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Berlin

Deutsches Verkehrsforum e. V.

Mobilität wird bald zum Luxus

 

Mobilität droht zum Luxusgut zu werden: Zu die­sem Ergebnis kommt das Deutsche Verkehrsforum in seiner heute veröf­fentlichten infas-Repräsentativumfrage zum Thema „Kostenentwicklung und Klimaschutz - Die tägliche Mobilität des Bürgers".

Über 2000 Personen ab 18 Jahren wurden zu ihrem Mobilitätsverhalten und ihrer Einstellung zum Klimaschutz befragt. Drei Viertel der Befragten gaben an, dass ihre Mobilitätskosten in den vergangenen drei Jahren ge­stiegen seien. Die Verteuerung der Mobilitätskosten wird überwiegend als höher wahrgenommen als die der Lebenshaltung.

Thomas Hailer, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums: „Die Umfrage hat drei Grundwahrheiten zur Mobilität der Deutschen offenbart:

 

+ 77 Prozent der Menschen ist Mobilität wichtig, vor allem im Beruf und Ausbildung. Hier können sie ihre Mobilität nicht einschränken.

+ Mobilität droht zum Luxusgut zu werden, denn 70 Prozent füh­len sich durch steigende Mobilitätskosten persönlich stark einge­schränkt.

+ 88 Prozent der Menschen ist Klimaschutz wichtig, jedoch nur die Hälfte davon sind bereit ihr Mobilitätsverhalten zugunsten der Um­welt zu ändern oder für Klimaschutz mehr zu bezahlen."

 

Drei Viertel der Befragten empfinden die Steigerung der Mobilitätskosten in den vergangenen drei Jahren als besonders stark. „Die Bürger liegen mit dieser Einschätzung richtig", so Hailer. Denn die Preise für Verkehr sind seit dem Jahr 2000 um 26,6 Prozent gestiegen - mehr als die Preise für Wohnungskosten (19,4 Prozent) oder Freizeitausgaben (1,1 Prozent). Damit rangieren die Ausgaben für Mobilität mit einem Anteil von 13 Pro­zent an zweiter Stelle der Ausgaben privater Haushalte.

Hailer leitet aus der Umfrage zwei zentrale Botschaften an die Politik ab:

-    Mobilität nicht verteuern und

-    die Bürger beim Klimaschutz mit ins Boot holen.

 

Mobilität nicht verteuern

„Eine wesentliche Schlussfolgerung für uns lautete, keine weiteren Steu­ern oder Abgaben auf Mobilität, auch nicht im Namen des Klimaschutzes, zu erheben, sei es durch City-Maut, ökologische Steuern oder Emissions­handel. Höhere Mobilitätskosten schaden dem Bürger, dem Arbeitsmarkt, der Wirtschaft, der Umwelt und auch dem Staat", betont Hailer. Mögliche Konsequenzen einer Verteuerung seien u.a. weniger Lebensqualität für die Menschen, Jobverluste aufgrund mangelnder Mobilität der Arbeitneh­mer, Unternehmensinsolvenzen aufgrund steigender Kostenbelastung und letztlich weniger Steuereinnahmen für die öffentliche Hand.

„Außerdem können sich gerade diejenigen Menschen, die weniger Geld in der Tasche haben, auch Umweltschutz nicht mehr leisten. Besser wäre es daher, das Mobilitätsverhalten durch Anreize wie z. B. die CCVabhängige Kfz-Steuer oder attraktive Job-Tickets im ÖPNV zu beeinflussen", schlägt Hailer als Lösung vor.

 

Bürger beim Klimaschutz mit ins Boot holen

Die Umfrage hat auch ergeben, dass dem Bürger Klimaschutz grundsätz­lich wichtig ist. Allerdings sind nur 7 Prozent wirklich aktiv, die Mehrheit verhält sich eher passiv oder erwatungsvoll. „Gerade dieses enorme Potenzial muss durch die richtigen Anreize erschlossen werden. Denn den Menschen ist hauptsächlich wichtig, dass eine Änderung im Mobilitätsver­halten ohne Einschnitte in der täglichen Mobilitätsroutine einhergeht und keine zusätzliche finanzielle Belastung darstellt", betont Hailer. Er verweist darauf, dass Technologieförderung, Schadstoffgrenzen und Umweltaufla­gen als akzeptables Instrumentarium für Klimaschutz die größte Zustim­mung erhalten haben.

Bestätigt durch die Befragung sieht Hailer auch die Forderung des Deut­schen Verkehrsforums, dass wirksamer Klimaschutz alle Akteure einbin­den muss: Politik, Wirtschaft und Bürger: „Die Politik steht in erster Linie in der Pflicht, die Verkehrsinfrastruktur bedarfsgerecht zu erhalten und auszubauen, um klimaschädliche Engpässe zu beheben", erläutert Hailer. Die Unternehmen der Verkehrswirtschaft nehmen ihre Verantwortung ernst und arbeiten erfolgreich daran, Transporte effizienter abzuwickeln und in umweltfreundliche Technologien zu investieren. Schließlich kann auch jeder Bürger zum Klimaschutz beitragen, indem er seine täglichen Wege optimiert und sich in seiner individuellen Mobilität energiesparend verhält."

 

Das Deutsche Verkehrsforum ist die einzige verkehrsträgerübergreifende Wirt­schaftsvereinigung in Europa. Unsere rund 170 Mitgliedsunternehmen erwirtschaf­ten einen Jahresumsatz von rund 500 Mrd. € und wollen die Verkehrsbedingungen verbessern sowie die Mobilität in Deutschland und Europa siche

 

Kontakt 

 

 

 

Deutsches Verkehrsforum e. V.
Klingelhöferstrasse 7, D-10785 Berlin
Tel 030 / 26 39 54-30, Fax 030 / 26 39 54-22, e-Mail: info@verkehrsforum.de

www.verkehrsforum.de

 

Ein Beitrag für ReiseTravel von Ingrid Kudirka .

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