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Moskau Berlin Paris im Direktzug der RZD

Erfolgreiches Beispiel für Integration der Russischen Eisenbahn in europäischen Transportkorridor: Nach circa 38 Stunden war der neue Schnellzug der Russischen Eisenbahn RZD pünktlich um 20:31 Uhr in Paris eingetroffen. Am Bahnhof Gare de l’Est wurde er von einem hochrangigen Empfangskomitee erwartet. Neben dem französischen Verkehrsminister Thierry Mariani war Frankreichs beliebte Sängerin Patricia Kaas gekommen, um die ersten Passagiere der Jungfernfahrt zwischen Moskau und Paris am Zielbahnhof willkommen zu heißen. Auch der Vizepräsident der Russischen Eisenbahn Michail Akulow, der selbst an Bord des Zuges nach Paris gereist war, nahm an den Feierlichkeiten teil.

Auf seiner Fahrt durch Deutschland machte der Zug in Frankfurt an der Oder, Berlin, Hannover, Fulda, Frankfurt am Main und Saarbrücken Halt. In der deutschen Hauptstadt begrüßte Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube die Reisenden. Von nun an soll der Zug dreimal die Woche zwischen Moskwa und Seine verkehren, in den Sommermonaten sogar fünfmal. Fahrscheine können künftig auch im Internet erworben werden. Die 3.177 Kilometer lange Strecke ist nach der Linie Moskau–Nizza die zweitlängste Bahnverbindung in Europa.

Wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Europa und Russland stärken

Diese Direktverbindung ist zugleich Teil des umfangreichen Modernisierungsprogramms der russischen Bahngesellschaft RZD, zu dem sich der Präsident der Russischen Eisenbahn Wladimir Jakunin auf der französisch-russischen Transportkonferenz in Paris äußerte. Neben dem Ausbau des Personenverkehrs gehören laut Jakunin auch die Integration der russischen Bahninfrastruktur in die globalen Transportkorridore und der Ausbau des eurasischen Korridors von Fernost bis nach Europa dazu. Die RZD will mit diesen Maßnahmen der steigenden Nachfrage nach kontinuierlichem Personen- und Frachtverkehr sowie nach effektiven und flexiblen Warenlieferungen, Transport- und Logistikserviceleistungen Rechnung tragen. „Zu diesem Zweck haben wir viele Initiativen ins Leben gerufen, um die ökonomische Partnerschaft zwischen Europa und Russland zu stärken und die Beziehung zwischen den Eisenbahngesellschaften auszubauen“, so Jakunin.

Aktuell entwickelt das Unternehmen sein neues Transportprodukt: „Transsib in sieben Tagen“. Geplant ist, dass bis 2015 schnelle Frachtzüge die transsibirische Strecke von 9.000 Kilometern in sieben Tagen mit Geschwindigkeiten von mehr als 1.300 Kilometern am Tag zurücklegen.

Die Entwicklungsstrategie der Russischen Eisenbahn für den Schienenverkehr bis 2030 sieht den Bau neuer Eisenbahnlinien, die Weiterentwicklung der Infrastruktur und den Austausch des Fahrzeugbestandes vor. Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung von Schnell- und Hochgeschwindigkeitszügen für den Transit- und Reiseverkehr. Oberstes Ziel ist die Integration in das internationale Transportnetzwerk und in die Ost-West-Korridore. Zur Aufwertung der Fahrzeugflotte setzt die Russische Eisenbahn auf den Erwerb von Technologie und Ausrüstung von führenden internationalen und russischen Herstellern. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf etwa 300 Milliarden Euro.

Russische Eisenbahn (RZD): Die Russische Eisenbahn (RZD) ist das führende Schienenverkehrsunternehmen für den Personen- und Frachttransport in Russland. Präsident ist Wladimir Jakunin. Das Unternehmen befördert knapp 1,3 Milliarden Passagiere und 1,3 Milliarden Tonnen Fracht pro Jahr und trägt 1,9 Prozent zum russischen Bruttoinlandsprodukt bei. Mit 1,3 Millionen Beschäftigten ist die Russische Eisenbahn der größte Arbeitgeber Russlands. Die Transportleistung umfasst Frachtgüter aus der Petrochemie, dem Bergbau, der Metallgewinnung sowie aus Industrie und Bau allgemein. Mit einem Schienennetz von 85.500 Kilometern ist RZD das zweitgrößte Transportunternehmen der Welt.

Russische Eisenbahn (RZD) - Nowaja Basmannaya Str. 2, RUS-107174 Moskau, www.rzd.ru  

 

Von Jochen Leufen, www.headline-affairs.de

 

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