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Tipps für Trips von Mario – Lifestyle-Reporter Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv aus aller Welt Hotels & Restaurants vor:
Einmalig auf der Welt - Tauber’s Kastanienhotel in Südtirol
Der lange Weg vom Arme-Leute-Essen zur stachligen Delikatesse: Jakob Gasser war 1611 der erste Unterwirt, der in seinem Gasthäusl regionalen Wein an die Dorfbauern ausschenkte. Hier, direkt oberhalb der Dorfkirche und neben dem Schloss in Feldthurns (Velturno) im Eisacktal/Südtirol schien ihm ein guter Platz. Und tatsächlich: Das Gasthäusl blieb über Jahrhunderte unverändert. Nur die Wirte wechselten. Bis vor 151 Jahren Georg Tauber den Unterwirt von Johann Unterfrauner erwarb. Seit 1858 kümmern sich die Taubers um den Unterwirt – inzwischen in der fünften Generation.
Das baufällige Anwesen wurde 1960 abgerissen, und Franz Tauber – immer noch die gute Seele im Vier-Sterne-Hotel – legte damit den Grundstein für den heutigen Qualitätsstandard. Vor allem, weil es ihm an innovativen Gedanken nie fehlte: Franz erweiterte, richtete einen der ersten Seminarräume Südtirols ein, heizte bereits in den 80er Jahren mit Solarplatten, ließ renommierte Spezialisten aus Wien beim Planen mitreden, engagierte sich mit Herzblut für die Kastanie und den Feldthurner Tourismusverein. Dank ihm ist Taubers Unterwirt (nicht nur) in Südtirol heute ein Begriff.
Wie eine Betriebsübernahme erfolgreich ablaufen kann, erzählten Franz und Helmut Tauber vom Hotel Unterwirt kürzlich bei der Vollversammlung der Hoteliers- und Gastwirtejugend, weil in Südtirol derzeit 2300 Betriebe vor der Übergabe an einen Nachfolger stehen. Tauber senior hat, wie er sagte, seinen Sohn Helmut Schritt für Schritt immer mehr Verantwortung übertragen, bis er ihm 1993 das Hotel definitiv übergeben hat. Die Tochter ist ausbezahlt worden und nimmt im Hotel immer noch eine Führungsposition ein. „Wo die Kastanie war, dorthin kam der Mensch – und wo sich der Mensch ansiedelte, pflanzte er die Kastanie.“ Diese Jahrhunderte alte Weisheit findet sich im Gesamtkonzept des Aktiv- und Vitalhotels Taubers Unterwirt wieder.
Helmut Tauber – der jetzige Hotelier und Sommelier - hat 1993 das Hotel Unterwirt übernommen und zusammen mit seiner Schwester Helene und seinen Eltern die Zukunft des traditionsreichen Hauses gesichert. Nun, nach dem Erfolg der Gesamterneuerung des Hauses vor drei Jahren mit hohem finanziellem Aufwand - immerhin 6 Millionen Euro wurden investiert – wartet der Unterwirt mit neuen Suiten und Zimmern aus Kastanienholz, 1000 qm großer Wohlfühllandschaft mit finnischer Sauna, Dolomiten-Dampfsauna, Kastanien-Biosauna und Kräuterarthemisia, Crash-Ice-Brunnen und Wellnesswelt, Fitnessraum mit Cardio-Geräten, Fitness-Block und Radl-Station auf.
Helmut Tauber hatte acht Jahre Zeit. So lange dauerte es nämlich, bis der Südtiroler Hotelier die Genehmigung für den Ausbau des Hotels in Feldthurns erfocht. In dieser amtlich erzwungenen Periode des Nachdenkens fiel ihm vieles ein und manches auf. Unter anderem dieses: Kastanien sind nicht nur zum Basteln gut, Maroni nicht nur zum Essen. Dass die Kastanie in der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung verlor, dass Mann/Frau sich nicht mehr um die Frucht gekümmert hat, die einst das Arme-Leute-Brot für viele Menschen war, ist seltsam. Die kulinarische Vielfalt reicht von herzhaften Salaten und Suppen über Aufläufe, Risotti oder Currys. Auf der süßen Seite gibt es diverse Desserts, Kuchen und Gebäck.
Die Keschtnrunde hat sich 1997 als Verein gegründet, mit dem Ziel, die edle Kultur der Kastanie neu ins Blickfeld zu rücken. In diesem Herbst wird sich der Keschtnigl, das Kastanienfest, erstmals über die Grenzen von Feldthurns hinaus, entlang des Eisacktaler Ketschnweges bewegen.
Für Kastanienbäume ist sein Heimatort berühmt. Fedlthurns schaut an jener Stelle auf das Eisacktal hinunter, wo sich die Stadt Brixen ausbreitet. Über die Brennerautobahn braucht man von München aus zwei Stunden, bis man entlang von Wäldern und Wiesen in dem Ort eintrifft. Er beginnt auf 800 Meter Seehöhe und schmiegt sich die Hänge hoch. Seine Kastanienbäume säumen einen uralten Weg, den Kastanien – oder Keschtnweg. „Keschtn“ ist das Südtiroler Wort für Kastanien. Von Vahrn bei Brixen bis hinunter nach Bozen erstreckt sich ein 65 Kilometer langes Band von Kastanienhainen. Da der Weg seit jeher in Betrieb ist, war es eigentlich nicht schwer, ihn touristisch mit ein paar Wegweisern und Markierungen zu erschließen. Man musste nur darauf kommen. Helmut Tauber hatte den Geistesblitz.
Der Keschtnweg leitet den Wanderer zu Marterln und Kirchen, durch Wälder und über Wiesen, und ehe man sich versieht, steht er vor Burgen oder Sehenswürdigkeiten wie vor dem Schloss Feldthurns. Die Brixener Bischöfe, denen es zwischen Mai und September unten im Tal wohl zu heiß war, ließen es Ende des 16. Jahrhunderts als Sommersitz erbauen. Da sie dabei an Steuergeldern nicht gespart haben, gilt der Ansitz als Juwel der Hochrenaissance.
Entlang des Ketschnwegs hat man grandiose Blicke über das Eisacktal auf die schroffen Steinspitzen des Hochgebirges. Und es wäre zu jeder Jahreszeit ein verdammtes Pech, von den fast 1900 Sonnenstunden, die in der Gegend alljährlich gemessen werden, keine abzubekommen.
In Feldthurns führt der Weg zum Hotel Unterwirt, das sich seit fünf Generationen im Besitz der Familie Tauber befindet. Seit der Ausbau zum Vier-Sterne-Hotel vor drei Jahren abgeschlossen wurde, ist das Haus eines der führenden Hotels im Eisacktal und ganz den Kastanien verpflichtet. Sogar die Inneneinrichtung und Täfelung der Zimmer besteht aus Kastanienholz. Es wurde behutsam mit speziellen Nanolacken eingestrichen. Sie lassen das Holz aussehen, als wäre es unbehandelt. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum die Bezeichnung „Kastanien-Wellnesshotel“ nicht übertrieben wirkt.
Mit Kastanien kann man sich auch einreiben, erläutert der Hausherr auf Südtirolerisch, das zu hören für bayerische Ohren, die in den Alpen mit kehligem Idiom rechnen, immer wieder lieblich klingt: Dieses Tirolerisch wurde durch italienische und rätoromanische Sprachnachbarschaft melodisiert und klanglich weitgehend enthärtet.
Die Keschtn also: Während die genießbare Variante, die wir als Maroni in der kalten Jahreszeit speziell auf dem Christkindlmarkt essen, die Haut zu nähren und entspannen vermag, hat sich gerade die ungenießbare Variante, die Rosskastanie, als einzigartiges Natur-Therapeutikum herausgestellt. Sie fördert die Entschlackung, festigt die Haut und stärkt die Venen. Die beiden Kastanien-Arten sind entgegen landläufiger Meinung biologisch nicht miteinander verwandt und schauen sich nur zufällig ähnlich.
Die Veredelung der beiden Früchte gelang dennoch, jetzt ist der Unterwirt stolzer Besitzer einer Pflegelinie, die im besten Wellness-Latein Castanea heißt. Ihre vollbiologischen Cremen, Emulsionen und Salben haben bereits zahlreich Expertenlob eingeheimst. Die Essenzen werden exklusiv im Keller des Hauses aufgetragen, im 6000 Quadratmeter großen, labyrinthischen Wellnessbereich des mit 100 Betten sonst überschaubaren Hauses. Dort gibt es neben dem Saunaparadies und Schwimmbad, Shiatsu und Klangschalen-Behandlungen für Gesicht und Körper. Beauty-Zeitschriften und Schönheitsmedizin lobten daran vor allem die Anti-Aging-Wirkung.
Dieses Anti-Aging kann man im Eisacktal natürlich auch in frischer Luft betreiben: Wandern klassisch oder mit Stöcken, geführt oder alleine, bei Schneelage auch mit Schneeschuhen, fallweise auch des Nachts im Fackelschein. Touristisch ist in der Gegend zu jeder Jahreszeit fast alles möglich: Der Winter beginnt mit Adventmärkten, im Frühjahr blühen die Kastanien, im Sommer ist sowieso Sommer, und im Herbst fallen die Kastanien. Der Trend geht dahin, das zumindest die hochklassigen Touristikbetriebe, wie zum Beispiel der Unterwirt, alles spielen können müssen: Weinseminare und Nordic-Walking-Wanderungen zum Weinbauern, romantische Wellnessanwendungen für zwei, die sich mögen oder eine Oben-ohne-Spritztour mit dem hoteleigenen Cabrio Mercedes SLK 200 Roadster, das romantische Wochenende zu zweit ebenso wie den Familienurlaub, den gemütlichen, kalorienträchtigen Törggelen-Abend (Keschtn, Surfleisch, Sauerkraut, Knödel, Krapfen, Wein) genauso wie die aktive sportliche Herausforderung.
Als Mitgliedshotel bei den „Mountain-Bike-Holidays“ sowie den „Wanderhotels“ werden den aktiven Gästen neben professioneller Betreuung diverse Zusatzleistungen für traumhafte Alpinerlebnisse geboten.
Das hat den umtriebigen Unterwirt darauf gebracht, einmal pro Woche auch einen Ausflug in die skifahrerische Mondänität zu offerieren. Mit einem Helikopter geht es rauf auf die Marmolata und anschließend unter der Führung des Hausherrn im Tiefschnee wieder hinunter ins Tal. Auch mit herkömmlichen Verkehrsmitteln ist die Gegend um Brixen ein guter Ausgangspunkt zu den großen Skigebieten Südtirols, das Grödnertal, die Plose oder die Seiser Alm.
Und da ist nicht nur die touristische Oberklasse mit ihrer Mischung aus Bodenständigkeit und Luxus. In ganz Feldthurns arbeitet die jüngere Tourismus-Generation, vom Biobauern bis zum Holzbildhauer, an einer nachhaltigen Kombination aus Urigkeit und Moderne. Im Kastanienbaum haben sie ihr Wahrzeichen gefunden.
4 Tage sind bereits ab 376 Euro pro Person erhältlich, eingeschlossen sind 3 oder 4 Tage ¾ Wohlfühlpension, Benützung der Castanea Wasser- und Saunawelt, eine geführte Biketour mit Spassfaktor, eine geführte Wanderung, ein Wellnesstag mit dem Unterwirt’s Schnupperpaket (ein Köprerpeeling, eine Ganzkörperpackung, eine Aromaölmassage) sowie zwei Energiepakete.
Kontakt
„Das Kastanienhotel“ Aktiv- & Vitalhotel Taubers Unterwirt, Familie Tauber
Josef-Telser-Straße 2, I-39040 Feldthurns
Telefon 0039/0472 855 225, info@unterwirt.com
Ein Beitrag für ReiseTravel von Ludwig Mario Niedermeier/MN-InfoText.
ReiseTravel Lifestyle-Reporter in Action:
Unser Autor: Lifestyle-Reporter Ludwig Mario Niedermeier stellt für ReiseTravel exklusiv aus aller Welt Hotels & Restaurants vor. Orte, wo Gemütlichkeit und Wohlfühlen im Vordergrund stehen, Häuser, die zu jeder Zeit besuchenswert sind. eu@reisetravel.eu
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