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Quito

Zugreise durch die Andenwelt

Heute zählt die Zugfahrt zur Teufelsnase zu einer der beliebtesten Reisen in Ecuador. Seit vielen Jahren zieht Riobamba, im Herzen Ecuadors Tausende Touristen an, welche dieses einmalige Abenteuer erleben möchten. Die Stadt Riobamba im Zentrum Ecuadors, welche 1797 von einem Erdbeben zerstört wurde, bildet einen idealen Ausgangspunkt, um die wohl spektakulärste Zugstrecke weltweit kennen zu lernen. 103 km und rund fünfeinhalb Stunden liegen zwischen Riobamba und der Teufelsnase. Bereits kurz nach der Abfahrt in Riobamba fährt der Zug vorbei an der ersten Stierkampfarena und dem ersten olympischen Stadion des Landes. Der Zug rattert über die Schienen, die Anden hoch, an kleinen Dörfchen wie z.B. Licán vorbei – eingebettet in natürliche Teppiche von verschiedenen Grüntönen, umgeben von authentischen Bauern, welche mit ihrem Ochsengespann das Ackerland pflügen. Fruchtbare Täler und Weiden, reich an Früchten wie Erdbeeren oder Karotten und Kartoffeln prägen das Landschaftsbild. Der Zug passiert Cajabamba – hier befand sich die alte Stadt Riobamba und dann, taucht sie auf aus dem Nichts, die Lagune Colta – hier nahe der Panamericana befindet sich auch die älteste katholische Kirche Ecuadors, welche 1534 von den Spaniern gebaut wurde. Nachdem der Zug eine alte und lange Brücke überquert hat, fährt man vorbei an den Dörfern Macheno und Columbe. Hier offerieren die Einheimischen typische Speisen wie Empanadas (Teigtaschen), Morocho (Maisgetränk), Tee und Kaffee. Auch kann man hier typisches Kunsthandwerk käuflich erwerben. Der Zug durchfährt einsame Dörfchen in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und die einzigen Geräusche erzeugt das Knattern des Zuges, bis man in Guamote eintrifft, einem Dörfchen welches sich 40km südlich von Riobamba befindet und jeweils donnerstags einen ursprünglichen Markt bietet. Bauern aus den umliegenden Dörfchen strömen zusammen mit ihren Lamas und Maultieren nach Guamote und preisen hier ihr Gemüse & Früchte an. Vorbei an Vélez mit seinem alten Bahnhof, der Strohwüste von Palmira und den Nadelbäumen, welche seit 1980 auf diesen Höhenlagen von 3.239 m zu finden sind.

 

Bevor der Zug Alausi erreicht, kann man einmal mehr Schafe und Ziegen beobachten und auch Eukalyptus und Strauch-Bäume prägen das Landschaftsbild. Hier kann man einen Blick auf viele kleine Wege werfen, welche die umliegenden Andendörfchen mit dem Rest des Landes verbinden. Nachdem man am Bahnhof in Carolina mit seinen Baumtomaten-Plantagen und dem vergessenen Bahnhof in Tixán vorbei zieht, geht’s vorüber an den Schwefelminen bei Shucos, wo man auch die Überbleibsel des ersten Wasserkraftwerks Ecuadors findet. Anschließend durchquert der Zug den Krater eines sehr alten Vulkans. Beim Pueblo Viejo und der beeindruckenden Pferdefarm genießt man einen Blick in eine sehr tiefe Schlucht. Minuten später, bevor der Zug Alausi erreicht, überquert dieser die Brücke „Puente Seco“ (Trockene Brücke) und die „Puente Negro“ (Schwarze Brücke), welche in der Eiffel-Werkstätte gebaut wurden. Das 6000-Einwohner-Städtchen Alausi liegt auf 2.360 m Höhe und bietet den Besuchern ein frühlingshaftes Klima. Der Sonntagsmarkt ist wohl die größte Touristenattraktion im Ort und zieht jeweils viele aus- und inländische Besucher an. Nach dem Besuch von Alausi geht das Abenteuer weiter: Der spektakuläre Abstieg Richtung Küstenebene beginnt bis hin zum Fluss Alausi, vorbei an Chiripungo und dem Alausi Canyon - wo eine alte Weiche immer noch auf den von der Küste kommenden Zug wartet. Beim Kilometer 135 hat man die Möglichkeit das Profil des immensen Bergs namens „Nariz del Diablo“ (Teufelsnase) zu sehen. Vor der letzten großen Zig Zag Kurve ist es möglich den alten Bahnhof von Sibambe zu sichten, am Fuße des Bergs „Nariz del Diablo“. Und nach der Kurve fährt man vorbei am Fluss Guasuntos, welcher sich hier mit dem Fluss Alausi vereint und zusammen den Fluss Chanchán bildet. Bei der ersten Weiche beim Zig Zag stoppt der Zug, damit die Zugbesatzung die Weichen wenden kann bis hin zur dritten Weiche, welche sich beim Fluss Alausi befindet. Sobald der Zug die Bahnstation sowie die Brücke überquert hat, bleibt er schließlich stehen (auf 1.806 m) um den bekannten Berg zu bestaunen…die Fahrt endet hier bzw. geht es von hier aus wieder zurück bis nach Riobamba – viele Touristen steigen in Alausi aus und nehmen den Bus nach Cuenca, Guayaquil oder zurück nach Riobamba. Bis zum Jahr 1992 fuhr der Zug über Simbabe und Azogues bis nach Cuenca. Durch eine Überschwemmung musste diese Strecke jedoch stillgelegt werden. Durch einen gewaltigen Erdrutsch im Jahr 1999 zwischen Sibambe und Huigra, funktioniert der Zug heute nur noch bis Sibambe. Ziel ist es diese Strecken zu restaurieren, mehrere Versuche sind bislang jedoch gescheitert.

Aber warum heißt der Berg eigentlich „Nariz del Diablo“ (Teufelsnase)? Erstens trägt der Zinken in der Felswand zum Namen bei sowie die Geschichte, dass die katholische Kirche nicht einverstanden war mit dem damaligen Präsidenten Eloy Alfaro, die Küste mit dem Hochland, mittels Zug, zu verbinden. Die Kirche sagte dass es sich hier um ein Werk des Teufels handelt…dies wäre unmöglich gewesen bei so einer unfassbaren Arbeit vor mehr als 100 Jahren; speziell da die Ingenieure nicht wussten wie sie die inneren und äußeren Teile des Berges mit den Gleisen verbinden sollten, bis sie sich schlussendlich entschieden, die Zig Zag Strecke zu konstruieren.

Erleben auch Sie diese einmalige Zugreise durch das ursprüngliche Ecuador – der Zug verkehrt jeweils mittwochs, freitags und sonntags. Empfehlenswert ist es, die Tickets bereits am Vortag am Bahnhof in Riobamba zu kaufen (US$ 11,00 pro Person).

 

Kontakt

 

Ecuadorline

CallCenter in Deutschland

Tel.: 0851-7565644, Telefax: 0851-7565651, info@ecuadorline.de

 

www.ecuadorline.de

Ein Beitrag für ReiseTravel von Bina Kreykenbohm.

 

 

 

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