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Kairo

Ägypten im Ramadan

Der Ramadan ist der neunte Monat des muslimischen Mondjahres: Es ist eine Zeit des Fastens, von Segen und Gebeten, die an die Offenbarung der ersten Verse des Korans durch den auch als „Geist der Heiligkeit“ bezeichneten Engel Gabriel an den Propheten Mohammed erinnern. In dieser Zeit essen Muslime tagsüber nicht, um ein Opfer zu bringen, das sie an das Leid der Armen erinnert. Die täglichen Mahlzeiten werden auf zwei beschränkt; die erste ist das „Iftar“, das Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Die zweite Mahlzeit, „Sohour“, ist flexibel, wird jedoch meist bis kurz vor Sonnenaufgang hinausgezögert. Auch zwischen „Iftar“ und „Sohour“ darf man essen und trinken.

Nach Fastenbrechen und Einbruch der Nacht erwacht die Stadt zu verschiedenen Aktivitäten, in Einkaufszentren und Hotels werden große Ramadan-Zelte aufgestellt und folkloristische Unterhaltung wird jede Nacht vorgeführt. Auch am Nil in einem Café zu sitzen ist schön, wo seichte Unterhaltung und gutes Essen geboten wird. Alle Moscheen sind beleuchtet, Läden fast die ganze Nacht geöffnet, die Straßen Ramadan-typisch dekoriert und das Essen, das angeboten wird, sind die typischen Speisen des heiligen Monats.

Da der August einer der wärmsten Monate ist, plant man seinen Tag am Besten so, dass man die berühmten antiken und religiösen Stätten am frühen Morgen besucht, dann in Museen geht, da diese im Ramadan normalerweise etwas später öffnen als sonst. Wenn es draußen richtig warm wird, besuchen Sie Einkaufszentren wie die City Stars Mall in Nasr City/ Kairo oder die First Mall in Gizeh. Dort können Sie nach Herzenslust bummeln, finden sowohl lokale als auch international berühmte Marken und Produkte, Essen und Unterhaltung. Außerdem gibt es dort lokale Handarbeiten von guter Qualität.

Wenn die Nacht beginnt und die Stadt erwacht, sollten Gäste durch die mittelalterlichen Straßen von Kairo spazieren. Besonders Straßen wie Mu’ezz Eddin, Azhar und die Gegend vom Basar Khan El Khalili sowie Fostat in Alt-Kairo.

Auch Alexandria hat im Ramadan eine spezielle Atmosphäre. Genießen Sie die Cafés am Meer, einen Spaziergang an der Promenade oder einen Besuch in der Fischergegend Anfoushi oder in El Attarin, wo man antike Möbel und Schmuckstücke verkauft – Tag und Nacht ist das ein Vergnügen. Abends sollten Sie unbedingt zur berühmten Moschee Morsi Abul Abbas gehen, wo das ganze Umfeld liebevoll mit Ramadan-Dekorationen geschmückt ist.  

Der Monat der Traditionen: Ramadan ist eine inspirierende Tradition, die den Islam gut widerspiegelt. Muslime geben den Armen Essen und Geld, und auch den Reisenden, die gerade nirgendwo anders zum Essen hingehen können, wenn es Zeit ist, das Fasten zu brechen. Viele verschiedene Gruppen stellen Essen zur Verfügung, unter anderem berühmte Persönlichkeiten, Restaurants und Stiftungen, die oft zu diesem Zweck an der Straße Tische aufstellen.  

Der Ramadan ist der magische Monat, in dem viele mysteriöse Bräuche gepflegt werden, die nicht unbedingt religiösen Ursprungs sind. Zu diesen Bräuchen zählen: Fanoos Ramadan oder die Ramadan-Laternen

Eines der sichtbaren Merkmale des Monats und eine typisch ägyptische Tradition sind diese bunten Laternen, die sie in vielen Läden finden. Wenn der Monat näher rückt, kauft man die Laternen, und jedes Kind bekommt eine um damit zu spielen und Ramadan-Lieder zu singen. Die Laternen sind oft aus recycelten Dosen gefertigt und in letzter Zeit gibt es auch Plastik-Laternen, die beliebte Musik abspielen.

Es gibt viele Geschichten über den Ursprung dieser Tradition. Eine der bekanntesten besagt, dass ein Fatimiden-Kalif die Straßen von Kairo nachts beleuchten wollte und anordnete, dass alle Scheichs der Moscheen Fawanees aushängen sollten, die mit Kerzen erleuchtet werden konnten. Die Fanoos wurden so zu einem Brauch, den man seither pflegt.

Um ein Lichtermeer aus den „Fanoo Ramadan“ zu sehen und zu beobachten wie sie hergestellt werden, gehen Sie in Richtung des 11.-Jhdt.-Stadttores von Bab Zuweillah in der Nähe des Islamischen Museums und neben dem Basar der Zeltmacher. Ein Teil der Ahmad Maher Straße, wo Blechschmiede und Marmor-Handwerker ihre Läden haben, wird im Ramadan zur Straße der Laternen.

Der Trommler: Jeden Morgen im Ramadan, ein oder zwei Stunden vor Sonnenaufgang, laufen die Trommler (Mesharati) durch die Straßen und trommeln einen repetitiven Rhythmus um die Menschen zu ihrem Sohour (Vor-Sonnenaufgangs-Frühstück) zu wecken.

Diese Tradition geht auf die ottomanische Ära zurück, wo es keine Wecker gab die man sich für das Sohour hätte stellen können. Sie sangen auch damals schon gereimte Verse als Einfluss der Populärkultur.

Am Ende des Ramadan ziehen die Trommler von Haus zu Haus und bitten um ein Trinkgeld für den Weckdienst, den sie der Nachbarschaft den ganzen heiligen Monat über geleistet haben. Alle Elemente der Trommeltradition werden heute noch gepflegt, vom trommelnd durch die Straßen ziehen über Verse singen bis hin zum Trinkgeld sammeln. Diese Jahrhunderte alte Tradition blüht nach wie vor und unterstützt den spirituellen Aspekt der alten Zeiten des Ramadan.

Die Kanonen und das Fastenbrechen: Der Kanonenschuss von der Zitadelle ist eine Tradition auf die alle Ägypter warten, wenn Sie das Fasten brechen.

Man kann sie heutzutage nicht mehr überall hören, aber viele Menschen schauen im Fernsehen, wie die Kanone abgefeuert wird, bevor Sie sich zum Essen hinsetzen. Eine Legende besagt, dass diese Tradition von Khedive Mohamed Ali (1805-1848) begründet wurde, als er einige Kanonen für die Ägyptische Armee bestellte, und eine davon versehentlich bei Sonnenuntergang im Ramadan abgefeuert wurde. Die Menschen dachten, dass das eine neue, vom Khedive angeordnete Tradition wäre.  

Speisen des Ramadan

Desserts: Der Ramadan wird mit Süßspeisen in Verbindung gebracht, viele Konditoreien und Privatküchen erschaffen neue Variationen ihrer Desserts, zum Beispiel die Baklava, aus Blätterteig gefüllt mit Nüssen, Sahne oder Ricotta. Auch beliebt sind Basboosa mit Semolina-Kuchen, Kanofa aus gestreutem Teig, auch mit Nüssen und Sahne gefüllt, sowie Qatayif, pfannkuchenähnlicher Teig, der mit Nüssen gefüllt und frittiert wird.

Einer der interessantesten Anblicke im Ramadan ist, dem Kanofa-Bäcker zuzuschauen wie er den Teig in einem großen, offenen Ofen im Kreis wirbelt und so das Kanofa aus haarfeinen Knusperfasern backt.

Hauptgänge: Die wichtigsten Speisen auf einem Ramadan-Tisch sind ein Bohneneintopf, mit Olivenöl abgeschmeckt und mit Zwiebeln und Tomaten garniert, sowie eine beliebige Suppe. Man bricht das Fasten üblicherweise mit der Suppe, da sie ja den ganzen Tag nichts gegessen haben und die Mahlzeit deshalb mit etwas leichtem anfangen. Auch gemischte Trockenfrüchte, zum Beispiel Rosinen, getrocknete Pflaumen und Aprikosen in Sirup, sind im Ramadan beliebt.

Ramadan-Getränke: Süßer Karkadey (Hibiskustee), Erq Sous (Lakritzgetränk), Humous (Kichererbsendrink), Minztee, Kamar el Din (Saft aus getrockneten Aprikosen), Kharoub (aus Johannisbrot) und Tamr Hindi (aus Tamarinde) sind die wichtigsten Getränke des Ramadan und werden in den meisten Hotels und Cafés angeboten. Sie alle sind Durstlöscher mit extrem hohem Vitamingehalt.  

Ein Spaziergang durch Kairo

Die mittelalterliche Altstadt von Kairo ist wie eine Zeitmaschine, die Sie mitten ins Herz von Kairos islamischem Erbe transportiert, mit all seinen Moscheen und Festungen. Hier fühlen Sie den wahren Geist des Ramadan.

Wohin gehen?

Al Azhar ist voller kleiner Läden, in denen Sie alle möglichen Handarbeiten finden, aus Kupfer und Zinn, Töpferei, einen Teppichmarkt, die Zeltmacher, wo Sie interessante Designs finden die Sie mit nach Hause nehmen können, Silber- und Goldschmuck und viele weitere Schätze. Auch die Madreassa-Moschee von Al Ghouri und das Mausoleum, sowie die Al-Azhar-Moschee, die älteste Universität der Welt, sind einen Besuch wert.

Wekalet El Ghouri ist ein Komplex aus der ägyptischen Mamelukenzeit, wo es heutzutage viel Unterhaltung zu erleben gibt – Besucher bewundern lokale Folklore-Kunst und abends finden Konzerte statt. In diesem Jahr werden dreimal die Woche Tanoura-Shows aufgeführt, und ein Musikkonzert mit traditionellen Instrumenten.

In dieser Gegend befindet sich auch der Khan El Khalili, ein Basar aus dem 14. Jahrhundert, über den Sie sicherlich gerne bummeln werden. Er ist der älteste überdachte Basar, der heute noch existiert! Sie finden dort Souvenirshops, die alles Erdenkliche verkaufen – von Papyrus, individuellen Gold- und Silberkartuschen, Einlege-Boxen und viele weitere Souvenirs. Im Ramadan ist der Basar die ganze Nacht, fast bis in die frühen Morgenstunden, geöffnet.

Es gibt auch viele interessante historische Stätten, die es sich zu besuchen lohnt. Die Moscheen von Kairo zählen zu den architektonisch interessantesten der Welt, man findet abassidische, fatimidische, ayyubidische, mamelukische und ottomanische Baustile, die meisten davon in der mittelalterlichen Altstadt des islamischen Kairo.

Der Al-Azhar-Park liegt nicht weit vom Azhar-Bezirk entfernt und ist eine riesige Grünanlage, gut gepflegt und mit vielen Möglichkeiten etwas zu essen oder zu trinken, z.B. im Hilltop-Café, von wo man einen wunderbaren Ausblick über Kairo hat. Abends finden Sie im E-Gemeina-Theater im Park gute Unterhaltung, von lokal ansässigen und internationalen Künstlern.

Rock, Hip-Hop und Rap, Gesang und Poesie sind ein kleiner Ausschnitt des Angebots. Während des Ramadan sind die meisten Programmpunkte folkloristischer Natur, sowohl lokal als auch aus dem Libanon, Palästina, Jordanien und Marokko.

Fishawy Café: Wenn man schon in der Gegend ist, sollte man sich einen Besuch in diesem zwei jahrhunderte alten Café nicht entgehen lassen. Die Kellner balancieren Tabletts mit Minztee, das Klimpern der Gläser gehört zur Atmosphäre dazu, während man gemütlich sitzt und die Passanten vor dem traditionellen ägyptischen Café beobachtet. 

 

Kontakt

 

Ägyptisches Fremdverkehrsamt

Kaiserstrasse. 66, D-60311 Frankfurt ?

Tel. +49-69-252153, Fax. +49-69-239876, director.de@egypt.travel

 

Von Katja Zimmer.

 

 

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