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Quer durch den Mont Blanc
Der Mont Blanc oder auch „weißer Berg“ liegt in der Montblancgruppe und ist mit seinen 4 808 Meter Höhe der höchste Berg der Alpen. Das gesamte Montblanc-Massiv gehört zu den Savoyer Alpen. Vom 4 807 m Gipfel bis zu einer Höhe von 2.440 m sind seine Hänge mit einer Eiskappe bedeckt die teilweise über 23 Meter dick ist. Eine Erstbesteigung erfolgte am 8. August 1786. Der Mont Blanc gilt als der höchste Berg Europas. Sowohl Frankreich als auch Italien haben Anteil an dem Berg, wobei seine politische Zuordnung seit langem umstritten ist.
Der Berg aller Berge


Von Italien und Frankreich führen unterschiedliche Gondel-Bahnen in Richtung Gipfel. Nur nach ganz oben – klettern die Bergsteiger
So beansprucht Frankreich die Gipfelregion des Mont Blanc. Hingegen wird von Italien behauptet, die Grenze verlaufe genau über den Gipfel. Somit wäre der Mont Blanc nach italienischer Sichtweise sowohl der höchste Berg Frankreichs als auch Italiens.
Station Helbronner: Eine der unteren Spitze vom Mont Blanc führt den Namen Helbronner und dies ist gleichzeitig ein Kreuzungspunkt der Gondel- und Seilbahnen. Ab hier geht es nach Chamonix in Richtung Frankreich. Paul Helbronner - Sein Werk der Vermessung der Alpen ist heute in Vergessenheit geraten.
Populär ist das Restaurant „Pavillon“ auf den Helbronner

„Nur der Mont Blanc liegt noch höher. Aber dort oben gibt es kein Restaurant!“ Koch und Patron Andrea Botti www.montebianco.com
Quer durch den Berg führt ein Tunnel
Geographisch gesehen verläuft die Landesgrenze zwischen Italien und Frankreich deutlich näher an Italiens Tunneleingang. Es gibt einen 1840 m langen Bereich, der durch die italienische Betreibergesellschaft SITMB betreut wird, aber auf französischem Grund liegt und somit der französischen Gesetzgebung unterliegt.

Die Gesamtlänge des Tunnels beträgt 11,6 Kilometer. Die Eintrittshöhe auf französischer Seite liegt bei 1.274 Meter, auf italienischer Seite bei 1.381 Meter. Der höchste Punkt im Streckenverlauf liegt genau unterhalb des Berges.

1949 wurde ein Abkommen zwischen Frankreich und Italien zur Errichtung eines Tunnels geschlossen. Nachdem die parlamentarischen Hürden überwunden waren, wurden zwei Betreibergesellschaften gegründet. Auf französischer Seite die ATMB (Autoroutes et tunnels du Mont-Blanc) und auf italienischer Seite die SITMB (Società Italiana per azioni per il Traforo del Monte Bianco). Jede Betreibergesellschaft zeichnet für eine Hälfte des Tunnels verantwortlich. Der Beginn der Bohrungen erfolgte im Jahr 1959 und Eröffnung erfolgte am 19. Juli 1965.

Die Katastrophe von 1999: Am 24. März 1999 geriet im Tunnel der Motor eines belgischen LKWs in Brand. Vermutet wird als Ursache eine Zigarettenkippe. Begünstigt durch seine Ladung, bestehend aus Margarine nahm der Brand katastrophale Ausmaße an. Der Fahrer des Lasters konnte zwar den Flammen entkommen, nicht aber die Insassen vieler hinten auffahrender Fahrzeuge. Der Brand konnte erst 53 Stunden nach Ausbruch unter Kontrolle gebracht werden. Dabei starben 39 Menschen.
Bei der Aufbereitung der Ereignisse zeigte sich die Schwäche des Konzepts der beiden Betreibergesellschaften. Der brennende LKW befand sich genau in der „Niemandszone“. Nach dem Unglück blieb der Tunnel drei Jahre gesperrt. Als Konsequenz des Unglücks gibt es heute nur noch eine Kontrollwarte, die von beiden Gesellschaften gemeinsam betrieben wird. Unter dem Eindruck eines weiteren Unglücks das später im Tauerntunnel passierte und bei dem 12 Menschen ihr Leben verloren entwickelte sich eine heftige Diskussion über die Sicherheit von Tunnelbauwerken.
Tunnelsicherheit in Europa: Vor 10 Jahren kam es im Mont Blanc-Tunnel zur Katastrophe, 39 Menschen kamen ums Leben, da sie sich nicht aus dem Tunnel retten konnten. Dazu betont ADAC-Tunnelsicherheitsexperte Nicolas Adunka: „Man sollte sich zunächst vor Augen halten, dass wir Unfälle und vor allem auch Brände in Tunnels nicht vermeiden können. Aber wir können sie natürlich besser beherrschen, und vor allem das Schadensausmaß begrenzbar machen. Das ist das, was uns allen noch in den Gliedern sitzt: Die Bilder vom Montblanc-Tunnel. Insofern können wir schon sagen, dass die Tunnel in der Breite in allen Ländern sicherer werden. Auch im Einzelfall - wir haben in den letzten Jahren sehr viele Tunnel getestet, die über Jahre für viele Millionen Euro renoviert worden sind - sind wir sehr optimistisch, was die Sicherheit der Tunnel angeht“.
Was wird sicherer? “Das Grundsatzproblem sind in erster Linie die alten Röhren, die in den 60er und 70er aber auch in den 80er Jahren unter Verkehr gegangen sind, oftmals als einröhrige Tunnel gebaut. Seitdem hat sich der Verkehr maßgeblich geändert, er ist massiv gestiegen, vor allem das LKW-Aufkommen und insofern stimmen die Sicherheitskonzeptionen von damals einfach nicht mehr mit den aktuellen Anforderungen überein. Das muss man sich individuell anschauen, dann planen und so schnell wie möglich nachrüsten. Dafür brauchen die Betreiber natürlich die entsprechenden Budgets. “Über die letzten Jahre haben wir sehr viele Tunnel gesehen. Da waren viele gute dabei, aber leider auch immer noch sehr viel schlechte. Das zeigen auch die Ergebnisse der letzten Jahre: Immer noch zu viele Röhren sind aus unserer Sicht durchgefallen. Es wird aber viel gemacht. In allen Ländern gibt es Nachrüstprogramme über mehrere Milliarden Euro, vor allem in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich. Das ist natürlich noch ein gutes Stück Weg und so lange werden wir als ADAC sicherlich auch das Thema Tunnelsicherheit verfolgen.”

Das derzeitige Verkehrsaufkommen beträgt durchschnittlich 3873 Fahrzeuge pro Tag, also ca. 1,4 Mio. Fahrzeuge pro Jahr
Die Durchfahrt des Tunnels ist mautpflichtig. Die Kosten für eine Durchfahrt betragen seit 1. Juli 2008: Motorrad 22 Euro, Pkw 33,20 Euro, Caravan 44 Euro, Lkw und Trucks 120,80 bis 256,80 Euro. Die Maut wird vor der Einfahrt entrichtet. Der Kauf von Hin und Rückfahrten ist möglich, ebenso Abonnements. Für Fußgänger besteht die Möglichkeit, den Tunnel im Autobus zu durchqueren. Bei Reservierung werden auch Fahrräder transportiert.
Tipp für die Nacht am Mont Blanc
Das Mont Blanc Hotel im Ort La Salle bietet jegliche Bequemlichkeiten für die Nacht sowie facettenreiche Köstlichkeiten im Restaurants www.hotelmontblanc.it
In der „Terme von di Pre´Saint Didier“ ist Wellness und Entspannung angesagt. Im sprudelnden heißen Thermalwasser lässt es sich aushalten. www.termedipre.it

Anreise: Per Auto erreicht man das Aosta-Tal über den Großen Sankt Bernhard. Mit der Schweiz ist das Aosta-Tal über den Großen und Kleinen St. Bernhard und mit Frankreich durch den Mont-Blanc-Tunnel verbunden. Über die Flughäfen von Mailand, Turin und Genua kann man problemlos mit dem Flugzeug anreisen, von Berlin beispielsweise mit Air Berlin direkt nach Mailand Malpensa. www.airberlin.com
Kontakt
Regione Autonoma Valle d´Aosta www.lovevda.it
Italienische Zentrale für Tourismus ENIT - www.enit.de
Ein Beitrag für ReiseTravel von Gerald H. Ueberscher, eu@reisetravel.eu
Sehr geehrte ReiseTravel User,
weitere Berichte über das Aosta-Tal finden Sie hier:
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