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Erkennungszeichen

Autokennzeichen haben neben der amtlichen Funktion für viele Menschen auch eine persönliche und emotionale Bedeutung: Bei Flugzeugen ist das ähnlich. In der internationalen Luftfahrt sind eindeutige amtliche Kennzeichen ebenso vorgeschrieben wie bei den Autos im Straßenverkehr. Bei Lufthansa haben sie darüber hinaus noch eine inhaltliche Bedeutung bezogen auf die Flugzeugtypen.

Das amtliche Kennzeichen muss deutlich sichtbar auf dem Rumpf des Flugzeugs aufgebracht sein. Es beginnt mit der Länderkennung, wie zum Beispiel mit dem „D-“ für Deutschland oder „F-“ für Frankreich. Allerdings ist der erste Buchstabe nicht grundsätzlich ein eindeutiger Hinweis auf das dazugehörige Land. Die Kennzeichnung für die USA beispielsweise führt ein „N“ am Anfang. Dieses resultiert aus einer Funkzuweisung des Jahres 1912 und bezog sich wahrscheinlich auf die Navy. Nach dem ersten Buchstaben des Flugzeugkennzeichens folgt eine Buchstaben– und/oder Zahlenkombination.

In Deutschland, aber auch in Frankreich, Italien und Großbritannien sind es bei der Registrierung von Motorflugzeugen neben dem Buchstaben für die Nationalität vier weitere Buchstaben. In Deutschland beschreibt der erste Buchstabe nach dem „D-“ die Gewichtsklasse beziehungsweise die Art des Fluggeräts: Das „A“ steht für Flugzeuge über 20 Tonnen Höchstabflugmasse (MTOW), das „B“ für Flugzeuge mit 14 bis 20 Tonnen MTOW. „H“ kennzeichnet Hubschrauber, „O“ Gas- und Heißluftballone. Damit steht für alle Flugzeuge der Lufthansa–Passage der erste Teil des Kennzeichens schon mal „von Amtswegen“ fest: „D-A…“.

In der internationalen Luftfahrt gilt die Buchstabenkennung bereits seit dem Jahre 1927. Grundlage war das Washingtoner Radiotelphonieabkommen, in dem zur eindeutigen Funkkennung Buchstaben zugeteilt wurden. Später ergänzte man die Buchstaben mit Zahlen, um eine größere Kapazität zu erhalten.

Wie beim eigenen Auto gibt es auch für Flugzeuge „Wunschkennzeichen“. „Lufthansa lässt sich, wie andere Airlines, diese Chance nicht nehmen, um eine gewisse Ordnung und Systematik in die Kennzeichnung der Flugzeuge zu bringen“, erklärt Peter Störk, Abteilungsleiter Engineering und Flottenprojekte, FRA OB/M. Diese wurde bereits bei der alten Luft Hansa genutzt. „Seit Neugründung der Lufthansa 1955 bezeichnen die Kennzeichen an der dritten Stelle den Hersteller. So steht das ‚B‘ für Boeing, ‚I‘ für Airbus, früher ‚D‘ für McDonnell-Douglas oder ‚L‘ für Lockheed“, ergänzt Störk.

Mit dieser Systematik steht für jedes Flugzeug schon viel von seinem Kennzeichen von vornherein fest: Jede Lufthansa-Boeing heißt „D-AB…“, jeder Airbus „D-AI…“. Bis in die 1970er-Jahre wurden lesbare Kennzeichen gebildet – zum Beispiel D-ABOB, D-ABOD, D-ALAN oder D-ALAP. „Bei der heutigen Größe der Flotte kann darauf aber nicht Rücksicht genommen werden, weil dann bei Weitem zu wenig Kennzeichen zur Verfügung stünden“, räumt Störk ein.

Was Buchstaben und Zahlen an Flugzeugen bedeuten

Erkennungszeichen

Zwei Buchstaben am Leitwerk: Die letzten beiden Buchstaben werden aus dem englischen Alphabet (auch Nato-Alphabet genannt) so gewählt, dass sie in der gesamten Passageflotte nur ein einziges Mal vorkommen. Der vierte Buchstabe steht für den Flugzeugtyp. Der letzte Buchstabe des Kennzeichens wird schließlich fortlaufend vergeben. Hinter der „Romeo-Alpha“ verbirgt sich etwa eine A321-100, die „Sierra-Bravo“ ist eine A321-200. Die Airbus A380-Serie wird mit einem „M“ gekennzeichnet und mit „Mike“ buchstabiert. Das zurzeit noch unbesetzte „Y“ ist für den Jumbo-Nachfolger Boeing B747-8 Intercontinental reserviert.

Damit die Flugzeuge – beispielsweise für Piloten und Flugbegleiter, aber auch für Techniker und andere Personen im Flughafenbereich – schon von weitem erkennbar sind, sind die letzten beiden Buchstaben des Kennzeichens auf beiden Seiten oben am Leitwerk aufgeklebt. www.lufthansa.com

 

Thomas Jachnow, Newslink.

 

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