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München

Oktoberfest mit Trachtenmodenschau

Was wäre die weltberühmte Wiesn ohne ihn: den legendären Einzug der Wirte mit ihren Familien in festlich geschmückten Kutschen und tags darauf der Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest, dem berühmtesten Bierfest der Welt. Seit 1950 regelmäßig alle Jahre wieder und alle Jahre wieder ein sehenswerter Höhepunkt. Das Tüpfelchen auf dem i, eine gelungene Einstimmung auf die nächsten Tage voller  Vergnügen und Bierseligkeit; bis es im nächsten Jahr wieder heißt „O`zapft is“. Zwischen dem „O`zapft ist“ bis hin zum letzten Böllerschuss selbst gibt es als  Beiwerk dazu  noch einiges mehr im Angebot der Wiesnveranstalter.  

Das wichtigste Ereignis – der Einzug der Wirte mit der flüssigen Nahrung begleitet von zahlreichen Blasmusikkapellen 

Das wohlklingende O`zapft ist, das auf der ganzen Welt vermutlich keiner Übersetzung bedarf, wäre eine leere Versprechung ohne das Fass, aus dem „angezapft wird“. Deshalb müssen die Wiesn Wirte bereits am ersten Tag der Eröffnung des weltbekannten Spektakels mit ihren göttlichen Getränken auf der Theresienwiese vertreten sein. Der Einzug der Wiesn Wirte auf die Theresienwiese findet  einen Tag vor dem Trachten- und Schützenzug statt. Am  ersten Samstag des Oktoberfestes begeben sich die Blumen verzierten Kutschen und mit Girlanden geschmückten Festwägen mit den Wirten und ihren Familien  auf den Weg zu ihrem Wirkungsfeld für die nächsten zwei Wochen. Begleitet werden die Pferdegespanne  von den Musikkapellen der Festzelte und den Bedienungen, die die Gäste mit schwingenden Maßkrügen, welche zu diesem Zeitpunkt natürlich noch leer sind, auf die Wiesn locken wollen. Die Prozession hat Tradition seit 1887. Angeführt wird auch dieser Zug vom Münchner Kindl hoch zu Ross, gefolgt von der Festkutsche des Münchner Oberbürgermeisters und insgesamt beinah 1000 Teilnehmern, darunter auch die Schausteller des Oktoberfestes mit ihrem Festwagen.  

Wenn der Tross die Stunde zu Fuß zurückgelegt hat und an der Schottenhamel-Festhalle angekommen ist, erfolgt der von Wiesn Anhängern seit der letzten Wiese sehnlich erwartete Fassanstich. Gebannt erwarten die Zuschauer das beinah heilige Geschehen und zählen die Schläge, die dieses Jahr zum Anstich des ersten Bierfasses benötigt werden.  Bis endlich das ersehnte „O`zapft ist“ über die Lippen des Münchner Oberbürgermeisters kommt und der Ausschank des Bieres an die über 6 Millionen Besucher beginnen kann.  Assistiert wird dem Oberbürgermeister dabei vom Bayerischen Ministerpräsidenten, der bei dieser Gelegenheit seine Kunstfertigkeit im Umgang mit dem bayerischen Nationalgetränk beweisen muss.  

Der Trachten- und Schützenzug folgt dann am Tag darauf, jeweils am ersten Sonntag des Riesenfestes. Das mittlerweile von der  ARD life  in alle Welt übertragene „Beiwerk“ des Oktoberfestes fand erstmals anlässlich der Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern 1835 statt, deren Hochzeit im Jahr 1810 Anlass für die Geburt des Oktoberfestes war. Zum 25jährigen Jubiläum wollte man den bayerischen Nationalstaat repräsentieren, danach folgte eine lange Pause. Bis man zum 100jährigen Jahrestag der Hochzeitsfeier erneut begann, einen Trachtenzug zu organisieren.  

Seit 1950 findet das Spektakel wieder regelmäßig statt. Mittlerweile ziehen fast 10 000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland mit ihren Trachten, Musikkapellen, Fahnenschwingern durch die Münchner Altstadt. Demonstriert wird nun nicht mehr  zeit gemäße Verbundenheit zur Nationalität, sondern gepflegtes Brauchtum. Vertreten sind dabei nicht nur die deutschen Bundesländer sondern auch Gruppen aus anderen europäischen Staaten wie der Schweiz, Kroatien, Polen oder Italien.  Für die abwechslungsreiche Gestaltung der Abfolge der über 150 Trachtenvereine, Sport- und Gebirgssschützen, Musikkapellen, historischen Trachtengruppen, Spielmanns- und Fanfarenzüge sowie Fahnenschwinger sorgt eine umfangreiche, eigens dafür entworfene Choreographie.  

Anführerin des Zuges ist nun nicht mehr, wie noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts die personifizierte Bavaria, heute sitzt am Anfang des Zuges hoch zu Ross das Münchner Kindl, das Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt. Das in München gebürtige alle Jahre neu gewählte Mädchen trägt die Mönchskutte der Mönche, die der Stadt den Namen gaben. Munichen „bei den Mönchen“. Gefolgt wird es von der Festkutsche mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten und dem Oberbürgermeister der Stadt München, die in königlicher Manier majestätisch den Zuschauern auf den beliebten Tribünenplätzen oder am Straßenrand zuwinken.

 Auch wenn der Trachten- und Schützenzug mittlerweile durch das Fernsehen in alle Welt übertragen wird, kann die einzigartige Stimmung nur derjenige nachempfinden, der selbst einmal unter den Zuschauern geweilt hat. Verfolgen kann man den sieben Kilometer langen Marsch an den Straßen vom Maximilianäum, dem kurz Max II. genannten Denkmal, über die historische Altstadt bis hin zum Highlight des Zuges, der Theresienwiese. Entlang der Strecke gibt`s Getränkebuden- und Imbissbuden. Amüsant sind auch die erwartungsvollen ausländischen Zuschauer, die sich bereits im Vorfeld mit den typischen  Souvenirs eingedeckt haben. Zusammen mit den traditionsbewussten Gästen, die sich anlässlich des großen Ereignisses mit Dirndl und Lederhose herausgeputzt haben geben die Filzhüte mit dem bayerischen Wappentier mit einer Maß Bier in der Hand oder die berühmten Kuhhüte ein buntes Gemisch. Je näher sich der Zug dem Theresienwiese nähert, desto dichter drängen sich die Zuschauer. Ein Besuch der Wiesn ist nach dem Trachtenzug beinah unumgänglich.   

Datenwerk GmbH - www.oktoberfest.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Sabine Erl.

 

Unsere Redakteurin Sabine Erl zeichnet bei ReiseTravel für die Redaktion Lifestyle verantwortlich. Sabine Erl befasst sich schwerpunktmäßig mit Themen aus dem Bereich Geschichte, Biographien, Brauchtum, Esoterik, Botanik und Reisen.

 

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