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„Scheich“ zum Schnuppertarif im Emirates Palace
Tipps für Trips von Mario – Lifestyle-Reporter Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv aus aller Welt Hotels & Restaurants vor:
„Scheich“ zum Schnuppertarif im Emirates Palace
Traum der heilen Welt
Es herrschen knapp 50 Grad Celsius im Schatten und es hat 80 % Luftfeuchtigkeit. Der freundliche Bademeister auf dem Hochsitz begrüßt mich persönlich, denn es ist August, kurz vor dem Ramadan, und ich bin der einzige Tourist am Strand des Emirates Palace in Abu Dhabi. Zusammen mit dem Burj Al Arab in Dubai gehört es zu den zwei einzigen Sieben-Sterne-Hotels der Welt. Weil ich mir ein Zimmer, das in der Saison zwischen sündteuren 1500 und 15 000 Euro kostet im Normalfall nicht leisten kann, entschied ich mich für diesen Termin. Es war ein Selbstversuch zum Wohl der ReiseTravel LeserInnen.
Ankunft im Emirates Palace in Abu Dhabi alle Fotos: Ludwig Mario Niedermeier/MN-InofoText
Bin ich Scheich oder Sultan? Ich schlage meine Augen auf. Um mich herum purer Luxus – fast alles aus Gold. Auf dem Silbertablett, das der Butler zur Begrüßung ins Zimmer gestellt hat liegt frisches Obst. Daneben steht eine Flasche Champagner und eine Auswahl Pralinen – jede überzogen mit einer hauchdünnen Schicht aus Blattgold. Kann das sein? Ja, es kann, denn ich bin Scheich, zum Schnuppertarif eingeladen von Hans W. Olbertz aus Köln, der vom Kempinski-Management und der Herrscherfamilie zu Jahresbeginn zum neuen Hoteldirektor des Emirates Palace berufen wurde.
Es klingelt. Im Türrahmen steht der Technologie-Butler. „Bitte bleiben Sie liegen, Mr. Niedermeier. Ich will nur den Laptop anschließen“. Vergeblich sucht er in meinem schwarzen Lederkoffer, den ich zu Jahresbeginn, ebenfalls in der V.A.E., während der Shoppingwochen günstig gekauft hatte. Er konnte ihn nicht finden; ich hatte mein wichtigstes Arbeitsgerät für unterwegs bei der Sicherheitskontrolle in Frankfurt vergessen (Besten Dank auf diesem Weg an das dortige Personal, das meinen Laptop sichergestellt hat, damit ich diese Reportage drauftippen kann).
Der junge Pakistani hat seine weißen Handschuhe übergestreift. Mit geschickten Handgriffen erklärt er mir den großen Plasmabildschirm, fast doppelt so groß wie mein Fernsehgerät daheim, und schaltet den mobilen Touchscreen ein. „Sie wissen gar nicht, was Sie damit alles machen können: „mich“ oder der Zimmerservice rufen, vom Bett aus das Licht und die Air Condition – ein kühler Segen – regulieren, Musik hören, mehr als 150 weltweite Fernsehprogramme sehen, ins Internet gehen – Gott sei dank wegen des fehlenden Laptops – oder in unserer Online-Bibliothek mit mehr als 8000 Titeln – auch in englisch und französisch, leider nicht in deutsch – zu stöbern. Sie können sich ihr Lieblingsbuch sogar vorlesen lassen“.
Das Emirates Palace in Abu Dhabi ist das Nonplusultra der weltbesten Hotels; deshalb spricht man vom Sieben-Sterne-Hotel, obwohl es bisher höchsten fünf gibt. Noch dieses Jahr will die Regierung der Emirate eine neue Klassifizierung einführen.
Rund zwei Milliarden Euro soll der Prunkpalast des Scheichs von Abu Dhabi, dessen Gäste die dort eingemieteten Touristen eigentlich sind, gekostet haben. Nicht verwunderlich, denn jede der 114 Kuppeln ist mit Blattgold verziert, die kilometerlangen Gänge mit 110 000 Kubikmeter feinsten Marmor aus Italien, Spanien, Indien und China ausgelegt. In den 302 Zimmern und 92 Suiten erwartet die Erholungssuchenden eines der modernsten Multimediasysteme. Derzeit beschäftigt der Palast rund 2000 Mitarbeiter aus 50 Nationen – das sind rund fünf Bedienstete pro Zimmer.
Aladin, der immerwährend lächelnde Butler ist nur für das Aufdecken des Bettes gekommen und schmückt vor dem Verlassen des Zimmers den weißen Bettvorleger mit bunten Blüten.

Blick in die größte Kuppel des Emirates Palace – alles Gold
Ibrahim, der Butler für die Minibar, füllt den Kühlschrank jeden Tag mehrmals mit Wasser, Saft, Eistee und Red Bull auf. Er kontrolliert, ob auch Bier, Wein oder Champagner fehlt. Er wird denken ich sei ein Muslim, weil alle alkoholischen Getränke ungeöffnet bleiben . . . hat aber weniger mit meiner Religion als meiner Gesundheit zu tun. Wirklich tabu – auch in den Hotels – sind alkoholische Getränke wegen des islamischen Glaubens nur im Emirat Sharjah.
Wer eine Suite mietet, die im Sommer ab 1000 Euro pro Nacht kostet (Extrapreis) der muss nicht einmal seinen Laptop mitbringen, denn der wird vom Hotel ebenso gestellt wie der persönliche 24-Stunden-Butler.
Prunkpalast in Zahlen
+ Die Grundfläche des Emirates Palace beträgt eine Million Quadratmeter.
+ Beim Bau wurden 250 000 Kubikmeter Beton verwendet, insgesamt waren 20 000 Menschen daran beteiligt.
+ Die Decken des Hotels schmücken 1000 Kronleuchter mit Swarovski-Kristallen; der Palast hat 7000 Türen.
+ Im Hotel gibt es 140 Aufzüge und 9000 Türschlüssel (für die Gäste in Form eines münzförmigen Chips).
+ Im Hotel wurden insgesamt 750 Plasmabildschirme (125-Zentimeter-Bildschirme im normalen Zimmer, 150-Zentimeter-Bildschirme in den Suiten) aufgestellt.
+ Für die Begrünung wurden 8000 Dattelpalmen aus Südafrika eingeflogen.
+ Die größte der 114 Kuppeln misst mit 42 Meter Durchmesser genau so viel wie die des Petersdoms in Rom.
+ Die Fassade ist um einen Kilometer länger als die des Schlosses von Versailles.
+ Der Torbogen am Eingang zum Hotel ist 40 Meter hoch und 36 Meter breit.
+ In den 28 Küchen arbeiten 190 Köche.
+ Die Stromkosten pro Monat betragen 500 000 Dollar; 175 000 qm³ Wasser werden monatlich benötigt.
Kontakt
Emirates Palace
e-Mail reservations.emiratespalace@kempinski.com
Ein Beitrag für ReiseTravel von Ludwig Mario Niedermeier/MN-InfoText.
ReiseTravel Lifestyle-Reporter in Action:
Unser Autor: Lifestyle-Reporter Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv aus aller Welt Hotels & Restaurants vor. Orte, wo Gemütlichkeit und Wohlfühlen im Vordergrund stehen, Häuser, die zu jeder Zeit besuchenswert sind. eu@reisetravel.eu
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