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Finanziell eng geschnürt
Finanzielle Absicherung der Notfallrettung aus Sicht der Bundesländer: Bevor man sich mit dem Thema Rettungsdienst befasst, muss man etwas auf dessen Geschichte eingehen. Bis Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war der Rettungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland nicht oder nur ungenügend geregelt. Insbesondere die hohe Zahl der Verkehrstoten erzeugte damals in der Politik einen derartigen Druck, dass die Länder gesetzliche Regelungen einführen mussten. Der Rettungsdienst wurde zur öffentlichen Aufgabe. Selbstverständlich wurde das Rad auch beim Rettungsdienst nicht neu erfunden. Vorhandene Strukturen und bewährte Institutionen wurden genutzt. Während im nördlichen Teil der damaligen Bundesrepublik der Rettungsdienst überwiegend durch Feuerwehren/Berufsfeuerwehren wahrgenommen wurde, so nahmen im südlichen Teil die Hilfsorganisationen diese Aufgabe wahr. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kamen die neuen Länder hinzu, die sich in der Regel an den Vorschriften der alten Bundesländer orientierten.
Der Rettungsdienst ist zwar ein kleiner, aber wesentlicher Teil der inneren Sicherheit unseres Landes. Sicherheit – so wie sie heute gewollt ist – hat aber selbstverständlich ihren Preis. Wurde früher der Angehörige, wenn er krank war, selbst ins Krankenhaus gebracht, so gilt es heute als selbstverständlich, dass der Rettungsdienst diese Funktion übernimmt. War früher der Hausarzt und / oder der Landarzt fast rund um die Uhr für jeden erreichbar – und ging oder fuhr man zu ihm - so lässt man heute den Arzt des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, und wenn der nicht schnell genug da ist, den Notarzt des Rettungsdienstes kommen. Stand früher der reine Transport einer Person/eines Patienten im Vordergrund, so reden wir jetzt von einer qualitativ hochwertigen präklinischen Versorgung. War früher die Ausbildung des Personals des Rettungsdienstes absolut unzureichend, so gibt es heute klar vorgegebene Curricula für verschiedene Ausbildungsgänge und ein Berufsbild für Rettungsassistenten.
Prof. Dr. F.W. Ahnefeld brachte es mit der von ihm erfundenen Rettungskette auf den Punkt: Sie sieht den Rettungsdienst als ein Glied in einer Kette, wobei die Aussage dazu wichtig ist, dass eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied.
Es geht deshalb darum, das Kettenglied Rettungsdienst so stark zu machen, dass es den heutigen Anforderungen gerecht wird. Dazu brauchen wir Ärzte, Sanitäter, Rettungsassistenten, Rettungsmittel (Kranken-, Rettungs- und Intensivtransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeuge, Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber u.a.), geeignete Rettungswachen und Rettungs- oder noch besser Integrierte Leitstellen. Begleitet werden muss dies durch ein medizinisches Qualitätsmanagement, für das Ärztliche Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) verantwortlich zeichnen.
Das alles kostet Geld. Die Bürger sind durch ihre Mitgliedschaft in der (gesetzlichen) Krankenversicherung gegen die Kosten abgesichert, d.h. Hauptkostenträger des Rettungsdienstes sind die deutschen Krankenkassen. Aber auch der Staat kann sich seiner finanziellen Verpflichtung nicht entziehen.
Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass die von uns allen gewollte Sicherheit durch einen guten Rettungsdienst bezahlt werden muss. Man muss sich lediglich darüber unterhalten, was tatsächlich notwendig ist, nicht was alles möglich ist.
Ein Beitrag für ReiseTravel von Oberregierungsrat Hermann-Josef Gundlach, Referent Rettungsdienst im Ministerium des Innern und für Sport, Rheinland-Pfalz, Mainz.
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