Annabelle schlüpfen, mitunter ungewollt, immer wieder in unterschiedlichste Figuren aus längst vergangenen Tagen. Es mischt sich Gegenwart mit Vergangenheit.

Auf diese Weise werden verschiedene Stationen aus dem Leben Heinrich Topplers schlaglichtartig aufgearbeitet. Dabei fehlt weder die Auseinandersetzung Topplers mit der Anklage des Kraft Schober, Toppler habe dessen Frau geminnet noch das unglaubliche Verhältnis zu König Wenzel, das Toppler und Rothenburg später im entscheidenden Krieg mit dem Burggrafen zum Verhängnis wurde.

Die rüde Räumung des Dominikanerinnenklosters kommt ebenso zur Sprache, wie der stete Machtwettstreit zwischen den jungen Burggrafen und Toppler, der unnachgiebiger nicht hätte geführt werden können. Nicht zuletzt die ganz persönliche Rivalität zu dem Mitbürger Hans Wern, der Toppler in seinem Ansehen den Rang abzulaufen drohte, wird von den Schauspielern durchexerziert bis hin zu der Frage, wie dieser berühmte Bürgermeister ermordet wurde und von wem. Welche cleveren (?) oder unfairen (?) Methoden wendete Heinrich Toppler seinerzeit an, um seine Ziele (?) oder die Ziele Rothenburgs (?) zu verwirklichen?

 

PS: Nach dem Theaterbesuch kann man auch zur Nacht bleiben, im Burghotel Rothenburg ob der Tauber. Klostergasse 1-3, D-91541 Rothenburg, Fon 09861-94890, www.burghotel.eu

 

„Das Auto wird in der historischen Klosterscheune geparkt!“

 

Das Burghotel Rothenburg ob der Tauber und weitere 20 Hotels und Restaurants im Bundesland Bayern haben sich in der Hotelgruppe SIGHTsleeping Hotels – Schlafen für Augenmenschen, formiert. Im Angebot sind facettenreiche Offerten. In Form einer Rundreise mit einem Pkw erfolgt eine kooperative Zusammenarbeit mit dem Audi Forum Ingolstadt. Auch hier werden attraktive „Pakete“ angeboten.

 

Kontakt

 

Toppler-Theater Rothenburg

Rotabene Medienhaus

Erlbacherstraße 102, D-91541 Rothenburg ob der Tauber

Fon 09861-400 0, Fax 09861-400 16, e-Mail a.carl@rotabene.de

www.rotabene.de

 

Bayern Tourismus Marketing GmbH

Leopoldstrasse 146, D-80804 München

Fon 089-212397-0, Fax 089-212397-99, e-Mail tourismus@bayern.info

www.bayern.by

 

SIGHT sleeping Hotels – Schlafen für Augenmenschen

www.sightsleeping.by

 

Audi driver’s day

Audi Forum Ingolstadt

D-85045 Ingolstadt

www.audi.de/driver

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Dieter Balb, Chefredakteur FRÄNKISCHER ANZEIGER, Fotos Gerald H. Ueberscher, eu@reisetravel.eu

 

 

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