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Ford zeigt Sicherheitssystem der Zukunft

Ford Sicherheitssystem 

Fahrzeugsicherheit darf kein Luxus sein: Diese abwegig erscheinende Idee könnte einem kommen, wenn man als Autokenner beobachtet, das bisher nur Premiummarken  crashverhindernde Nothaltesysteme anbieten. Jetzt scheinen die teuren und aufwendigen Systeme langsam bei Otto Normalverbraucher in der volkstümlichen Kompaktklasse anzukommen. Ford jedenfalls bietet das Nothaltesystem Active City Stop nun im neuen Focus an. Bastian Niedermeier hat in Hamburg über dieses und andere Systeme im wahrsten Sinne des Worts viel „erfahren“.

Treffen sich zwei Autos. Sagt das eine zum anderen: „Wenn ich du wäre, würde ich gleich mal auf die Bremse treten“. Was klingt wie der Anfang eines schlechten Autofahrer-Witzes, könnte in absehbarer Zeit gelebter Alltag auf deutschen Straßen sein. Kommunikation gilt nicht nur als Schlüsselwort im Miteinander der Menschen, sondern neuerdings auch unter Autos. Ford-Experten sprechen von Car-to-Car-Kommunikation. Grundgedanke dabei: Per mobilem Internet miteinander verbunden, sollen die Autos über die Sensoren der Fahrassistenzsysteme sicherheitsrelevante Informationen sammeln, etwa über den Einsatz des elektronischen Bremsassistenten im Zug der Notbremsung, einer plötzlichen Aquaplaning-Gefahr, aus dem Nichts auftauchende Stauenden oder liegen gebliebene Autos.

Das innovative Active City Stop-System – das gemeinsam mit dem neuen Ford Focus debütiert – schützt vor Auffahrunfällen mit langsamen oder stehenden Fahrzeugen in Front. Es basiert auf einem nach vorn gerichteten LDAR-Lasersensor (Light Detecting and Ranging Sensor) in der Windschutzscheibe. Er erkennt reflektierende Oberflächen in einem Bereich von bis zu zwölf Meter vor dem eigenen Fahrzeug. Registriert das System ein Objekt vor dem Fahrzeug, berechnet es Intervallen von 50mal pro Sekunde die Bremskraft, die für das Verhindern einer Kollision notwendig ist. Zeigt der Fahrer keine Reaktionen, um einen drohenden Zusammenstoss zu vermeiden, greift die Activ City-Stop-Funktion ein: Sie reduziert die Motorleistung, aktiviert die Bremse, schaltet den Motor ab und die Warnblinkleuchten ein.

Activ City Stop ist bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h einsatzbereit. Tests haben ergeben, dass das System bei Tempodifferenzen von bis zu 15 km/’h zwischen dem vorausfahrenden und dem eigenen Fahrzeug Kollisionen verhindern kann. Bei Unterschieden bis zu 30 km/h verringert es die Wucht des Aufpralls, die Gefahr von Verletzungen und die Höhe der Reparaturkosten. Beim aktuellen Ford Focus kostet das Activ City-Stop System nur 350 Euro Aufpreis.

Ford bietet für den Focus auch ein Spurhaltesystem an und warnt damit den Fahrer, wenn er die Fahrspur versehentlich verlässt. Eine Kamera hinter der Windschutzscheibe beobachtet die Fahrbahn und erkennt die Markierungen. Wird eine Linie gekreuzt. wird der Fahrer über eine Lenkvibration gewarnt. Reagiert er nicht, wird das Auto per Lenkeingriff auf die Spur zurückgeleitet.

Auf der gleichen Sensorik basiert der Müdigkeitswarner. Dabei wird nicht etwa das Gesicht des Fahrers beobachtet, sondern das Fahrverhalten: Ein müder Fahrer korrigiert seine Fahrspur später und mit größeren Lenkeingriffen als ein wacher. Wird es kritisch, wird dem Fahrer per Display empfohlen, eine Pause einzulegen.

„Im dichten Verkehr ist es sehr leicht, ein anderes Fahrzeug seitlich neben dem eigenen Wagen zu übersehen“, erläutert Dr. Torsten Wey, Supervisor Fahrerassistenz-Technologien von Ford. „Durch sein helles, gut erkennbares Warnlicht weist der „Toter-Winkel-Assistent BLIS“ den Fahrer vor einem Spurwechsel oder einer Richtungsänderung auf die drohende Gefahr hin und hilft so, eine Kollision mit einem parallel fahrenden Wagen zu verhindern.“ Zu den Kernstücken des „Toter-Winkel-Assistent“ zählen zwei Mehrkanal-Radarsensoren in den Ecken der Heckschürze. Ab einer Geschwindigkeit von zehn km/h scannen sie einen Bereich hinter und neben dem eigenen Wagen, der von den Außenspiegeln bis zirka drei Meter hinter das Automobil reicht und auch in der Breite bis zu drei Meter abdeckt. Registriert das System ein Fahrzeug innerhalb dieses überwachten Bereichs, warnt es den Fahrer automatisch über LED-Indikatoren in den jeweiligen Außenspiegeln vor der drohenden Gefahr.

Mittelbar sorgt auch die Verkehrsschild-Erkennung für Sicherheit. Das kamerabasierte System erkennt Tempolimits und Überholverbote. Auf den Straßen in Hamburg erprobte ich auch dieses System. Last but not least unterzog ich auch den Einpark-Assistent (Active Park Assistent) einem Praxistest. Zuvor erläuterte Kay Müller, Entwicklungs-Ingenieur von Ford auch die automobile Hilfe, das Autofahren noch einfacher macht: „Dieses System nimmt Einparkmanövern den Schrecken. Praktisch per Knopfdruck steuert der Wagen sicher und komfortabel auch in enge Parklücken. Zugleich reduziert der Einpark-Assistent die Gefahr von Beschädigungen am eigenen oder an fremden Fahrzeugen“.

Aktiviert wird das System über einen „Parking“-Schalter im Armaturenbrett. Anschließend scannen Sensoren während der Fahrt den Abstand zwischen Fahrzeugen, die seitlich am Straßenrand geparkt sind. Hat der Einpark-Assistent eine passende Lücke erkannt, fordert er den Fahrer optisch und akustisch zum Anhalten auf. Der Einparkvorgang beginnt, sobald der Fahrer den Rückwärtsgang aktiviert und mittels Kupplungs-, Brems- und Gaspedal eine Rückwärtsbewegung eingeleitet hat. Während das getestete Assistenz-Paket II ab 1.375 Euro bestellbar ist, ist eine weitere Neuheit im deutschen Ford-Programm vorläufig noch nicht zu haben: der Gurt-Airbag.                                 

Von Bastian Niedermeier/MN-InfoText

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