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Dolores Jurillo

Die Burg Fenis

Sehr geehrte ReiseTravel User,

ich bin Dolores und arbeite als Reiseleiter in der Region Aosta und begleite oft deutsch sprechende Touristen durch das Aosta-Tal. Gern lade ich Sie alle zu einer „Schlössertour“ ein, denn wir verfügen über 120 Schlösser, davon können sechs besucht werden. Heute stelle ich Ihnen die Burg Fenis vor:  

Burg Fenis

Attraktiv im Aosta-Tal

Die Burg Fenis beherrscht einen Teil des Gebietes, das seit dem 12. Jahrhundert unter der Gerichtsbarkeit der Herren von Challant, den Vicomtes von Aosta, stand. Grund für diese Lage sind weniger strategische Gesichtspunkte, als vielmehr die Existenz einer römischen Siedlung in diesem Gebiet.

Die Burg ist die Synthese verschiedener aufeinander folgender Bauabschnitte vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Diese erste Erwähnung eines Anwesens geht auf das Jahr 1242 zurück, als es Gotofredo von Challant und seinen Brüdern übergeben wurde. Es scheint, dass die Burg zu dieser Zeit aus folgenden Gebäudeteilen bestand: dem quadratischen Turm und dem Taubenschlagturm auf der Südseite, einem Wohngebäude und einer sie umgebenden Außenwand. Die wichtigsten baulichen Veränderungen des Gebäudes wurden unter der Herrschaft von Aimon von Challant ausgeführt. Noch heute sieht man die Burg in diesem Erscheinungsbild. Um 1340 wurde der Hauptteil der Anlage mit einem quadratischen Bergfried gebaut, der die vorherigen Gebäude mit einbezog.

 

Die Zeit des größten Reichtums der Burgherren war die Zeit von Challant größten finanziellen und politischen Erfolgen. Zwischen 1393 und dem ersten Viertel des 15. Jh. trieb Aimons Sohn, Bonifacio I, der ein hoher Militär und Diplomat am Hof von Savoyen war, neue Bau­arbeiten voran, um die karge Festung mit den Annehmlich­keiten des höfischen Lebensstiles bequemer auszustatten. Während dieser Arbeiten wurde der Hof mit einer halbkreis­förmigen Steintreppe und einem hölzernen loggiato bebaut. Die Repräsentationsräume wurden verschönert, die Kamine, Türen und Fenster modernisiert und Hof sowie Kapelle mit Fresken ausgeschmückt. Während des zweiten Viertels jenes Jahr­hunderts hatte der Sohn Bonifacio II. neue Räume an der Ostseite des ersten Stockes anbauen lassen. Dadurch wurden die Fresken in dem logiato teilweise zerstört. Er beauftragte Giacomino von Ivrea, die neue Bemalung auf der Wand auszu­führen, die den Hof an der Ost­seite begrenzt. Seitdem wurde die Burg nicht mehr maßgeblich verändert. In den unruhigen Zeiten der zweiten Hälfte des 15. Jh. verarmte die Familie von Challant wieder und ließ immer mehr die Burg verfallen. 

Das Wiederaufleben der Neogotik in den 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, vorangetrieben von dem damaligen Minister für nationale Erziehung, Cesare Maria De Vecchi di Val Cismon, erfasste auch die Burg Fenis. Zwischen 1936 und 1942 wurde sie zum Objekt einer ziemlich grob­schlächtigen Restaurierung. Das Ziel dieser Maßnahme, geleitet von dem Architekten Vittorio Mesturino, war die Betonung des mittelalterlichen Erscheinungsbildes. Die Arbeiten, die damals ausgeführt wurden, beinhalteten die eigenmächtige Integration der doppelten Mauern, die es fortan fast unmöglich machten, die Original­strukturen zu erkennen.

De Vecchis Pläne sahen auch den Aufbau eines Museums in Fenis vor, in dem Originalmöbel des Aosta-Tales gezeigt werden. Während des Jahres 1936 leitete der Minister persönlich den Ankauf von Möbeln für die ständige Ausstellung. Die Eile, das Museum so schnell wie möglich zu eröffnen, die Knappheit der Gelder und allem voran der Mangel an Fachkompetenz, diese Arbeiten zu leiten, führten dazu, dass von allen erworbenen Möbeln nur ein kleiner Teil tatsächlich Originale aus dem Aosta-Tal waren.  

Dolores Jurillo in Aktion

 

Sehr geehrte ReiseTravel User,

ich hoffe, mein kleiner Exkurs hat bei Ihnen Anklang gefunden. Bitte besuchen Sie doch einmal unser schönes Aosta-Tal, gern begleite ich Sie. Zahlreiche Hotels und Restaurants erwarten Sie. Demnächst werde ich Ihnen weitere „Schlösser in der Aosta-Region“ vorstellen.

Ihre

Dolores Jurillo 

Anreise: Per Auto erreicht man das Aosta-Tal über den Großen Sankt Bernhard. Mit der Schweiz ist das Aosta-Tal über den Großen und Kleinen St. Bernhard und mit Frankreich durch den Mont-Blanc-Tunnel verbunden. Über die Flughäfen von Mailand, Turin und Genua kann man problemlos mit dem Flugzeug anreisen, von Berlin beispielsweise mit Air Berlin direkt nach Mailand Malpensa. www.airberlin.com

 

Kontakt

 

Castello di Fenis - I-11020 Fenis (Aosta) 

Regione Autonoma Valle d´Aosta - www.lovevda.it

www.enit.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Dolores Jurillo und Fotos von Gerald H. Ueberscher

 

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