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Robert Randermann

Mein Fuerteventura

Hallo liebe ReiseTravel User!

Fuerteventura ist eine Oase in der Wüste der Zivilisation.“ In nur einem Satz beschreibt Don Miguel de Unamuno (1864-1936), ein spanischer Professor der Philosophie, eine der sieben kanarischen Inseln (Spanien) nahe des afrikanischen Kontinents. Er hat während seiner Zeit auf Fuerteventura 1924 eine sehr intensive und hohe Identität mit der Insel aufbauen können. So ging es auch mir und davon möchte ich im Folgenden berichten.

Übersetzt heißt Fuerteventura „Starker Wind“. Dies ist der Grund, warum die Insel ein sehr beständiges Klima hat und sich die fühlbare Jahrestemperatur stets zwischen 20 und 30 Grad Celsius bewegt. Also ideale Bedingungen um das ganze Jahr Urlaub machen zu können. Für alle Meerliebhaber ist der Herbst die perfekte Zeit um Fuerteventura zu besuchen, denn das Meer ist angenehm gewärmt durch den Sommer und die Regenzeit beginnt erst Ende November.

Es gibt Museen , die Aufschluss geben, auf welche Art und Weise die Menschen vor bis zu 2500 Jahren lebten. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten hingegen, kann man weder im Reiseführer nachlesen, noch in einem Museum bestaunen, man muss sie erleben. Auf Fuerteventura gibt es einige Stellen unberührter Natur. Wer diese kennt, kann die absolute Stille und Schönheit dieser Orte genießen.

Der Süden beispielsweise. Wenn man auf Fuerteventura vom Süden spricht, dann meint man den Teil der Insel, der scheinbar von der Zivilisation vergessen wurde. Hier gibt es reine und jungfräuliche von heftigen Vulkanausbrüchen geprägte Natur. Die Landschaft ist alles andere als farbenarm. Von verschiedenem Rot, Braun, Gelb, Lila bis hin zu weiß und verschiedenen Graustufen bietet sie sehr viel abwechslungsreiche Eindrücke. Um allerdings bis ganz an die Südspitze zu gelangen, sollte man auf einen Jeep zurückgreifen, da es beinahe keinen geteerten Weg gibt. Eine kleine Ausnahme bildet das Straßenkreuz am kleinen Fischerdorf Puertito de la Cruz (Häfchen des Kreuzes). Dieses Dorf ist von ca. 30 Eingeborenen bewohnt. Hier kann man sich auf typisch kanarische Speisen und vor allem fangfrischen Fisch freuen. Einige alte Wohnwagen die wie auf einer kleinen Campinganlage geparkt sind, erinnern daran, wie beliebt dieser Ort im Süden sogar für die einheimische Bevölkerung ist. Einheimische fahren unter anderem hierher, um einmal vom Alltag abzuschalten und in Ruhe entspannen zu können.
Ein spektakuläres Erlebnis bekommt man, wenn man sich Richtung Westen begibt. Hier gelangt man über eine geteerte Straße an der Playa de Ojos (Strand der Augen) vorbei. Dies sind kleine verträumte Badebuchten mit einem herrlichen hellen Sandstrand. Den Namen tragen sie, da sie von oben wie Augen aussehen.
An der Westküste angekommen, bemerkt man sofort die sagenhaft wilde Steilküste mit den bis zu 6 Meter großen Wellen. Der kleinste Leuchtturm Europas ziert diesen Platz an der südwestlichsten Stelle Fuerteventuras. An dieser Stelle geht es abrupt 20 Meter in die Tiefe. Dem Meer und seinen an den Klippen hochschießenden Wasserfontänen könnte man stundenlang zu schauen.

Gehen wir einmal vom Süden in den Norden. Im Nordosten der Insel liegt El Cotillo, ein ehemals kleines Fischerdorf. Mittlerweile wächst dieses kleine Dorf Stück für Stück zu einem kleinen Touristenort heran. Wen wundert es, so kann man von einigen Bars an der Küste in südliche Richtung große Landzungen bestaunen, die sich wie von Meisterhand gemacht gleichmäßig ins Meer erstrecken. In den kleinen Buchten dieser Landzungen befinden sich helle Sandstrände, die zum Baden einladen. Jedoch ist hier große Vorsicht geboten. Man darf die Unterströmung nicht unterschätzen. Wer risikofrei baden möchte, der sollte lieber 200 Meter nördlich in die dafür geeigneten Badebuchten fahren. In diesen bezaubernden kleinen Buchten kann man bedenkenlos das türkisklare Wasser genießen oder sich im Sand von der angenehmen Wärme der Sonne bräunen lassen.

Ajuy ist ein weiteres Fischerdorf mit 150 Einwohnern ziemlich in der Mitte der Westküste. Der Strand von Ajuy verfügt über schwarzen Lavasand. Wenn man sich von dort aus das Meer einmal betrachtet, bemerkt man sofort den starken Rücklauf der Strömung. Bestenfalls kann man mit den Beinen ein kleines Stück ins Wasser, das ist einem auf Anhieb klar. Das eigentlich faszinierende an Ajuy ist eben nicht der Strand, sondern der große, vom Meer und Regen ausgewaschene hell leuchtende Sandsteinfelsen. Dieses Naturbild findet man übrigens in beinahe jedem Reiseführer. Passiert man den Felsen einmal, so gelangt man über einen schmalen Fußweg und zu einer kleinen Bucht. Jetzt hat man zwei Möglichkeiten. Man kann von einem Aussichtspunkt aus in die Bucht schauen und sieht von oben in kleine Höhlenansätze, oder man steigt über eine steinerne Treppe bis in eine begehbare Höhle herab. Die Mühe lohnt sich, denn das Naturspiel ist gewaltig. In der Höhle kann man die verschiedenartigen Fels und Gesteinschichten und Strukturen erkennen. Einfach gigantisch und monströs welche Gewalten die Natur in Urzeiten ans Tageslicht gebracht hat. Am Abend dann kann man von Ajuy aus einen atemberaubenden Sonnenuntergang erleben. Die Sonne verschwindet als ein riesiger roter runder Ball im Atlantik und gibt dem Meereswasser und den Wellen einen lilaroten Lichtschimmer mit auf den Weg zur Nachtruhe.

Den Sonnenaufgang wiederum sieht man am besten von der Ostküste aus .

Wer sich also früh morgens auf den Weg beispielsweise zu den felsigen Hügeln zwischen „La Lajita“ und „Tarajalejo“ macht, wird einen der schönsten Ausblicke der Insel auf den bevorstehenden Sonnenaufgang haben. Denn verlässt man einmal ein Touristenzentrum und hat die Chance von den Bergen aus einen Sonnenaufgang mitzuerleben, erwartet einen ein unglaubliches und nur schwer zu beschreibendes Schauspiel. Mit etwas Glück hat man zudem Wolken am Himmel, die das Lichtspiel eines Sonnenaufgangs betonen. Der Himmel ist dann in zwei Schichten unterteilt. Zunächst einmal hat man eine goldenbraune Schicht bis zu den Wolken. Die Wolken umringt ein hellweißer Wolkenrand und unmittelbar darüber befindet sich der strahlend blaue Himmel. Für das Gefühl, das man bei solch einem Anblick empfindet, gibt es keine Worte, die dieses ausdrücken könnten. Ein Gefühl irgendwo zwischen Freiheit und Glückseeligkeit.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt von meinem Fuerteventura!

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Ein Beitrag für ReiseTravel von Robert Randermann. Unser Autor arbeitet als Guide auf Fuerteventura.

 

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